„Die jungen Wilden“ – Die Fotografin Lisa Ploschka

Lisa Ploschka

Ein schöner, aber seltener Anblick, denn so gerne Lisa Ploschka hinter der Kamera steht, so ungerne wird sie selbst zum Motiv. Foto: Lisa Ploschka

Künstlerporträt

Sie sind außergewöhnlich, kreativ und innovativ – in der Reihe „Die jungen Wilden“ stellt KulturVision junge Kunst- und Kulturschaffende sowie Menschen mit tollen Ideen vor, die mit ihren Werken und Persönlichkeiten die Szene aufmischen und einen mit in ihre eigene Welt nehmen. Heute im Porträt: Lisa Ploschka, die mit ihren mystischen Fotografien begeistert.

Sanfte Rauchschwaden ziehen im Hintergrund vorbei und erscheinen erst durch einen einzigen Lichtstrahl der auf sie fällt. Mit einer faszinierenden Anmut blickt die Frau in die Kamera, ihre langen schwarzen Haare fließen über ihre Schulter und landen weich auf ihrem weißen Kostüm. Der große Hut liegt federleicht auf ihrem Kopf und verleiht ihr eine zarte Eleganz. Dies ist nicht etwa die romantische Beschreibung von Lisa Ploschka, sondern einer ihrer wundervollen Fotografien. Wer Melancholie und Mysterium in einem Bild sucht, der findet sich in der Bildergalerie der Haushamerin in einem Paradies wieder. Besondere Momente, so realistisch wie möglich darzustellen – das ist es, was sie den Betrachtern ihrer Fotos ermöglichen möchte. Und dafür reist die 29-Jährige liebend gern um die ganze Welt.

Frau Vietnam
Mystisch und realistisch zugleich ziehen die Fotografien von Lisa Ploschka in ihren Bann. Foto: Lisa Ploschka

Die Welt durch ihre Augen sehen

Südafrika, Mexico, Nepal, Sri Lanka, Iran, Vietnam, Island – das sind nur einige der Länder, welche Lisa Ploschka schon bereist hat. Immer dabei: ihre Fujifilm und ein paar Objektive, „das ist meistens das schwerste an meinem Gepäck“, schmunzelt die sympathische Brünette. Nur mit einem Rucksack und meistens auch alleine stürzt sie sich in die Welten der exotischsten Länder, ohne einen großen Reiseplan zu haben. „Meistens buche ich nur den Hinflug und eine Nacht im Hostel und ab dann versuche ich in dem Land verloren zu gehen“, sagt sie, als ob dies die normalste Art und Weise zu Reisen wäre. Im engen Kontakt mit den Einheimischen und im Fluss der jeweiligen Kultur entstehen für sie die besten Momente für Fotos. Nicht alles schafft es vor ihre Linse, „aber wenn es interessant ist, dann kann ich eine Sache auch stundenlang aus jeglichen Perspektiven fotografieren.“ Wie etwa die faszinierend bunten Decken der Moscheen im Iran, in deren berauschend schönem Anblick man sich völlig verlieren möchte. Oder der atemberaubende Anblick der Salzterrassen in Bolivien, die sich in ihren hellen Farben und akkuraten Anordnungen vom roten, rauen Berg im Hintergrund absetzen.

Saltterasse Bolivien
Lisa Ploschka weiß die verschiedensten Motive gekonnt in Szene zu setzen, wie auch hier die Salzterrassen in Bolivien. Foto: Lisa Ploschka

Das Besondere in jeder Fotografie

Nicht nur das Objekt selbst, sondern auch der Hintergrund in jedem Bild ist Ploschka, die Fotografie und Mediendesign in München studiert hat, enorm wichtig. „Ein fließender Übergang und ein schönes Bokeh sind sehr wichtig“, findet die 29-Jährige. Plumpe Postkartenlandschaften sucht man bei ihr vergebens. Dafür findet sich in jedem ihrer Bilder eine ganz besondere Stimmung wieder – auch in den gegensätzlichen Landschaften vom Annapurna Basecamp in Nepal und der Steppe in Lesotho im südlichen Afrika. Jedes ihrer Bilder nimmt einen mit auf die Reise, lässt einen tief in das jeweilige Land eintauchen und vermittelt eine nachwirkende Melancholie, der man sich schwer entziehen kann. Gestellte Szenerien sind nichts für die Haushamerin: „Hochzeitsfotografie wäre nichts für mich“, schmunzelt sie. Auch grelle Farben und typische Fotomotive halten dem vor allem selbstkritischen Blick der Fotografin nicht stand.

Lisa Ploschka lesotho
In jeder Fotografie schwingt eine gewisse Melancholie mit und lässt einen tief in die Umgebung, wie etwa in die Steppen von Lesotho, eintauchen. Foto: Lisa Ploschka

„Ich möchte mit meinen Bildern etwas bewegen.“

Egal wie weit sie sich auf ihren Reisen von ihrer Heimat wegbewegt, „ich komme immer wieder gerne nach Hause“, sagt Ploschka. Allein für ihre Fotografie birgt die bayerische Region so manchen Schatz. „Die Jahreszeiten und die Berge sind einfach toll. Man kann jeden Tag einen anderen besteigen und sieht trotzdem immer etwas Neues“, erklärt die Haushamerin. Aber es gibt auch Plätze, an die sie immer wieder zurückkehrt, um die kleinsten Details mit ihrer Kamera in den verschiedensten Lichtverhältnissen einzufangen. Doch nach einiger Zeit bricht das Fernweh wieder durch und sie muss wieder ihren Rucksack packen und raus in die Welt. „Wenn ich von der Fotografie leben könnte, würde ich reisen“, erklärt die 29-Jährige mit verträumtem Blick. Doch wer jetzt an einen ewigen Globetrotter ohne Aufgabe und Ziel denkt, irrt gewaltig. Denn die zierliche Brünette hat einen Traumjob: Fotografin in Krisengebieten. „Da bringt Fotografie noch wirklich etwas“, sagt sie bestimmt und man glaubt ihr diesen Traum auf Anhieb. Bis sich dieser aber in die Realität umsetzen lässt, reist Lisa Ploschka noch ein bisschen um die Welt – etwa in den Libanon, die Mongolei, nach Namibia und Patagonien – und verzaubert uns mit ihren faszinierenden Fotografien.

Foto Lisa Ploschka
Egal ob zuhause in Bayern oder auf Sri Lanka, Lisa Ploschka liebt es Fotomotive in der Natur zu finden und in ihrem besonderen Stil abzulichten. Foto: Lisa Ploschka

Zum Weiterlesen: „Die jungen Wilden“: Das Musikerportal Jampool

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