Aus der Carnegie Hall ins Oberland

Machado Quartett auf Erfolgskurs in New York.

Machado Quartett auf Erfolgskurs in New York. Foto: Steffen Brunner

Das Machado Quartett war am Jahresanfang in New York. Das Konzert in der Carnegie Hall hat sie beflügelt. Jetzt kommen sie mit ihrem neuen Programm samt neuer Single im Gepäck nach Miesbach. Prominente Verstärkung haben sie auch dabei: Beatbox und Hackbrett. Das klingt unkonventionell und vielversprechend.

Am Samstag, dem 28. Oktober spielen sie im Waitzinger Keller in Miesbach. Zur Einstimmung darauf möchte ich Ihnen den Beitrag aus der 27. Ausgabe der KulturBegegnungen präsentieren. Bei einem Latte Macchiato sprachen wir über New York, „Guitarra Nueva“ und das neue Konzertprogramm.

Stars spielen in der Carnegie Hall

Die rauschhaften Eindrücke vom Konzert in der Carnegie Hall wirken noch nach. Das historische Gebäude sei echt beeindruckend: Umringt von Wolkenkratzern, mit riesigen Kronleuchtern und ehrfurchtgebietenden Fotos an den Wänden. Louis Armstrong, Benny Goodman, Vladimir Horowitz, die Beatles – alle Berühmtheiten aus Jazz, Klassik und Pop haben hier gespielt. Und im Januar 2017 auch Stefanie Kobras, Bernhard Prüflinger, Perry Schack und Ingo Veit aus Bad Tölz.

Machado Quartett beim Konzert in der Carnegie Hall in New York.

Foto: Machado Quartett beim Konzert in der Carnegie Hall in New York. Foto: Steffen Brunner

Natürlich gab es Nervosität und Lampenfieber. Ob dem New Yorker Publikum in eleganter Abendrobe, gewöhnt an Klassische Musik höchster Qualität, ihr eigenwilliger Stil gefallen würde. Und ob es funktionieren würde, mit einer locker-spaßigen Moderation die Barrieren zwischen Musikern und Publikum fallen zu lassen. Es klappte. Das Eis brach rasch, das Publikum war bereits nach dem ersten Stück hellauf begeistert.

Grund dafür dürfte der unnachahmliche Stil des Quartetts sein. Der hatte auch das New York Artist Management überzeugt, das Perry Schack mit seinem Trio Artus bereits zum zweiten Mal eingeladen hatte. Kurzerhand spielte er ihnen eine Demo-CD vor und das Ergebnis war die Einladung.

Von höfischer Musik bis Jazz

Was macht den Stil so einzigartig? „Gitarra Nueva“ nennen sie ihre Gitarrenmusik und zum Erfolgsrezept gehört die Vielfalt ihrer ungewöhnlichen Arrangements. Kaum eines der Stücke wurde ursprünglich für Gitarrenmusik komponiert. Sie arrangieren Tangos von Piazzola, Höfische Musik von Telemann oder zeitgenössischen Jazz komplett neu. Bernhard Prüflinger schreibt jeder Gitarre die Stimme passend auf den Leib. Hinzu kommen Eigenkompositionen wie das Stück „tickin“, bei dem das New Yorker Publikum tosenden Beifall spendete. Das Ticken der Zeit wird durch Bottleneck-Effekte mit einem Weinglas umgesetzt.

Sie arbeiten jedoch nicht einfach nur mit Effekten, betonen Ingo Veit und Perry Schack. Bei jedem Stück recherchieren sie die historische Aufführungspraxis und arbeiten aus dem kreativen Potential die individuellen Möglichkeiten heraus, bis etwas Neues, Eigenständiges entsteht. Plötzlich taucht ein Bogen auf, mit dem die Saiten gestrichen werden, oder erklingen Banjo-Effekte, als Widerhall der Einflüsse von Janitscharenmusik in Mozarts Werken.

Machado Quartett in New York.
Machado Quartett in New York. Foto: Steffen Brunner

Die Vielfältigkeit hat ihren Ursprung in der Unterschiedlichkeit ihrer musikalischen Wurzeln. Stefanie Kobras entstammt der Klassik und Bernhard Prüflinger war Rockmusiker, während Perry Schack ursprünglich vom Jazz kommt und Ingo Veits Spezialgebiet die Alte Musik ist. Die Einflüsse dieser unterschiedlichen Genres fasst Prüflinger in den Arrangements meisterlich zusammen.

Name huldigt Celso Machado

Gefunkt hat es auf Anhieb, als 2009 der Leiter der Musikschule in Bad Tölz seine vier Gitarrenlehrer aufforderte, ein gemeinsames Stück zu spielen. Sie wählten eines des brasilianischen Gitarrenkomponisten Celso Machado – und so war mit der Idee eines Ensembles auch bereits der Name geboren. Die Harmonie war von Anfang an stimmig und auch die Neugier auf die jeweils anderen Stile.

Neukompositionen mit Beatbox und Hackbrett

Das Konzert verspricht spannend zu werden. Das Machado Quartett holt sich musikalische Verstärkung. Mit Special Guest Robert Wolf alias Robeat steht ein Vokalakrobat und europäischer Meister im Beatboxen mit auf der Bühne. Das andere Highlight ist Helmut Bieler-Wendts eigens für Hackbrett und vier Gitarren komponierte Stück „C´est Plim Pa!“ Die Miesbacher Hackbrettkünstlerin Birgit Stolzenburg spielt an der Seite des Machado Quartetts in dieser ungewöhnlichen Konstellation.

Die aktuelle Konzerttour - mit special Guest Robeat.
Die aktuelle Konzerttour – mit special Guest Robeat. Foto: Steffen Brunner

Besonders gespannt sind wir auf die neue Single, die beim Konzert im Waitzinger Keller vorgestellt wird. Sie heißt „Tschick“, wie die Geschichte zweier jugendlicher Außenseiter, die mit einem geklauten Lada das Abenteuer suchen und dabei sich selbst finden. Bernhard Prüflinger hat sich von der mit der mehrfach ausgezeichneten Romanvorlage Wolfgang Herrndorfs inspirieren lassen und einen überraschenden Soundtrack komponiert. Aus der Romanvorlage wird ein musikalischer Roadtrip mit vier Gitarren. Das macht nun erst recht neugierig auf das Konzert. Es klingt ziemlich abenteuerlich. Am besten, wir überzeugen uns selbst vor Ort. Es gib noch ein paar wenige Karten.

Hier ein kleines Vorgeschmackserlebnis zum Reinhören:

Hier gehts zum Artikel über das Konzert des Machado Quartetts im Tegernseer Barocksaal:

Das Konzert des Machado Quartetts mit Birgit Stolzenburg am Hackbrett und Beatbox Meister Robeat findet am Samstag, dem 28.10.2017 um 20 Uhr im Waitzinger Keller in Miesbach statt. Karten gibt es unter 08025 70000 sowie bei Münchenticket

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