Vom Himmel hoch da komm ich her

Adventskonzert der Kammerphilharmonie dacapo

Blumen gab es an diesem Abend nicht nur für den Dirigenten. Foto: Antonie Huber

Konzert in Tegernsee

… ich bring’ euch gute neue Mär. Nicht nur Neue, sondern vor allem Alte Musik stand auf dem Programm des Adventskonzertes der Kammerphilharmonie dacapo im Tegernseer Barocksaal. Ein vorweihnachtliches Konzert der ganz besonderen Art – denn das Gefühl der Liebe war hier allgegenwärtig.

Es ist Abend. Dunkel und nass. Wenn es noch ein paar Grad kälter wäre, würde es leise vor sich hin schneien. Entlang der Straße in Tegernsee stehen viele beleuchtete Bäumchen. Hier hat die Adventszeit schon begonnen. Und im Barocksaal des Gymnasiums Tegernsee lässt sich das Publikum wohl endgültig auf die besinnliche Zeit einstimmen.

Dirigent Franz Schottky führt charmant durchs Programm
Dirigent Franz Schottky führte charmant durchs Programm. Foto: Antonie Huber

Franz Schottky, Dirigent der Kammerphilharmonie dacapo, brachte mit seinem Orchester eine außerordentlich herzliche und wohlige Stimmung ins Tegernseer Tal. In seiner charmanten Art legte er den Zuhörern, für jedermann verständlich, ein paar wenige grundlegende Details der verschiedenen Stücke und ihrer Komponisten dar.

Weihnachten – die Zeit der Liebe

Auf dem Programm standen überwiegend barocke und klassische Kompositionen. Das Orchester verzauberte das Publikum ab der ersten Sekunde durch ihre gefühlvollen und doch gefühlsreichen Klangwelten. Ganz im Sinne der Advents- und Weihnachtszeit, fühlte sich der Zuhörer durchweg wie in einem wohligen Kokon der Liebe.

Großartiges Orchester

Die 16 Musiker bildeten stets eine kunstvolle Einheit. Sie musizierten auf Augenhöhe. Und doch durfte eine kleine Gruppe herausstechen. Konzertmeisterin Tamara Fiala, Stimmführerin der 2. Violine Yulia Miropolskaya, 1. Cellist Gregor Babica und Cembalist Stefan Moser. In Arcangelo Corellis Weihnachts-Concerto Grosso bildeten die vier ein solistisches Concertino, das gegenüber dem übrigen Orchester hervortritt. Dass abendländische Musik und das Geigenspiel Tamara Fialas Passion ist, konnte der Zuhörer den gesamten Abend über miterleben.

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Violinsolistin Sania Cheong
Violinsolistin Sania Cheong. Foto: Antonie Huber

Zwei weitere Solisten bereicherten den Konzertabend in Tegernsee maßgeblich. An der Violine zeigte Sania Cheong, dass sie bereits in ihren jungen Jahren ihr Instrument perfekt beherrscht. Bei ihrem Einsatz brachte sie viel Schwung in das Violinkonzert in C-Dur von Joseph Haydn. Auswendig meisterte sie schnellste Passagen wie eine leichte Übung, spielte Doppelgriffe, Triller und viel Vibrato. Und griff in ihren Schlusskadenzen vorangegangene Themen auf, um sie zu einer kleinen Einheit zu verflechten. Einen winzigen Aussetzer verzieh ihr das Publikum ganz leicht, zumal sie schnell wieder zur alten Perfektion zurückfand. Zur Anerkennung gab es großen Applaus und einen üppigen Blumenstrauß.

Solo-Trompeter Paolo Fazio
Solo-Trompeter Paolo Fazio. Foto: Antonie Huber

Als zweiten Solisten hatte die Kammerphilharmonie dacapo ihren Solo-Trompeter Paolo Fazio mitgebracht. In Georg Philipp Telemanns Sonata in D-Dur für Trompete, Streicher und Continuo erzeugte der Solist Fanfaren-artige Hymnen an seiner Piccolotrompete. Luftige, präzise Läufe, aber auch dichte, melodiöse Themen zeichneten Paolo Fazios musikalisches Können aus.

Zum Schluss eine kleine Überraschung

Traditionell habe dacapo immer auch ein ‚wohlklingendes Stück‘ im Gepäck. Und so freute sich Franz Schottky besonders, den Konzertabend mit einer Serenade für Streichorchester von Mieczysław Karłowicz abzurunden. Dieser relativ unbekannte polnische Komponist habe in seinem kurzen Leben – er wurde nur 32 Jahre alt – eine reiche Auswahl wunderbarer Musik geschaffen, die an Wagner und Strauß erinnert. Romantische Chromatik, warme Tiefe in Cello und Kontrabass, weiche Höhe der Violinen und gesteigerte Dramatik ließen dem Zuhörer seinen eigenen Interpretationen freien Lauf. Und auch der Dirigent tauchte vollends in die Musik ein, indem er sein Orchester – ohne Noten – völlig frei leitete.

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