Herbert Beck

Kulturblitz | Herbert Beck zum 106. Geburtstag

Herbert Beck: Meditative Landschaft. Foto: BeckEggeling

Herbert Beck war einer der ganz großen Künstler im Landkreis Miesbach. 1920 in Leipzig geboren, kam er bereits 1948 nach der Flucht aus Leipzig mit seiner Frau Gisela an den Tegernsee und prägte die Kunstszene des Tegernseer Tales durch sein Werk ebenso wie durch sein Engagement in der Organisation der Tegernseer Kunstausstellung. Hier erinnert sich sein Sohn Michael Beck, Vorsitzender der Olaf Gulbransson Gesellschaft, an seinen Vater.

Am 29. Januar würde mein Vater, Herbert Beck, seinen 106. Geburtstag feiern. Geburtstage wurden in unserer Familie immer gefeiert, und ich erinnere mich daran, dass mein Vater sich und uns am 29. Januar stets ein Geburtstagsbild malte. Dieses wurde dann gemeinsam betrachtet und natürlich bewundert.

Eines dieser Aquarelle, entstanden zu seinem 80. Geburtstag, ist die „Meditative Landschaft“, bei der mein Vater besonders auf die Farbabstufungen und Rhythmen der verschiedenen Ebenen achtete. Immer wieder trug er lasierend eine Aquarellschicht über die andere, bis er – nach Stunden – mit dem Ergebnis zufrieden war. Inspiriert vom Blick aus seinem Haus in Laigueglia auf das Meer, in die „Unendlichkeit“, entwickelte er sich mit dieser Gruppe großformatiger Aquarelle, die er in seiner letzten Lebenszeit schuf, am weitesten in Richtung einer abstrahierten Malerei.

Auch technisch großartig gelungen: Ein hellgelber Lichtstreifen leuchtet durch die tiefdunklen Wolken. Denn schnell kann die nasse, fließende Aquarellfarbe ineinanderlaufen und die Komposition zerstören.

Nach der gemeinsamen Betrachtung ging es dann zum Hummeressen ins Freihaus Brenner – eines der Lieblingsgerichte meines Vaters. Schöne Erinnerungen an schöne gemeinsame Zeiten.

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