Fiona Eder | Zukunftsforum

Ich glaube, wenn ich jemanden fragen würde, wie er sich die Welt in hundert Jahren vorstellt, würden manche sagen: „Besser!“ Andere würden wahrscheinlich an Science-Fiction-Filme denken und mit leuchtenden Augen von fliegenden Autos, ein Leben auf dem Mars und Aliens, die die Erde erobern wollen, sprechen.

Die Wahrheit ist: Nichts stimmt wirklich. Wobei: Das Leben auf dem Mars wird vielleicht irgendwann in absehbarer Zukunft kommen. Aber derzeit leben wir Menschen noch auf der Erde, wie es schon vor vielen Jahren war. Und eine bessere Welt gibt es auch nicht. Manche Probleme von damals gibt es nicht mehr, aber dafür gibt es andere, neue. Als wäre die Welt eine Maschine, die immer neue Probleme herstellt, um den Lebewesen eine Beschäftigung zu geben. So stelle ich mir es jedenfalls an manch grüblerischem Tag vor.

Aber ich schweife ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, die Welt in hundert Jahren. In der Vergangenheit gab es immer große Probleme, die die Generation beschäftigte. Der zweite Weltkrieg, der kalte Krieg, der Klimawandel, … Und letzteres gibt es leider immer noch. Eine der wichtigsten Dinge, die die ganze Menschheit beschäftigt und für die es immer noch keine Lösung gibt. Die Zeit arbeitet gegen uns. Aber so düster, wie es vielleicht jetzt klingen mag ist es auch wieder nicht. Durch die globale Erderwärmung gab es auch viele neue Entwicklungen und Zusammenarbeiten zwischen verschiedenen Staaten.

Nehmen wir als Beispiel mal den Hyperloop. Vielleicht fragen sie sich jetzt, was zur Hölle bitte ein Hyperloop ist und was so toll an ihm ist. Ich kann es ihnen nicht verübeln. 2020 war es nichts weiter als eine Idee, vielleicht sogar nur ein Hirngespinst, dass sich durch ein kleines Problem als nicht umsetzbar rausstellen könnte. Und schon gar nicht etwas, von dem die meisten wissen, was es ist, geschweige denn wie es funktioniert. Dann lassen sie mich mal versuchen es zu erklären: Flugzeuge gibt es fast nicht mehr, sie werden nur noch in ganz seltenen Fällen eingesetzt. Ihre Umweltbelastung ist einfach zu hoch. Sie wurden bereits im Jahr 2064 abgeschafft, als das 2° Ziel überschritten wurde und die ganzen Wissenschaftler gewarnt haben, dass es bald der Punkt „of no return“ ist, also wo die Erderwärmung nicht mehr zu stoppen ist. Egal was man dann unternommen hätte, die Erde hätte sich immer weiter und weiter hochgeheizt, was man natürlich unter allen Umständen verhindern wollte.

Aber zurück zu den Flugzeugen. Nachdem diese abgeschafft wurden, musste es natürlich ein neues Fortbewegungsmittel geben, dass auch über weite Strecken funktioniert. Damals gab es schon die ersten Prototypen von Hyperloops, in denen schon Menschen befördert wurden, allerdings könnten sie höchstens eine Strecke von Berlin-Paris bewältigen und nicht Berlin-Peking. Doch seitdem hat sich in der Wissenschaft viel getan, es wurde fleißig geforscht und heutzutage kann ich als normaler Bürger ganz einfach mal von München nach Madrid ganz entspannt mit dem Hyperloop reisen, ohne dass die Umwelt großartig belastet wird. Auch wenn für sie das vielleicht noch zu sehr nach schlechtem Science-Fiction-Film klingen mag.

Nur das alleine hätte natürlich auch nicht viel gebracht. Ein wichtiger, weiterer Aspekt ist Autos. Auch die haben sich natürlich weiterentwickelt. Fliegende Autos gibt es allerdings immer noch nicht und ich bezweifele, dass ich das jemals noch erleben werde. Eins gibt es glücklicherweise aber jetzt schon: autonomes Fahren. Wir müssen kein Autofahren mehr lernen, sondern das übernimmt das Auto selbst. Die Forschung hat glücklicherweise schon früh damit angefangen und seit zehn Jahren gibt es jetzt tatsächlich immer mehr Autos, die keinen Fahrer mehr haben. Und alles sind natürlich nur noch E-Autos. Benziner und Diesel Fahrzeuge sind schon seit längerem verboten, da sie so schlechte Abgaswerte haben. Man sieht höchstens mal ein Hybridfahrzeug, aber dafür braucht man eine Sondergenehmigung, die es zum Glück sehr selten gibt.

