Abgründe im Tegernseer Tal

Cover Quercher und die Thomasnacht

Coverausschnitt. Foto: Grafit Verlag

Neuerscheinung

Heute am 15. August erscheint der neueste Roman von Martin Calsow aus Bad Wiessee. Und genau da spielt er auch. „Quercher und die Thomasnacht“ ist ein regionaler Krimi, aber weit mehr als das.

Nach langer Abwesenheit kehrt Max Quercher an den Tegernsee zurück. Der LKA-Beamte soll die nach Jahrzehnten entdeckten Leiche eines US-Soldaten zurückführen. Was der Ermittler findet, ist spektakulär.

Der Autor machte sich einen Namen mit seinen Thrillern der Lilith-Serie. Spannend, politisch, brisant. Jetzt hat er sich dem Genre Regional-Kriminalroman zugewandt. Aber da geht es nicht mit Lokalkolorit und gemütlich-lustig zu, sondern hier handelt es sich um einen hochpolitischen Roman.

NS-Verstrickungen

Martin Calsow hat ein Thema aufgegriffen, das im Tegernseer Tal gern unter den Teppich gekehrt wird: Die NS-Vergangenheit, die in die Gegenwart hinein reicht. Die Verstrickungen der lokalen Politik und Wirtschaft mit einer realen Leiche, nicht im Keller, aber unter einem Baum, enthüllt Max Quercher Schritt für Schritt.

Cover Quercher und die Thomasnacht
Cover. Foto: Grafit Verlag

Eigentlich will er nichts anderes als in die Frühpension gehen und ziemlich unlustig nimmt er den letzten Fall in seiner Heimatgemeinde Bad Wiessee an, wo Mutter und Schwester noch ansässig sind. Als er feststellen muss, dass der Finder der Leiche sich in seiner Schreinerei selbst enthauptet, wird er stutzig. Und recherchiert und muss um sein Leben bangen.

Talidylle?

Er habe die Geschichte aus der Sicht der Talbewohner, insbesondere der Handwerker geschrieben, sagt Calsow, mit all der Ruppigkeit und Gnadenlosigkeit einerseits und der „Wir helfen uns Mentalität“ andererseits, so wie er es kenne. Die Besucher des Oberlandes glaubten, dass die Idylle des Tales Realität sei. „Aber das ist nicht der Fall, es gibt Existenzängste, Gewalt und Abgründe“, sagt der Autor.

All das vermengt er zu einer Collage, zu der er politisch-wirtschaftliche Brisanz hinzumischt. Und eine Menge Lokales. Das Hotel Lederer, das immerhin Schauplatz des Röhm-Putsches gewesen sei, einen aktuellen Immobilienskandal, die Jod-Schwefel-Bad-Problematik. Und immer wieder Vergangenheit.

Das Buch, einmal angefangen, kann man nicht aus der Hand legen. Wer ist Hannah aus den USA wirklich? Welche Rolle spielt Querchers Chef, der todkranke Pollinger? Wird die türkische Kollegin Arzu überleben? Martin Calsow versteht es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln und mitzunehmen in eine Idylle, die keine ist.

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