
Kulturblitz | Zarte Stimme, kraftvolle Lieder
Miriam Hanika und Elisa von Wallis verzauberten bei ihrem Konzert im Dachgewölbe der Grundschulaula Waakirchen. Foto: Daniela Skodacek
Konzert in Waakirchen
Ein hinreißender Konzertabend, der sich jeder Schublade entzieht: Miriam Hanika und Elisa von Wallis live bei der Waakirchner Kleinkunstbühne.
Sich auf etwas einzulassen, was man (noch) nicht kennt, fällt nicht immer leicht. Und doch lohnt es sich, die eigenen Hörgewohnheiten hin und wieder zu verlassen. Wie bereichernd das sein kann, zeigte sich am vergangenen Samstag (18. April) beim Konzert von Miriam Hanika im Dachgewölbe der Grundschulaula Waakirchen.
Miriam Hanika ist sicherlich die einzige Oboe spielende Liedermacherin momentan und gilt mit Ende 30 immer noch als Newcomerin. Obwohl sie schon gut 50 Lieder geschrieben und bereits fünf Solo-Alben veröffentlicht hat und seit Jahren in verschiedenen Besetzungen, auch mit Orchester, auftritt. An diesem Abend spielen sie und Elisa von Wallis das dritte Mal im Duo zusammen.

Miriam Hanika an der Oboe, Elisa von Wallis am Klavier. Foto: Daniela Skodacek
Die Ideen und Themen für ihre poetischen Lieder greift Miriam Hanika mitten aus dem Leben, oft inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte. So erzählt die Wahlmünchnerin mit Pagenkopf, Puffärmeln und durchgehend barfüßig so sympathisch von ihrer Familie und ihren Erinnerungen an früher und was ihr sonst durch den Kopf geht, dass man als Zuhörer nicht anders kann, als fasziniert zuzuhören, wie sie ihre Gedanken mit zarter Stimme in gefühlvolle wie kraftvolle Lieder verpackt. Diese tragen Namen wie „Astronaut“, „Wurzeln und Flügel“, „Kreide auf Asphalt“ oder „Der nackte Kaiser“ – letzteres in Anspielung auf die Despoten dieser Welt. Dabei begleitet sie sich selbst mal am Flügel, mal an der Oboe oder am satt klingenden Maple English Horn. Elisa von Wallis verstärkt sanft die Gesangsparts und begleitet das Programm abwechselnd am Cello, Klavier und E-Bass.

Miriam Hanika am Klavier, Elisa von Wallis am Cello. Foto: Daniela Skodacek
Das rund 50-köpfige Publikum ist begeistert und verzaubert. Nach der einzigen Zugabe “Auf Wiedersehen” – ein berührendes Lied über Verlust und Hoffnung, eben auf ein Wiedersehen – ist Schluss und es bleibt nochmal Zeit fürs Merchandise im Foyer, wo auch Vinyl-Versionen ihrer Alben zu haben sind.
Ohnehin machte Miriam Hanika richtig Lust darauf, (wenn möglich) mal wieder eine Platte aufzulegen und sie bei einer Tasse Tee zu genießen – das entschleunige so schön… Oh ja, eine hinreißende Idee!