Unternehmen in Holzkirchen leiden unter Wohnraummangel

Anders wohnen

Marktplatz Holzkirchen. Foto: Petra Kurbjuhn

Umfrage in Holzkirchen

Die Bürgerinitiative „Gemeinsam anders wohnen“ startete in den vergangenen vier Wochen eine Umfrage mit dem Titel „Wohnen – ein Standortvorteil?“. Das Ergebnis bestätigt eindeutig den Wohnraummangel in Holzkirchen und ist ein Aufruf an die Marktgemeinde, tätig zu werden.

Vor etwa vier Jahren gründete Sebastian Oppermann zunächst einen lockeren Stammtisch, aus dem die aktive Bürgerinitiative Gemeinsam anders wohnen wurde, die gemeinsam an einem neuen Wohnprojekt für Holzkirchen arbeitet. Die Mitglieder wollen anders zusammenleben, miteinander, füreinander, nachbarschaftlich aber auch selbstbestimmt.

Lesetipp: Von der Schwierigkeit des Wohnens zum anders wohnen

Das Ziel ist der Bau einer Wohnanlage zusammen mit der „MARO Genossenschaft für selbstbestimmtes und nachbarschaftliches Wohnen e.G.“, die schon zahlreiche Projekte um München und im Oberland realisiert hat.

Umfrage bei 230 Unternehmen

Um das Vorhaben voranzubringen und den Marktgemeinderat auf den prekären Wohnraummangel in Holzkirchen aufmerksam zu machen, haben die Mitglieder der Bürgerinitiative jetzt eine Umfrage gestartet und die Ergebnisse ausgewertet.

Angeschrieben wurden rund 230 Holzkirchner Unternehmen, Praxen und Einrichtungen mit der Frage, wie sie die Wohnsituation ihrer Mitarbeiter in Holzkirchen einschätzen und ob sich dies positiv oder negativ auf das Geschäft niederschlägt.

Ergebnisse stehen fest

Fast 10 Prozent haben auf die durch Spenden finanzierte Umfrage reagiert. Mit dieser Quote zeigt sich die Bürgerinitiative insgesamt zufrieden und verweist auf ähnliche Quoten bei privat initiierten Umfragen. Nun stehen die Ergebnisse der Umfrage fest.

Wohnraummangel in Holzkirchen
Umfrageergebnis: Wohnraummangel ist ein Problem. Grafik: Sebastian Oppermann

Insbesondere folgende Antworten nehmen die Marktgemeinde in die Pflicht:
Nur rund ein Fünftel der Befragten schätzen das Wohnungsangebot in Holzkirchen gut ein, zwischen 70 und 90 Prozent stellen dagegen fest, dass der Wohnraummangel sowohl für die Mitarbeiter als auch für das Unternehmen ein reales Problem ist.

Wohnraummangel Grund für unbesetzte Stellen

85 Prozent konstatieren, dass Wohnraum in Holzkirchen zu teuer ist. Knapp die Hälfte gibt an, dass aktuell Mitarbeiter auf Wohnraumsuche sind. Gut zwei Drittel der Unternehmen hat unbesetzte Stellen, der Grund dafür wird neben Fachkräftemangel dem Wohnraummangel zugeschrieben.

Wohnraummangel in Holzkirchen
Umfrageergebnis Standortnachteile für Unternehmen. Grafik: Sebastian Oppermann

Diese nicht förderliche Situation spiegelt sich insgesamt auch in der Frage nach dem Standort wider: 65 Prozent der Unternehmen sehen Standortnachteile in Holzkirchen, die sie auf die aktuelle Wohnraumsituation zurückführen.

Sebastian Oppermann
Der Sprecher der Bürgerinitiative Sebastian Oppermann. Foto: Sebastian Oppermann

„Die Ergebnisse zeigen, dass der Mangel an günstigen Mietwohnungen nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger ein echtes Problem ist, es ist auch ein Problem für den Wirtschaftsstandort Holzkirchen. Mit der Maitz, der Tölzer Straße und einigen weiteren privaten Grundstücken gibt es mit entsprechenden Vorgaben genügend Möglichkeiten eine Offensive für bezahlbaren Wohnraum zu starten. Es müssen ,nur‘ endlich auch Taten folgen,“ fordert Sebastian Oppermann, Sprecher der Bürgerinitiative.

Wohnraummangel Holzkirchen Lageplan
Lageplan Bebauung Tölzer Straße. Foto: Sebastian Oppermann

Das Thema bezahlbarer Wohnraum stand auch im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion von „anders wachsen“ im Dezember 2019. Hier wurden alternative Wohnkonzepte vorgestellt.

Lesetipp: Engagiert Euch für bezahlbaren Wohnraum

In der Diskussion der gut besuchten Veranstaltung kam zum Ausdruck, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Die jetzige Umfrage bestätigt dies.

Die gesamte Auswertung der Umfrage finden Sie auf der Homepage von Gemeinsam anders wohnen.

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