
Premiere in Gmund: Faszination Universum
Elefantenrüsselnebel. Foto: Dominik Magath
Ausstellung in Gmund
Zum heutigen Ostersonntag wollen wir einen Blick ins All werfen und wünschen frohe Ostern! Mit ihrer Ausstellung „Faszination Universum“ in der Raiffeisenbank in Gmund haben Kurt Gmeineder, Dominik Magath und Franz Grafwallner eine spannende Symbiose von Malerei, Fotografie und Technik hergestellt, die Realität und Fantasie vereinen.
Es ist eine Premiere in doppelter Hinsicht. Zum ersten Mal wird Kunst mit Technologie in einer Ausstellung verbunden und zum ersten Mal zeigt der Fotograf und Hobbyastronom Dominik Magath seine faszinierenden Aufnahmen. Alle drei Aussteller, präsentiert von der gmundart, vereint ihre Begeisterung für das Weltall.

Dominik Magath, Kurt Gmeineder und Franz Grafwallner (v.l.) neben Teleskop und Artefakten des Raketenantriebs. Foto: MZ
Schon im Eingangsbereich der Raiffeisenbank ist ein Bild zu sehen, dass die Faszination Kurt Gmeineders für das All zeigt und Besuchende in das Thema einführt. „Das Tal leuchtet“ zeigt einen Blick auf den Tegernsee mit einem Bogen voller glitzernder Sterne. Im Wasser spiegeln sich die Lichter der Laternen an den Uferpromenaden.

Kurt Gmeineder: Das Tal leuchtet. Foto: MZ
Im Obergeschoss empfängt eine kleine Ausstellung aus der Arbeit von Franz Grafwallner. Der Diplomingenieur ist Spezialist für die Antriebstechnik von Weltraumraketen, insbesondere der Wasserstofftechnologie. Er war bei MBB und Airbus beschäftigt und gründete dann seine eigene Firma Energy Technology ET in Ottobrunn, die er bis vor einem Jahr betrieb und die dann mit Kiwa fusionierte.
ET war in Europa führend in der Entwicklung von Flüssiggasantrieb. Franz Grafwallner zeigt in Gmund Objekte aus seinem privaten Museum, unter anderem eine Versuchsbrennkammer einer Ariane Rakete.

Malerei von Kurt Gmeineder rahmt Fotografie von Dominik Magath ein. Foto: MZ
Beim Rundgang durch die Ausstellung, die Malerei und Fotografie abwechselnd zeigt, sagt der Raketentenbauer: „Eigentlich ist das Weltall leer, aber Kurt fokussiert in seinen Bildern den Blick auf einzelne Planeten aus Milliarden von Sternen in der Milchstraße.“ Kurt Gmeineder ergänzt: „Auf 1 x 1,40 Meter sind 20 Lichtjahre eingefangen.“ Würde man mit einer Rakete mit einer Geschwindigkeit von 30 000 Stundenkilometern reisen, wäre man 5 000 Jahre unterwegs. Illusorisch also.

Kurt Gmeineder: Crash mit junger Erde. Foto: MZ
Er habe sich von den Bildern der Raumsonde Roset, Voyager, Galileo, Hubble und James Webb mit ihren fantastischen Aufnahmen des Alls inspirieren lassen und seine Träume des Alls, eine Verbindung von Realität und Kreativität, malerisch umgesetzt. Dazu verwendet der Künstler eine Mischtechnik aus Acryl- und Ölfarbe, kombiniert mit flüssigem Eisen, sowie Wüsten- oder Quarzsand. Der Künstler nimmt ein Bild von der Wand und platziert es am Boden in der richtigen Position.

Faszination Universum in Fotografie und Malerei. Foto: MZ
Zwischen den Bildern des Weltalls, in denen Kurt Gmeieder seiner Fantasie Raum lässt und etwa einen Crash mit einer jungen Erde, den Sog eines schwarzen Loches, eine Doppelspiralgalaxie oder gefährliche Begegnungen im All malte, sind die realen Fotografien des Alls platziert.
Der Astronom und ITler Dominik Magath ist in klarer Nacht stundenlang auf der Isartalsternwarte Königsdorf mit seinem Teleskop, das er in Gmund zeigt, und aufgesetzter Kamera dabei, das Weltall zu fotografieren. „Die Belichtungszeit beträgt 16 Stunden“, erklärt er seine faszinierenden Aufnahmen.

Spiralgalaxie M82. Foto: Dominik Magath
Pro Einzelbild belichte er fünf Minuten und überlagere dann die Bilder am Computer. Er zeigt auf die Fotografie „Elefantenrüsselnebel“, etwa 2400 Lichtjahre von der Erde entfernt und knapp eine Million Jahre alt.
Die Spiralgalaxie M82 ist etwa 12 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt und eine der hellsten Infrarotgalaxien des Alls. Faszinierend auch der „Hantelnebel“, der laut Wikipedia aus einem Roten Riesenstern entstanden ist und 1200 Lichtjahre entfernt von der Erde ist.

Hantelnebel. Foto: MZ
Die Fotografien von Dominik Magath stehen in ihrer Perfektion in keiner Weise denjenigen nach, die von professionellen Forschungsteleskopen gefertigt wurden.
Die Gegenüberstellung dieser „echten“ Weltraumbilder mit den fantastischen Bildern von Kurt Gmeineder machen den Reiz der Ausstellung aus.

Fotografien von Franz Grafwallners Arbeitswelt. Foto: MZ
Ergänzt wird die Präsentation von Fotografien aus der Arbeitswelt des Ingenieurs. Franz Grafwallner zeigt Prüfstände der Weltraumrakete Ariane, Testversuche, auch eine Explosion. Franz Grafwallner zeigt auf ein Foto und sagt: „Das ist der Space Shuttle mit unserem Antrieb auf dem Prüfstand, die NASA musste unser Patent übernehmen.“
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