Team-Theater Holzkirchen mitreißend beim Hüttenzauber

Es sieht schlimmer aus als es ist: Petra Graban, Stephan Weisz, Thomas Ziegler, Andreas Biberger. Foto: Petra Kurbjuhn

Theater in Holzkirchen

Mit einer köstlichen Inszenierung von Michael Schmirl und reifen schauspielerischen Leistungen überzeugte das Team-Theater Holzkirchen bei seiner Premiere „Hüttenzauber und andere Geheimnisse“ von Heidi Mager.

Schon das aufwendige gut gemachte Bühnenbild (Margarete Kutter und Andreas Biberger) im Foolstheater des Kultur im Oberbräu zeigte, mit welchem Engagement das Team-Theater Holzkirchen sein neues Stück in Szene setzte. Mit dem Schwank von Heid Mager hatte sich das Ensemble eine Komödie ausgesucht, die durch spritzige Dialoge und punktgenaue Pointen besticht.

Schwung, Spannung, Heiterkeit beim Team-Theater Holzkirchen

Mit genauer Beobachtung von Charakterschwächen und Beziehungsproblemen versteht es die Autorin, beim Publikum Wiedererkennungseffekte zu erzeugen. Durch Überzeichnung wird das Ganze urkomisch, ohne platt zu wirken. Michael Schmirl gelingt es, Schwung, Spannung und Heiterkeit gleichermaßen in seiner Inszenierung umzusetzen und die Laienschauspieler typgerecht zu führen, aus jeder Rolle das Wesentliche herauszuarbeiten.

Die Geschichte spielt auf einer Berghütte, auf der sich sehr unterschiedliche Typen, verabredet oder auch nicht, treffen. Birgit möchte einfach nur Romantik und mit einem Hüttenzauber zu Silvester die Ehe aufmöbeln. Petra Graban spielt die beflissene Ehefrau überzeugend geduldig, liebevoll und einfühlsam.

Team-Theater Hüttenzauber
Siegfried (Stephan Weisz) hat für jedes Wehwehchen ein Mittelchen, Birgit (Petra Graban) nimmt es gelassen. Foto: Petra Kurbjuhn

Leicht ist das nicht bei dem miesepetrigen Siegfried. Stephan Weisz ist ein köstlicher eingebildeter Kranker, ein Pessimist erster Klasse, der nur nörgeln kann, der seine Frau das Gepäck schleppen lässt und einen Putzfimmel hat. Hübsch kommt er in der türkisfarbenen langen Unterhose mit Putzwedel daher.

Team-Theater Holzkirchen
Sabine (Anna Kutter) versucht erfolglos ihren Chef (Max Arbeiter) vom Hexenschuss zu erlösen. Foto: Petra Kurbjuhn

Genauso attraktiv ist Hüttenbesitzer Rolf in seiner gelben Unterhose mit Tigermotiv. Schnell hat er sich seiner Kleidung entledigt, hofft er doch auf ein Schäferstündchen mit seiner Sekretärin. Max Arbeiter spielt den typischen Chef, der auf Abenteuer aus ist, routiniert, allerdings erwischt ihn dann der Hexenschuss.

Gestylt und geschäftsmäßig

Sekretärin Sabine ist damit ein Problem los. Anna Kutter überzeugt wieder einmal durch ihre Bühnenpräsenz. Sie spielt die geschäftsmäßige, auf Arbeit eingestellte kühle und gestylte Sabine ebenso perfekt wie die nach mehreren Gläsern Sekt kichernde und stolpernde, ihre Contenance verlierende Sabine.

Lesetipp: Wenn das Lachen im Halse stecken bleibt

Stark und sicher kommt Thomas Ziegler als Kurti daher, auch wenn er es mit der Wahrheit im eigenen Interesse nicht so genau nimmt, hat er doch immer Lösungen für die en masse auftretenden Probleme parat.

Hüttenzauber Team-Theater
Verena (Margarete Kutter) ist plötzlich mit drei halbnackten Männern konfrontiert: Helmut Hermann, Thomas Ziegler, Max Arbeiter) v.l.. Foto: Petra Kurbjuhn

Eins davon ist Verena, Ehefrau von Rolf, die unerwartet auftaucht, um ihren Mann in flagranti zu erwischen. Aber Kurti weiß sehr gut, wie er die Geschichte in die richtige Spur bringt. Margarete Kutter spielt die gesundheitsbewusste, Salat und Tofuhäppchen bereitende Verena in gewohnter sicherer Perfektion und lässt sich auch nicht von saunierenden Männern aus der Ruhe bringen.

Hüttenzauber
Rolf (Max Arbeiter) und Silvia (Victoria Wald) sowie Volker (Helmut Hermann). Foto: Petra Kurbjuhn

Last not least taucht ein turtelndes Pärchen auf. Victoria Wald ist die hübsche und liebenswerte Silvia, während Helmut Hermann als Volker mit seiner Eifersucht nervt und das Geturtele immer wieder zum Kippen bringt.

Der Revierförster

Die wichtigste Person indes ist der Revierförster, der durch unglückliche Umstände auf die Bühne purzelt. Um ihn dreht sich ein großer Teil der Handlung. Andreas Biberger gibt ihm trotz kurzzeitiger Amnesie mit bodenständigem Dialekt Kraft und Selbstbewusstsein.

Herzlicher anhaltender Applaus für eine gelungene Premiere des Team-Theaters Holzkirchen.

Die weiteren Aufführungstermine sind: Sonntag, 10.11., 18 Uhr, Freitag, 15.11., Freitag, 29.11. und Samstag, 30.11. um 20 Uhr. Karten unter www.kultur-im-oberbraeu.de Im Kulturcafé gibt es passend zur Silvesterkomödie einen Silvesterdrink aus Prosecco und Heidelbeerlikör.

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