
Innere Landschaften
Annabell Kauffmann vor „Innere Gewässer“ und „Hour Glass“. Foto: MZ
Ausstellung in Valley
Im Valleyer Rathaus stellt derzeit die junge Malerin Annabel Kauffmann unter dem Titel „Innere Landschaften“ ihre Bilder aus. Sie sind aus ihren spirituellen Erfahrungen und ihrer Interaktion mit der äußeren Welt entstanden, die sie durch die Kunst ausdrücken möchte.
Annabell Kauffmann lebt seit eineinhalb Jahren in Mitterdarching und studiert Ernährungswissenschaften. Mit zehn Jahren habe sie angefangen zu zeichnen, erzählt sie und mit 13 zu malen. In Salzburg besuchte sie ein musisches Gymnasium mit Fokus auf Kunst und bildete sich danach ständig in der Technik weiter.
Nach dem Abitur ging sie nach Hawaii und lebte dort ihre künstlerische Fantasie aus. „Aber ich will nicht von der Kunst finanziell abhängig sein“, betont die 22-Jährige und entschied sich für einen Brotberuf. Dieser aber komplettiere ihre Auffassung von einem ganzheitlichen Leben. „Die Ernährung schließt den Kreis“, sagt sie.

Layers of Life Shown with a Tree. Foto: MZ
Ihre Kunst, so sagt sie, habe für sie einen philosophischen Hintergrund. Durch Meditation und Yoga, insbesondere in der vedischen Tradition, erforsche sie ihre Gedanken und Gefühle, die sie dann in ihren Bildern ausdrücke. „Ich bin mit zwei Sprachen aufgewachsen“, erzählt sie, die Mutter spreche Englisch, und so falle es ihr schwer, ihre Erfahrungen in Worten auszudrücken.
Mit der Kunst aber könne sie zeigen, wie sie Erfahrungen wahrnehme und verdaue und wie man mit der äußeren Welt interagieren könne. „Wir können mehr beeinflussen als wir denken“, ist sie überzeugt, „wir können einen Samen ausstreuen und dessen Wachstumsrichtung angeben, für seine letztliche Form aber müssen wir flexibel sein“, sagt die junge Malerin.

Memory Pinning. Foto: MZ
Anhand des Bildes „Memory Pinning“ erklärt sie ihre Sicht. Zeit sei eine Illusion, es gebe weder eine unbekannte Zukunft noch eine „versaute“ Vergangenheit. Der Mensch habe immer die Möglichkeit der Veränderung. Die Papierrolle möge die Erinnerungs- und Ereignisspanne verdeutlichen. Der pinke Faden zeige unseren inneren Blickwinkel und mit den Nadeln stecken wir bestimmte Erinnerungen fest und verleihen ihnen damit Kraft. Da das Gehirn nicht zwischen echten Ereignissen und Erinnerungen unterscheiden könne, würden uns die gepinnten Erinnerungen nachhaltig beeinflussen.
Es gebe aber die Möglichkeit, die Nadeln anders zu setzen und damit zwar nicht die Ereignisse zu verändern, aber unsere heutige Sicht der Vergangenheit zu verändern.

Breathing free. Foto: MZ
Annabell Kauffmann will in ihren Bildern die innere Essenz, die Verbundenheit, die Zwiesprache mit Gott oder dem Universum ausdrücken. Das, was sie nicht mit Worten sagen kann, malt sie in Öl- und in Acrylfarben und lädt dazu ein, selbst die inneren Welten zu erkunden.
Wie empfinden wir das Verrinnen der Zeit im Stundenglas? Wie schauen unsere inneren Gewässer aus, klar oder trüb? Welche Schichten des Lebens haben wir erfahren? Können wir frei atmen oder befinden wir uns unter einer Maske? Was sehen wir mit unserem inneren Auge? Welche inneren Landschaften gilt es zu erkunden?

Marcus Grossmann, Annabell Kauffmann und Bürgermeister Bernhard Schäfer vor „Inner Landscapes“. Foto: MZ
Zur Vernissage betonte Bürgermeister Bernhard Schäfer, dass er sich freue, wenn die Wände des Rathauses mit Kunst bereichert werden. Fotograf Marcus Grossmann sei gebeten worden, diese Ausstellungsreihe zu organisieren.
Nachdem Annabell Kaufmann im vergangenen Sommer eine Ausstellung im Garten des Elternhauses zeigte, sei man auf sie aufmerksam geworden und habe sie zur Präsentation ihrer Bilder in das Rathaus eingeladen.
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