Kreative Vielfalt

Sofia Horaz, Manfred Priller, Gabriele Sappel (v. li.) im Kunst- und Kulturhaus Hausham. Foto: KB

Ausstellung in Hausham

Im Kunst- und Kulturhaus der Gemeinde Hausham sind noch bis Sonntag die Arbeiten von Gabriele Sappel, Manfred Priller und Sofia Horaz zu sehen. Die Vielfalt ist bemerkenswert: Bilder in Kreide, Acryl-, Öl- und Dispersionsfarbe, Skulpturen aus Marmor, Holz und Materialmix, Collagen aus Glas und Pappe und eine Werkreihe mit Fotografien.

Auf geht‘s!

Bei der Vernissage überrascht Manfred Priller mit einer, man könnte durchaus sagen, Motivationsrede. Auf bayerisch und in Reimform. Er zeichnet dabei den Weg nach, den viele kennen: Als Kind noch begeistert gemalt, in der Schule demotiviert durch ständiges Bewerten, im späteren Leben keine Zeit für Kreativität gehabt, vielleicht zu bequem gewesen. Auf jeden Fall nie weitergemacht oder gar wieder angefangen. Manfred Priller ermutigt mit seinen Strophen jede und jeden, das schlummernde kreative Potential zu entdecken und auszuschöpfen – egal welchen Alters. In seinen Augen ist es nie zu spät, sich aufzuraffen und loszulegen.

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Eröffnung der Ausstellung mit 2. Bürgermeister Josef Schaftari. Foto: KB

Eine große Bandbreite

Neben der Materialvielfalt fällt die Bandbreite der Themen in dieser Ausstellung auf. Gegenständliche Darstellungen von Mensch und Natur sind genauso vertreten wie kosmische Welten, spirituelle Visionen und politische Positionen.

Gabriele Sappel kommt ursprünglich aus einem anderen beruflichen Umfeld. Bei der kleinen Vorstellungsrunde zu Beginn der Vernissage betont sie jedoch, dass sie bereits als studierte Ergotherapeutin ihre Kreativität einzubringen wusste. Später, nachdem sie verschiedene Kurse für Bildhauerei belegt hatte, erweiterte sie ihr Ausdrucksvermögen und ist nun plastisch sowie bildlich darstellend tätig.

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Geborgenheit von Gabriele Sappel. Foto: KB

Gabriele Sappels Werk Ausrottung zeigt auf den ersten Blick eine harmonische und stimmungsvolle Szenerie in subtilen dunklen Tönen. Erst auf den zweiten Blick fällt dem Betrachtenden ein Störfaktor auf und bringt die vermeintlich heile Welt ins Wanken.

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Detail aus dem Bild Ausrottung von Gabriele Sappel. Foto: KB

Viele Bilder von Gabriele Sappel sind durch kräftige Farben und schwungvolle, großzügige Linien gekennzeichnet. Sie selbst sieht ihre spirituelle Erfahrung in den Werken ausgedrückt und bietet den Besuchenden den einen oder anderen Blick ins Innere.

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Verherrlichung von Gabriele Sappel. Foto: KB

Stil- und genreübergreifend

Unter den heimischen Malern ist Manfred Priller eine Art Urgestein. Er war 2003 Mitbegründer des Haushamer Kunstkreises und seitdem in zahlreichen Ausstellungen im Landkreis vertreten. Vielen ist er auch bekannt durch seine Malkurse im Rahmen des Ferienprogramms im Schlierach- und Leitzachtal.


Transhuman und Internet der Dinge von Manfred Priller. Foto: KB

Manfred Priller lässt sich in keine Schublade stecken. Seine Themen umfassen ein sehr weites Spektrum: Sie reichen von gegenständlichen, detaillierten Tierbildern und Portraits über sphärische Impressionen bis hin zu abstrakten Kompositionen und Skulpturen. Dabei setzt er seine bevorzugten Materialien – neben Acryl- und Ölfarbe auch Sand und Alkydharz – bewusst ein, um Variationen in der Oberfläche, wie Struktur und Glanz, zu schaffen.


Basilisk und Iguana von Manfred Priller. Foto: KB

Neue Ebenen

Sofia Horaz lässt sich ebenso keiner eindeutigen Kategorie zuordnen. Sie beschäftigt sich seit längerem mit Fotografie und nennt dabei analoge Aufnahmeverfahren und Polaroids ihre bevorzugten Medien.


Zwei Bilder aus der Serie Das Nibelungenlied von Sofia Horaz. Foto: KB

In einem Raum der Ausstellung betreten die Besucher eine ganz eigene kleine Welt: Sofia Horaz hat sechs Szenen aus Fritz Langs Stummfilm Die Nibelungen von 1924 bearbeitet und neue Ebenen hinzugefügt. Indem sie das historische Bildmaterial mehrfach belichtet und verschiedene Elemente integriert hat, überlagern sich die Motive und ein neuer Kontext entsteht. Eine besondere Atmosphäre schafft zudem die Einspielung gesungener Auszüge aus dem Nibelungenlied.

Sofia Horaz zeigt neben ihren fotografischen Arbeiten auch Collagen. Sie wirken klar und strukturiert, die geometrischen Formen überwiegen hierbei. In ihren Werken Triade I und Triade II kreiert sie – trotz einer formalen Gleichheit – durch die Wahl des Materials und der Farben eine Polarität, die eine feine Spannung erzeugt.


Triade I und II von Sofia Horaz. Foto: KB

Gabriele Sappel, Manfred Priller und Sofia Horaz zeigen in dieser Ausstellung eine breite Palette ihrer Arbeiten. Die Werke sind vielfältig und zeugen von ihrer Kreativität und ihrem Schaffensdrang. Als Besucher kann man nur staunen, sich darauf einlassen und dabei die unterschiedlichsten Welten erkunden.

Die Ausstellung ist bis zum 19. April 2026 im Kunst- und Kulturhaus Hausham in der Tegernseer Straße 20a zu besichtigen. Sie ist täglich von 14:00-17:00 Uhr geöffnet.

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