Let it shine

Chor Dissonanzen

Chorauftritt in der Christuskirche. Foto: Hannah Miska.

Konzert in Schliersee

Der Parsberger Chor Dissonanzen feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag. Aus Anlass des Jubiläums hat der Chor ein neues Programm einstudiert – die Premiere fand am 2. Juni in der Christuskirche Schliersee statt.

Sonntagabend, der Ausklang eines herrlichen Sommertags, jetzt etwas auf den Grill werfen und ein kühles Bier trinken. Wer geht an so einem Sommerabend schon zu einem Konzert in die Kirche?

Nicht wenige jedenfalls. Etwa 60 Leute saßen in der Christuskirche in Schliersee, als pünktlich nach dem 20.00 Uhr- Glockengeläute der Chor einzog – von zwei Eingängen kommend: die Tenöre und Bässe von rechts, die Sopranistinnen und Altistinnen von links. Vorn saß Florian Brand, spielte Bachs Bourreé auf der Gitarre und der Chor zog mit feierlichem „ba-da-dam“ ein und stellte sich auf: ein wunderschöner Auftakt, gefolgt von dem fröhlichen, von Fingerschnipsen begleitetem Gospel „I’m gonna sing“. Mehr war nicht nötig, um das Publikum zu gewinnen, das auch prompt klatschte – obwohl man mit dem Klatschen ja immer etwas zögerlich ist in einer Kirche. Darf man oder darf man nicht? Man durfte, selbst Christus unter dem Kuppelfenster schien zustimmend zu lächeln.

Von Mozart bis Mawby

Der Chorleiter Hans Peljak moderierte jedes neue Stück an. Das Programm war gut gemischt, geistliche Musik wechselte sich mit weltlicher Musik, neben Mendelssohn-Bartholdys berühmtem Lied „Abschied vom Walde“ oder einer Motette von Mozart, die er im Alter von neun Jahren komponiert hatte, gab es auch Zeitgenössisches – so zum Beispiel ein stimmgewaltiges Kyrie aus einer modernen Messe von Stefan Trenner oder das komplexe Gloria aus einer Messe von Colin Mawby, dem langjährigen Leiter der Kirchenmusik an der Westminster Cathedral.

Chor Dissonanzen
Neues Programm der Dissonanzen. Foto: Hannah Miska

Harmonie und Gänsehaut

Der Parsberger Chor „Dissonanzen“ feiert dieses Jahr sein 25jähriges Jubiläum. Mit dem Konzert in der Christuskirche führte er – erstmals – sein neues Programm auf. „Wir müssen noch ein bisschen üben“, meinte einer der Sänger nach dem Konzert, und eine der Sängerinnen fragte ihren Chorleiter „Waren wir gut?“.

Wir haben die Antwort des Chorleiters nicht gehört aber liebe Chormitglieder: das Publikum war begeistert. Der Chor hat einen gewaltigen Stimmumfang und harmoniert selbst in den Dissonanzen, das Repertoire ist abwechslungsreich und macht Spaß. Und wenn dann überdies bekannte Lieder wie Leonard Cohens „Hallelujah“ erklingen, bekommt das Ganze noch einen Gänsehautfaktor obendrauf.

Funken im Herzen

Der Chor ist vor 25 Jahren als gemischter Jugendchor von Hans Peljak, der am Mozarteum in Salzburg Gesang, Gesangspädagogik und Dirigieren studierte, aus der Taufe gehoben worden. Inzwischen ist es kein Jugendchor mehr und es gibt viele neue Gesichter unter den Chormitgliedern. „Aber“, so sagt der Miesbacher Chorleiter, der noch weitere Chöre im Oberland leitet, nicht ohne Stolz in der Stimme, „es gibt etliche Chormitglieder der ersten Stunde, die nach einer mehrjährigen Familienpause wieder in den Chor zurückgekehrt sind.“

Chor Dissonanzen
Hans Peljak dirigiert die Dissonanzen mit Florian Brand an der Gitarre. Foto: Hannah Miska

Es gab Applaus nach jedem Stück und nachdem das letzte Lied verklungen war, gab es prompt Rufe nach einer Zugabe. Hans Peljak und die „Dissonanzen“ waren vorbereitet: Sie sangen den schönen Gospel-Gassenhauer „Let it shine“.

Pfarrerin Melanie Striebeck, die ihr wunderschönes Gotteshaus für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat, verabschiedete die Besucher in der Hoffnung, mit der Musik einen Funken in ihren Herzen angezündet zu haben. Daran besteht kein Zweifel.

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