Die E-Autos werden auch nicht mehr mit Strom aus Kohlewerken betrieben. Dieser stammt jetzt aus regenerativen Energien, meistens Solar- oder Windenergie. Aber wenn so mancher sich jetzt freut und denkt, endlich, auch wir haben schon damals was gegen den Klimawandel getan, muss ich eure Freude leider etwas dämpfen. Tatsächlich hat Deutschland nicht die beste Figur beim Ausstieg aus der Kohle gemacht, ach was rede ich da, eigentlich die ganze Welt nicht. Wie ihr euch jetzt vielleicht schon denken könnt, ist es Deutschland nicht gelungen bis 2038 alle Kohlekraftwerke zu schließen. Es kam nämlich zu sämtlichen Protesten bei den Schließungen, sodass die Regierung letztendlich nachgeben musste und die zahlreichen Schließungen nach hinten verschoben wurden. Was es auch nicht besser gemacht hat, da dies dann einfach 10 Jahre später, nach einem trockenen und heißen Sommer und erneutem drastischen Temperaturanstieg, erfolgt ist.

Auch in der Medizin hat sich einiges getan. Im Jahr 2020 hat die Corona Pandemie begonnen und diese ging tatsächlich auch noch mehrere Jahre weiter, allerdings gab es mit der Zeit immer seltener ein Ausbruch. Vor allem natürlich, weil es mit den Impfungen vorangegangen ist. Aber bevor ihr euch freut, sollte ich euch lieber sagen, dass die Lage erstmals schlimmer wurde, trotz Impfstoff. Es hat sich nämlich in Brasilien eine Mutation entwickelt, die resistent gegen die bisher entwickelten Impfstoffe war. Und noch dazu deutlich aggressiver, fast jede 7. Person ist an dieser Variante gestorben. Doch auch die Unternehmen haben ihre Impfstoffe weiterentwickelt, bis es dann zu einem großen Durchbruch kam: Ein Impfstoff wurde entwickelt, der gegen alle Mutationen schützt. Das Versprechen ist sogar nicht nur gegen vorhandenen, sondern zudem auch noch gegen sich noch entwickelnde. Und das hat die Wissenschaft sehr weit gebracht, es wurde geschafft, die Corona Pandemie weitläufig einzudämmen, in unserer Zeit ist sie komplett ausgerottet. Auch die Wirtschaft konnte sich wieder erholen und sogar die medizinische Infrastruktur wurde auf der ganzen Welt verbessert, sodass inzwischen jeder Bürger, selbst in den abgelegensten Regionen, Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung hat. Und auf der Grundlage des Corona Impfstoffes wurde sogar erreicht, dass ein Impfstoff gegen AIDS gefunden wurde.

Neben der Wissenschaft hat sich aber natürlich auch in der Gesellschaft einiges getan. In einigen Sachen haben wir uns glücklicherweise deutlich verbessert. Nehmen wir als Beispiel mal Diskriminierung. Bei euch erfahren sie Betroffene jeden Tag. Egal ob vom Gesetz, oder die alltägliche Diskriminierung, z.B. von der netten Nachbarin von nebenan, die auf einmal aber das N-Wort „nur so als Scherz“ sagt oder einen lustigen, queer feindlichen Witz erzählt. Bei uns gibt es Rassismus, Sexismus, Queer-Feindlichkeit und auch die meisten anderen Diskriminierungsformen nicht mehr. Bei uns sind alle Menschen gleich und werden auch nicht benachteiligt, unabhängig davon, wen sie lieben, woher die kommen und welchem Geschlecht (oder auch keinem) sie sich zugehörig fühlen, und und und…

Ein weiteres Beispiel ist die Nachhaltigkeit. In Deutschland muss jede Firma die beispielsweise Klamotten herstellt, eine klimaneutrale Ökobilanz haben und auch deren Produkte müssen zu mindestens 50% aus recyceltem Material sein. Natürlich muss in der heutigen Zeit auch noch viel mehr dafür getan werden. Unser Ziel ist es, sofern es möglich ist, alles zu recyceln, möglichst wenig Müll zu produzieren und auch klimaneutral zu leben. Sodass sich die Erde Schritt für Schritt von der Ausbeutung erholen kann.

Ich glaube, wenn mich jemand fragen würde, wie ich mir die Welt in hundert Jahren vorstellen würde, würde ich nicht sagen: „Besser“. Ich könnte auch nicht von Aliens, die die Welt erobern wollen, erzählen, wie in vielen Science-Fiction-Filmen die Rede ist. Aber ich könnte euch von den vielen Sachen erzählen, die sich verändert haben, hoffentlich in die richtige Richtung. Und es gibt immer noch so viel zu tun, um eben die „bessere“ Welt zu schaffen, auch heutzutage immer noch. Aber ich glaube wir sind auf dem richtigen Weg und das ist wichtig. Und es ist nie zu spät damit anzufangen, die Welt Stück für Stück zu einem besseren Ort zu machen. Also: Fangen wir an!

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