Gemeinschaft bei der Erlkamer Hitparade

Erlkamer Hitparade

Tanz in der Halle zur Musik von DJ Chuck Herrmann. Foto: Petra Kurbjuhn

Fest der Integration und Inklusion in Holzkirchen

Ein Rollstuhlfahrer dreht sich rhythmisch zur Musik, schaut glücklich zur Decke. Eine junge Frau tanzt hingegeben mit ihrer Betreuerin, eine Freude beim Zuschauen. Gestern Abend fand das 4. Sommerfest der Bürgerstiftung Holzkirchen und der Regens-Wagner-Stiftung Erlkam statt.

Der Impuls kam vor vier Jahren von Ute Haury vom Stiftungsvorstand. „Mir war es wichtig Barrieren zwischen den Holzkirchner Bürgern und behinderten Mitmenschen abzubauen“, erzählt sie. So sei die Idee entstanden, ein gemeinsames Sommerfest zu organisieren. Unter dem Titel „Karibik in Erlkam“ wurde gemeinsam gefeiert und getanzt.

Erlkamer Hitparade

Ute Haury vom Stiftungsvorstand der Bürgerstiftung Holzkirchen. Foto: Petra Kurbjuhn

Für dieses Jahr hätten sich die Bewohner der Regens-Wagner-Stiftung Schlager und Hits der Vergangenheit gewünscht, sagt Stiftungsvorstand Frank Strathmann. Und seit Wochen werde bereits gebastelt und vorbereitet. Auf den Tischen sind geschmackvolle Sonnenblumengestecke zu sehen, überall sitzen bunt gemischt Holzkirchner und Erlkamer Bürger und die Bewohner der Einrichtung. Später wird es noch bunter, denn mehrere Asylbewerber bereichern die Gästeliste.

Hemmschwellen abbauen

„Wir wollen den Holzkirchnern die Möglichkeit bieten, ihre Hemmschwellen gegenüber Behinderung abzubauen und aber auch den Bewohnern hier etwas bieten“, erläutert Strathmann die Philosophie der Initiative, die offensichtlich allen Beteiligten große Freude macht.

Erlkamer Hitparade

Kathrin Seiler, Leiterin der Erlkamer Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung. Foto: Petra Kurbjuhn

„Unser Bewohner lieben Musik“, sagt Kathrin Seiler, Leiterin der Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung, „ sie tanzen gern und gehen gern auf Feste.“ Aber hier in Erlkam sei es für Menschen mit höherem Hilfebedarf doch praktischer, denn sie kennen sich aus und können sich auch einmal zurückziehen, wenn es zu turbulent wird.

Das gemeinsame Fest mit den Bürgern der Marktgemeinde sei für die Bewohner eine große Freude, sie gingen offen auf die Menschen zu. „Nach 21 Uhr tanzt hier jeder mit jedem“, lacht Kathrin Seiler, „und beim Tanzen ist es leicht, miteinander in Kontakt zu kommen, da funktioniert die nonverbale Kommunikation.“

Erlkamer Hitparade

DJ Chuck Herrmann. Foto: Petra Kurbjuhn

Als wir nach 17 Uhr zur „Erlkamer Hitparade“ kommen, sitzen die meisten Gäste noch draußen an Biertischen und essen und trinken. Gegen 18.30 Uhr aber kommt ein Regenguss und alles strömt in die Halle. Hier stehen üblicherweise Gerätschaften, aber alles wurde leer geräumt, so dass DJ Chuck Herrmann seinen Job tun kann. „Ich freue mich, wenn Behinderte und Nichtbehinderte zusammen kommen“, sagt er und legt die nächste Platte auf.

Erlkamer Hitparade

Dr. Frank Strathmann, Vorsitzender des Stiftungsrates der Bürgerstiftung (Mitte), begrüßt Bürgermeister Olaf von Löwis und Ehefrau Sybille. Foto: Petra Kurbjuhn

Inzwischen sind auch Bürgermeister Olaf von Löwis und Frau Sibylle eingetroffen und mischen sich unter die Feiernden. Herbert und Franz und Frau schleppen Eis von ihrem Eiscafé Franzetti herbei. „Wir haben dieses Jahr einige Partner für die Veranstaltung gewinnen können“, informiert Frank Strathmann. Neben Franzetti sei das die Katholische Kirchengemeinde Holzkirchen-Warngau, „Holzkirchen engagiert“, die Inklusionsinitiative Toms Café und der Innerwheelclub Tegernsee.

Integration und Inklusion

Der Reinerlös aus der Veranstaltung fließe wieder Integrations- und Inklusionsprojekten der Bürgerstiftung zu, betont Strathmann, dem die Kombination aus Integration, also der Einbindung von Asylbewerbern und Inklusion, die Gemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderung an diesem Abend besonders gut gefällt. Und so ist auch der Helferkreis Asyl Mitveranstalter der „Erlkamer Hitparade“.

Inzwischen scheint wieder die Sonne, aber die meisten der Gäste bleiben in der Halle, lachen, tanzen, freuen sich. Ein Bewohner kommt auf uns zu, begrüßt uns per Handschlag, begleitet uns bis zum Auto, weil er einen Müllbeutel wegträgt. So viel Freundlichkeit, Zugewandtheit, schön, das kennen gelernt zu haben.

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