Offenes Singen in der Weyhalla

Offenes Singen Weyhalla

Initiatorin Anschi Hacklinger mit Weyhalla-Wirt Girgl Ertl. Foto: Andreas Hoernisch

Initiative in Weyarn

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde im Rahmen der Weyarner Kleinkunsttage eine neue Veranstaltung ins Leben gerufen: Das „Offene Singen für Menschen aller Nationen“.

Wie alles begann….

Damals war das Thema „Flüchtlinge“ gerade hochaktuell – viele Menschen aus aller Herren Länder kamen nach Deutschland und wurden einerseits von vielen engagierten Helfern willkommen geheissen und in ihrem Leben im fremden Land unterstützt. Andererseits gab es auch etliche Stimmen (und Taten), die deutlich machten, dass viele Menschen die Neuankömmlinge als Bedrohung empfanden und mit Angst oder auch Abwehr reagierten.

In diesem Klima also überlegte sich der MuKK e.V., ob es möglich wäre, zur Verständigung und Begegnung der verschiedenen Menschen etwas beizutragen. Politisches Engagement ist nicht der Auftrag eines Kulturvereins, wohl aber Vermittlung von Kultur (oder auch von Kulturen?). So wurde die Idee geboren, durch den Rahmen eines Offenen Singens einen Platz anzubieten, der zum Kennenlernen einlädt, zum „sich beschnuppern“, einfach etwas zusammen zu tun, anstatt sich aus der Ferne misstrauisch zu beäugen.

Offenes Singen Weyhalla

Gemeinsames Singen der Nationen. Foto: Andreas Hoernisch

Die entsprechenden Arbeitskreise (auch aus anderen Gemeinden) wurden kontaktiert, um den Flüchtlingen die Gelegenheit zu bieten, an jenem Samstagnachmittag in die Weyhalla zu kommen. Wir waren gespannt auf die Resonanz – und freuten uns sehr, als über 50 Menschen in die Weyhalla kamen. Einheimische, Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, Pakistan und Nigeria, Erwachsene, Kinder, ein bunter Haufen. Es war ein sehr bewegender Nachmittag mit verschiedensten Lieder aus vielen Ländern, der in spontanen Auftritten einiger Jugendlicher aus Syrien gipfelte, die Lieder und Tänze aus ihrer Heimat auf der Bühne darboten.

Wie es weiter geht….

Zeitsprung. Über’s Jahr verteilt fanden ungefähr fünf weitere „Offene Singen“ statt, so auch letzten Sonntag. Die Besucherzahl ist sehr unterschiedlich – jetzt am Sonntag waren ausschließlich „Einheimische“ da, v.a. aus Holzkirchen, Gmund oder auch Vagen.

Offenes Singen Weyhalla

Offenes Singen in der Weyhalla. Foto: Andreas Hoernisch

Über den Grund, warum diesmal so wenig Flüchtlinge dabei waren, können wir nur spekulieren – möglicherweise sind die Arbeitskreise Asyl mittlerweile weniger gut besetzt mit Freiwilligen, die sich um die Organisation kümmern, damit die Flüchtlinge in die Weyhalla und wieder zurück kommen.

Wie auch immer, der Nachmittag stand nach wie vor unter dem Motto „Begegnung“ – wenn schon nicht mit Menschen aus anderen Nationen, dann eben mit sich selbst. Singen ist nämlich nicht immer einfach. Viele Menschen, die eigentlich gerne singen würden, kommen schnell unter Druck und in Stress, wenn sie singen sollen. Sie wollen lieber „erstmal zuhören“ und sind sowieso der Meinung, dass sie nicht singen können.

Singen macht glücklich!

Es darf aber jeder singen! Und: jeder hat nicht nur das Recht, zu singen, sondern jeder sollte es auch tun – wenn er oder sie den Wunsch danach verspürt. Singen ist gesund, beim Singen werden Glückshormone ausgeschüttet und abgesehen davon kann man auch einfach auf die Bewertung pfeifen, die vielleicht einmal ein Musiklehrer abgegeben hat.

Offenes Singen Weyhalla

Logo: Singender Piepmatz. Foto: KN

Aber es ist nicht ganz einfach, und so bin ich als Leitung gefordert, Lieder zu finden, die mit möglichst kleiner Hemmschwelle von allen gesungen werden. Das kann ein bayrischer Evergreen sein wie „Mei Huat, der hod drei Ecken“ (oder waren es doch Löcher?) oder „Heit kommt da Hans zu mir“, aber auch ganz traditionelle Volkslieder wie „Es tönen die Lieder“ oder „Komm lieber Mai und mache“. Und zwischendrin mal wieder ein afrikanischer Kanon. Für mich persönlich ist das gemeinsame Schlussmantra „Namaste“ am schönsten – es verzaubert durch die einfache Melodie, den einfachen Text und so viele Wiederholungen, bis wirklich alle mitsingen. Erst schüchtern, dann immer sicherer.

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