
EigenArt vergibt Kunstpreis Artus
In der Parkvilla von Bad Heilbrunn ist die Kunstakademie EigenArt zuhause. Foto: Michael Eichhammer
Wettbewerb um Kunstpreis Artus
In diesem Jahr wird die Kunstakademie EigenArt in Bad Heilbrunn 15 Jahre alt. Auch dieses Jahr vergibt sie wieder den Artus-Preis und lädt Künstlerinnen und Künstler dazu ein, sich zu bewerben. Im Interview erzählt Gründerin Katrin Hoerner über Vergangenheit und Gegenwart.
In der idyllischen Gabriel-von-Seidl-Parkvilla mitten im Park von Bad Heilbrunn hat die Kunstakademie ihre Räumlichkeiten. Nachdem sie nach Bad Heilbrunn gezogen war, entstand der Wunsch, etwas vor Ort zu machen und in der schönen Gegend Kunstkurse anzubieten. Katrin Hoerner entdeckte die Villa, als sie vor 15 Jahren nach Bad Heilbrunn zog. „Die Parkvilla stand leer, hier wurde geheiratet oder es fanden hin und wieder Seminare statt.“ Sie habe den Bürgermeister für ihre Idee, eine Kunstakademie zu gründen, gewinnen können und so startete sie 2011 mit einer Sommerakademie.

Akademieleiterin Katrin Hoerner. Foto: Michael Eichhammer
„Es war überhaupt nicht erfolgreich“, erinnert sie sich, aber sie habe entschieden: „Jetzt erst recht.“ Aus einer Künstlerfamilie stammend, hatte Katrin Hoerner Kunstgeschichte, Literaturgeschichte und Kommunikationswissenschaften studiert und war als Journalistin viele Jahre Ressortleiterin eines großen deutschen Nachrichtenmagazins.
„Alle fanden die Idee und die Räume toll“, sagt sie, aber die Teilnehmerzahl sei überschaubar gewesen. Schon im folgenden Jahr aber waren es 20 Kurse mit 150 Teilnehmenden und nachdem sie eine Kooperation mit der Firma boesner startete, ging es steil nach oben.
Ihr Konzept kommt an. „Ich möchte die Akademie frei zugänglich machen, sie soll den Raum zwischen Volkshochschule und staatlicher Kunstakademie ausfüllen und alle diejenigen abholen, die sich nicht trauen, eine Akademie zu besuchen“, erklärt sie. Dabei sei vor allem die persönliche, familiäre Atmosphäre wichtig.

Kursraum der Kunstakademie EigenArt. Foto: Michael Eichhammer
Ebenso wichtig aber seien ihre zahlreichen professionellen Dozenten aus ganz Deutschland, die exklusiv in Bad Heilbrunn Kurse leiten. „Mit unserem umfangreichen Programm und unserer Haltung setzen wir uns von anderen Anbietern ab“, freut sich die Akademieleiterin.
Heute umfasse ihren Kundenkreis mehrere Tausend Teilnehmende, die meisten kämen immer wieder. „Wir haben 70 Prozent Stammpublikum.“
70 Kurse und 50 Dozenten
In diesem Jahr startete die Kunstakademie im Februar und bietet insgesamt 70 Kurse mit 50 Dozentinnen und Dozenten zu den Themen Malerei, Zeichnung, Kalligrafie, Drucktechniken, Skulptur und Objektkunst an. Das Programm richte sich an Autodidakten, die schon Kurse an Volkshochschulen gemacht haben und sich weiterentwickeln wollen, erklärt Katrin Hoerner. „Viele Teilnehmende sind schon halbprofessionell und haben eigene Ausstellungen im öffentlichen Raum, etwa in Benediktbeuern, erklärt sie.
Kurse in kreativem Schreiben
Seit zehn Jahren führe sie die Akademie in Vollzeit, sagt die 59-Jährige. „Ich habe mir zum 50. Geburtstag die Kündigung beim Verlag geschenkt.“ Die Arbeit mache ihr Freude und sie denke nicht ans Aufhören.
Seit einigen Jahren gibt Katrin Hoerner begleitend zu den Kunstkursen Kurse in kreativem und therapeutischem Schreiben. Dazu habe sie eigene Methoden entwickelt, wobei ihr Achtsamkeit besonders wichtig ist. Auch autobiografisches Schreiben, bei dem es auf Reflexion ankomme, und Haikuschreiben sind in ihrem Portfolio.
„Es gibt eine große Schnittmenge mit den Kunstkursen“, betont sie, „kreative Menschen haben eine Lebenshaltung und suchen verschiedene Möglichkeiten sich auszudrücken“.

Die Preisträgerinnen des Artus-Kunstpreises 2025: Cornelia Hesse, Stephanie Kehren und Gerlinde Mair-Heinschink (v.l.) mit dem Kunstpreis. Foto: MZ
Zum zehnten Mal vergibt die Kunstakademie EigenArt in diesem Jahr den Kunstpreis Artus. Der Wettbewerb um den Kunstpreis Artus greift jedes Jahr ein anderes Thema auf, das die Teilnehmenden zur künstlerischen Auseinandersetzung einlädt. Aus allen Einreichungen wählt eine fachkundige Jury Arbeiten aus. Die Endabstimmung findet auf Instagram statt.
Lesetipp: Artus für Loslassen
„Kunst ist Freiheit“ lautet 2026 das Thema des Kunstwettbewerbs. Das Thema ist offen angelegt und lädt zu individuellen, zeitgenössischen Interpretationen ein.
Die Münchner Künstlerin Anni Rieck hat den Preis, eine Bronzeskulptur, gestaltet, der jährlich neu gegossen wird. „Bis jetzt sind schon 200 Bewerbungen eingegangen“, freut sich Katrin Hoerner.