Lebensmittel retten

Lebensmittel lieben - und retten: Apfel mit Herz

Anregung zum Nachdenken, wie wir mit Lebensmitteln umgehen. Foto: pixaby

Kolumne zum Thema Ressourcen sparen

Ressourcen sparen, das wär’s. Auch oder gerade im Kleinen. Auf die Politiker schimpfen kann jeder, bei sich selber anfangen ist die größere Herausforderung. Die Autorin nimmt sie an – und je nachdem scheitert sie auch mal, fühlt sich wie der siegreiche David neben dem grossen Goliath oder amüsiert sich über ihre leidenschaftlichen Ambitionen, die Welt zu retten.

Ein Drittel aller Lebensmittel landet auf dem Müll. Die Zahl ist nicht neu und leider seit Jahren auf dem gleichen Niveau – rund 82 kg Lebensmittel werden pro Kopf und Jahr in Deutschland weggeworfen, rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel.

Lieber Foodsharing als wegwerfen
Zu viel Obst und Gemüse wird täglich entsorgt – weil es nicht mehr den Ansprüchen und Normen entspricht. Foto: Anschi Hacklinger

Ja, es gibt einen Beschluss der Vereinten Nationen, dem sich auch die Bundesregierung angeschlossen hat, die weltweiten Nahrungsmittelabfälle pro Kopf im Handel und auf Konsumentenebene bis 2030 zu halbieren sowie die Nahrungsmittelverluste in der Produktions- und Lieferkette zu reduzieren. Immerhin. Trotzdem würde ich mir von seiten der Politik viel mehr Aktivität und Offensivität bei diesem Thema wünschen.

Wie wär’s mit einem Ressourcenministerium?

Ein „Ressourcenministerium“ zu Beispiel, das wär’s. Menschen, die sich ausschließlich damit beschäftigen, wie vorhandene Ressourcen eingespart werden könnten. Strom. Benzin. Öl. Gas. Lebensmittel. Wasser. Pestizide. Man könnte eine Menge Geld und Energie sparen, wenn das, was sowieso schon produziert wurde, nicht verschlampt und vergeudet, sondern vollends verbraucht werden würde.

Ein Drittel weniger Pestizide, weil alle damit erzeugten Lebensmittel verbraucht werden und nicht neu erzeugt werden müssen. Ein Drittel weniger Benzinverbrauch bei Lebensmitteltransporten, weil Lebensmittel nicht erst Tausende von Kilometern durch die Gegend gefahren bzw. geflogen werden, um dann doch in der Mülltonne zu landen. Ein Drittel weniger Energieverbrauch bei der Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln. Was für ein einfacher, naiver, verlockender Gedanke!

Gemüse im Überfluss auf dem Markt - besser: Foodsharing
Gemüse im Überfluss auf dem Markt. Foto: Anschi Hacklinger

Wie immer: bei sich selbst anfangen

Und jetzt: auf zur Selbstreflektion! Woran liegt es, dass ich Lebensmittel wegwerfen muss, weil sie schlecht geworden sind?

Erkenntnis Nummer 1:

Zu früh eingekauft. Nämlich dann, als schon noch Käse im Kühlschrank war, aber man befürchtete, es könne zu wenig sein. Also wurde mehr Käse eingekauft, der Neue gegessen und das alte Stück leider im hinteren Drittel des Kühlschranks ….vergessen. Was dagegen hilft? Erst aufessen, dann einkaufen. Konsequent. Macht nicht immer Spaß, aber möglicherweise erfinderisch. Vielleicht lässt sich ja das trockene Brot in der Pfanne in Olivenöl rösten und alter Käse drüberschmelzen?

Erkenntnis Nummer 2:

Zuviel eingekauft. Weihnachten ist noch nicht so lange her und jeder weiß es – wir alle sind von der diffusen Angst besessen, zu wenig zum Essen daheim zu haben. Deswegen wird lieber zuviel eingekauft und gekocht als zu wenig. Zu wenig Essen bei einer Essenseinladung? Geht gar nicht, denken wir. Doch, geht schon. In Russland gibt es eine Redewendung, dass man immer ein bisschen hungrig vom Tisch aufstehen sollte – und jeder weiß, dass sich das im Gegensatz zu pappsatt besser und lebendiger anfühlt.

Kühlschrankdschungel.
Kühlschrankdschungel. Foto: Anschi Hacklinger

Erkenntnis Nummer 3:

Gewohnheiten hinterfragen. Zum Abendessen gibt’s Brotzeit, das war schon immer so. Vielleicht gibt’s aber eben doch mal vorausschauend Reste vom Mittagessen, weil am nächsten Tag alle unterwegs sind?

Erkenntnis Nummer 4:

Hellsehen. Oft ist absehbar, dass zum Beispiel zuviel Brot in der Brotdose liegt. Die Menge wird keiner essen, es wird zu schimmeln anfangen. Also rechtzeitig ein Stück davon einfrieren. Oder trocknen lassen und zu Croutons für Tomatensuppe schneiden.

Erkenntnis Nummer 5:

Essen hat leider auch mit Vernunft und nicht nur Gelüsten zu tun. Wenn ich vor dem Kochen nur frage „Worauf habe ich Lust?“, bleiben Lebensmittel liegen. Wenn ich es ernst meine mit weniger Lebensmittelverschwendung, muss die Frage „Was sollte verbraucht werden?“ auch einen Platz haben.

Erkenntnis Nummer 6,7,8,9 etc.

…gibt es auch noch – beim nächsten Mal dann. Bis dahin allen Leserinnen und Lesern viel Vergnügen und Inspiration bei der persönlichen Lebensmittelrettungsbilanz!

Das Thema ist damit noch lange nicht erschöpft. Wer sich dafür interessiert und etwas tun will, kann der Gruppe „Foodsharing“ in der Wirkstatt Anders Wachsen beitreten. Kontakt: Anschi Hacklinger, 0152/56383828. Weitere nützliche Links zum Thema:  www.foodsharing.de
www.toogoodtogo.de, www.zugutfuerdietonne.de

 

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