Das Heil kommt von den Juden

Juden

Die Krippe an Weihnachten. Foto: pixabay

Betrachtung zum 2. Weihnachtsfeiertag

Zum 2. Weihnachtsfeiertag bringen wir Ihnen eine persönliche Betrachtung des bekannten Volksmusikanten Hans Dondl aus Icking, die er anlässlich des Chanukkafest am 17.12.2017 im Dom zu München vortrug und die wir im Zuge eines zunehmenden Antisemitismus weiterverbreiten möchten.

Ihre betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt von den Juden. (Joh. 4.22)

Es hat einige Jahre gebraucht, bis ich diesen Satz von Jesus, überliefert durch den Evangelisten Johannes, in der rechten Weise verstanden habe. Einen Steinwurf vom Liebfrauendom sind wir mitten im Münchner Christkindlmarkt. Noch hat kein Gericht entschieden, dass er so nicht mehr heißen darf. Noch darf er Christkindlmarkt heißen.

Ein jüdisches Kind

Ja, stimmt, das Christkindl kann man in den Dutzenden, besser, hunderten Krippen bewundern. Die schönsten kommen aus Oberammergau und aus dem Grödnertal. Das Christkindl, ein jüdisches Kindl, ein Hebräerkindl. Lange habe ich, der bayerische Katholik und Brauchtumsbewahrer, gebraucht, bis mir das klargeworden ist.

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Ja, die ganze Krippe, eine einzige Versammlung jüdischer Menschen. Miriam seine Mutter, nach ihr ist der ganze Platz vor dem Rathaus benannt, in dessen Mitte die Mariensäule steht, das Zentrum Münchens und ganz Bayerns. Miriam, Maria, die Schutzfrau Bayerns seit dem 30-jährigen Krieg, eine Jüdin; Joseph sein Pflegevater, in Bayern mutiert zum Sepp, Sepperl, Pepperl, ein Jude; die Hirten, selbst der Engel, der das Ereignis neun Monate zuvor in der Stube zu Nazareth mit vorbereitet hat, trägt einen jüdischen Namen: Gabri-El, Starker Jüngling Gottes…

Alles Juden

Bis auf die drei Weisen aus dem Morgenland, von denen man nicht genau weiß, welche Nationalität in ihrem Reisepass stand, alles Juden. Eines ist aber sicher, Bayer war keiner dabei und auch noch kein Christ. Ich sage, noch kein Christ, weil es ja sein könnte, dass so mancher Hirte 33 Jahre später Augenzeuge auf Golgotha geworden ist und von den nachpfingstlichen Predigten des Simon Petrus tief berührt und ergriffen war.

Juden
Hans Dondl. Foto: Pfarrverband Aufkirchen

Und wie ist es bei Maria? Ist sie nicht das Idealbild einer Jüdin und Christin? Für mich persönlich ist die Antwort ein einziges: Ja, so ist es. Maria, die Mutter meines Herrn und Erlösers, war und ist Jüdin, auch im Himmel, Jüdin bis ans Ende aller Tage und darüber hinaus.

Alpenländische Krippen

Ja, schön sind sie unsere meist alpenländischen Krippen. Ich kenne einige dieser Kripperl-Schnitzer, zum Beispiel den Eder Sepp aus Schäftlarn. Alle legen sie ihr ganzes Können und viel Liebe in diese Werke. Wenn von dieser Liebe der Schnitzkünstler und der Wertschätzung der Betrachter etwas überspringt auf das Christkindl, das jüdische Kind namens Jeshua und sein Volk, dann ist viel gewonnen.

Denn das Heil kommt von den Juden. Es hat einige Jahre gebraucht, bis ich diesen Satz des Evangeliums in der rechten Weise verstanden habe.

Wir bedanken uns bei Günter Schneider aus Otterfing, der uns diesen Text mit ausdrücklicher Genehmigung von Hans Dondl zur Verfügung gestellt hat.

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