Der Saxophonist vom Tegernsee: Thomas Tomaschek

Saxofonist Thomas Tomaschek

Saxofonist Thomas Tomaschek. Foto:KN
Vor knapp 1000 Zuhörern spielten die Selmer Saxharmonic im Wiener Volkstheater, Höhepunkt der Tournee des Ensembles, das auch am Tegernsee vor knapp zwei Wochen die Zuhörer mit seiner virtuosen einzigartigen Klangwelt begeisterte. Saxophonisten? Also Swing, Jazz, denkt sich so mancher, aber die Gruppierung verstehe sich als Kämpfer, um die klassische Musik mit dem Saxaphon nahe zu bringen, erklärt Thomas Tomaschek, Gründer des Ensembles.

Der Tegernseer hörte als kleiner Junge in München die West Side Story und fand sich am Orchestergraben wieder, wo ihm insbesondere das Saxophon imponierte. Imponierend wurde auch seine Körpergröße von zwei Metern, weshalb er sich für das große Baritonsaxophon entschloss. Dessen tiefer Klang hatte es ihm angetan. Am Tegernseer Gymnasium mischte er schon kräftig in der Big Band mit und studierte letztlich am Richard-Strauss-Konservatorium in München und später in Köln, schloss mit dem Konzertdiplom ab und belegte noch diverse Meisterkurse. Er wirkte in mehreren Sinfonieorchestern mit und gründete das Saxophonquartett „panta rhei“.

Eigens Konzert komponiert für Saxophonquartett

In dieser Formation spielen eine Musikerin und drei Musiker Stücke von Bach bis John Cage, von Dvorak bis Gershwin. „Es fehlen die großen Sonaten“, sagt Tomaschek, schließlich erfand ja Adolphe Sax das Instrument erst 1845, so dass man auf Transkriptionen der älteren Komponisten angewiesen ist oder aber modernere Literatur, wie Berlioz, Ravel, Grieg oder Pärt in der Originalfassung spielt. Dem russischen Komponisten Alexander Tschaikowski gefiel die Musik der vier Saxophonisten so gut, dass er eigens für panta rhei ein Konzert für vier Saxophone und Orchester schrieb, die das Ensemble in Perm uraufführte.

Das Kreuther Oleg-Kagan-Festival, an dem Thomas Tomaschek, der im zweiten Beruf Kulturmanager ist, mit organisiert, war Anlass für die Gründung der Selmer Saxharmonic. Die ehemalige Leiterin Renita Engel-Aschoff und Tomaschek kamen 2006 auf die Idee, eine Zwölferformation ins Leben zu rufen. Der Baritonsaxophonist rief und seine renommierten Musikerkollegen kamen aus ganz Deutschland nach Kreuth, probten eine Woche und hatten ihren ersten fulminanten Auftritt im Ringbergschloss. Sie arbeiten mit Stardirigenten, wie Milan Turkovic zusammen und der Kulturmanager Tomaschek gewann mit Henri Selmer, Nachfolger von Adolphe Sax im Saxophonbau, einen geneigten Sponsor, der sich mit der Formation über den Preis „Echo der Klassik“ 2010 freute.

Seltener Klang des Baritonsaxofon

„Das klassische Saxophon ist eine Spezialecke, aber es ist auch etwas Einzigartiges“, sagt Tomaschek. Und jeder, der einmal dieses neue Klangbild gehört hat, wird es bestätigen. Schließt der Zuhörer die Augen, dann hört er nicht 12 Saxophone, sondern viele andere Instrumente. Und so zeigt die erfolgreiche Tournee vor ausverkauften Häusern von Selmer Saxharmonic, dass deren Musik kein Geheimtipp mehr ist. Eine weitere Tournee im kommenden Jahr soll folgen.

Thomas Tomaschek, der nicht nur Profimusiker und Kulturmanager ist, sondern auch Schüler unterrichtet, sieht seinen Beruf sehr realistisch. „Man muss als Freiberufler kämpfen und am Ball bleiben.“ Der Solistentraum funktioniere höchst selten, aber wenn ein Schüler wirklich aus vollem Herzen Musiker werden wolle, dann empfehle er ihm auch Musik zu studieren. Denn für ihn bedeute der Beruf des Musikers Freiheit und Unabhängigkeit. Und wenn er wie jetzt vor 1000 Leuten in Wien in seinem „hausgemachten“ Orchester spiele, dann „ist ein Traum in Erfüllung gegangen“.

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