Kerstin Brandes Shanghai über TOBEL Valley

Ausstellung in China

Wuhu liegt ca. 4 Stunden Fahrt westlich von Shanghai in der Provinz Anhui und beherbergt die jährlich stattfindende ‚International Sculpture Exhibition‘. Im Gedenken an den renommierten Bildhauer Liu Kaiqu (1904-1993) hat das ‚China Sculpture Institute‘ 2010 die Auszeichnung ins Leben gerufen. Die Stadt Wuhu hat im Zuge dessen einen Skulpturenpark geschaffen, mit dem ambitionierten Ziel, der größte Chinas, wenn nicht sogar der Welt, zu werden. In eine schöne Landschaft werden die Skulpturen eingefügt, die laut Ausschreibung rund vier Meter Raum einnehmen sollen. Zudem steht der Wettbewerb jedes Jahr unter einem bestimmten Motto. 2015 haben sich die Künstler mit der Stadt Wuhu, seiner Geschichte und Kultur auseinandergesetzt.

Lunar Cycle – Mondphasen

TOBEL hat dafür das Werk ‚Lunar Cycle‘ geschaffen. Eine beeindruckende Skulptur aus hellem, ebenmäßigem Marmor, mit einem Durchmesser von 3 Metern und als fertiges Werk rund 20 Tonnen schwer. Die Arbeit selbst beschreibt die Mondphasen und beinhaltet zunehmenden und abnehmenden Mond sowie Vollmond und Neumond. Sie steht massiv da und vermittelt doch eine Leichtigkeit und Eleganz. Spontan kann man darin das in Asien allgegenwärtige Yin und Yang erkennen. In einem Kreis sind zwei gleich große, jedoch versetzt angeordnete, sich überlappende, fast wie sich gegenseitig umspielende, Mondsicheln herausgearbeitet. Sie wirken nicht statisch, sondern in Bewegung, als könnten sie sich jeden Augenblick verändern ohne dabei ihr Gleichgewicht zu verlieren. Die kreisförmige Anordnung der Sicheln definiert zugleich Vollmond und Neumond.

36 aus Abertausenden

Beachtlich ist das Aufgebot an Künstlern: 6 internationale und 30 chinesische Bildhauer wurden ausgewählt teilzunehmen. Dabei muss erwähnt werden, dass alleine aus dem Ausland über 1000 Bewerbungen vorlagen. Die Vorgehensweise bei der Herstellung der Kunstwerke ist typisch für China: jede der Skulpturen wird in einer Werkstatt in Peking angefertigt. Hierfür stellen die Künstler eine Blaupause oder ein Modell in kleinerem Maßstab zur Verfügung. Während der Fertigung besuchen die Künstler die Werkstätten, um den Prozess zu begleiten. Man fühlt sich ein wenig an die großen Werkstätten berühmter Künstler in Europas Geschichte erinnert. In China ist es vor allem gängige Praxis, da der Stundenlohn eines Arbeiters häufig bei lediglich 2 bis 3 Euro liegt. Dass dies der Qualität jedoch keinen Abbruch tun muss, bestätigt auch TOBEL. Die Bildhauerwerkstätten hätten, laut ihm, seine Skulptur äußerst präzise nach seinem Modell gearbeitet. Dabei stünde man allein durch die Größe und das Gewicht der Arbeit durchaus vor einigen logistischen Problemen.

Wertgeschätzte Skulpturen

Skulpturen sind in China ausserordentlich beliebt und überall anzutreffen: Angefangen bei den fast schon obligatorischen zwei Löwen vor der Haustür, über die religiösen Statuen, oftmals für den Hausaltar, bis hin zur Skulptur oder Plastik im öffentlichen Raum. Einige davon kommen noch immer etwas ideologisch angestaubt daher, manche sind etwas zu verspielt, viele sind jedoch seriöse Werke, gerne auch zeitgenössisch und abstrakt. Sie zieren Parks und öffentliche Plätze, harren aber auch vor Shoppingmalls oder stehen mitunter etwas verloren am Straßenrand – und vielen wird ausreichend Raum in der Landschaft, wie eben in einem Skulpturenpark, gegeben.

www.tobel.org

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