
„Alois, Alooohis, Aloiiiiiis ….“
Die beiden Künstler Maria Hafner und Florian Burgmayr im Tannerhof. Foto: CS
Konzert im Tannerhof in Bayrischzell
Im Tannerhof in Bayrischzell kam das Publikum in den Genuss von etwas ganz Besonderem: Das Künstlerduo HafnerBurgmayr trat mit seinem Programm „alois oder nichts“ auf und unterhielt das Publikum mit hintersinnigen, aber auch dada-artigen Gedichten und Liedern. Ein wortwitziger und poetischer Abend zum Schmunzeln und Genießen.
„Alois lebt in Gedanken auf einem Fixstern ohne Schranken“, singt Maria Hafner mit ihrer kräftigen Stimme. Im blauen Overall und Glitzerstiefeln steht die Schauspielerin und Musikerin auf der Bühne des Hotel Tannerhof in Bayrischzell, das für sein feines Kulturprogramm bekannt ist. Sie singt, trägt zungenbrecherische, absurde Texte und Gedichte vor und spielt Bratsche dazu.
Neben ihr am E-Piano sitzt Florian Burgmayr, ebenfalls im dunklen Overall. Der gebürtige Draxlhamer ist ein musikalisches Multitalent, der neben Klavier auch Tuba und Akkordeon spielt und ein gefragter Begleiter für Liederabende und Lesungen ist. Außerdem hat er sich als Bühnenmusiker und Komponist an renommierten Schauspielhäusern wie dem Bayerischen Staatschauspiel einen Namen gemacht. Auch Kurzfilme und Hörspiele hat er schon vertont, wie etwa Folgen des legendären „Dr. Döblingers geschmackvolles Kasperltheater“. Ein weiterer Pluspunkt: seine tiefe und kräftige Stimme, die regelmäßig an diesem Abend zum Einsatz kommt.
HafnerBurgmayr feierte 2024 seine Bühnenpremiere
Als Duo HafnerBurgmayr treten die beiden erst seit knapp zwei Jahren auf. „Wir haben im Februar 2024 im Theater HochX in München Premiere gefeiert“, erzählt Florian Burgmayr im Gespräch mit KulturVision. Doch schon davor arbeiteten die beiden Vollblut-Künstler in unterschiedlichen Konstellationen zusammen: „Wir kennen uns seit über 20 Jahren und hatten schon viele gemeinsame Projekte, wie etwa am Residenztheater in München“, erzählt er weiter.

Die beiden Multitalente Maria Hafner und Florian Burgmayr spielen und singen zusammen. Foto: CS
„Ülü nöflsinöf nöfslülülü nöfslülünü …“, spricht Maria Hafner vor, die über eine unglaublich starke Bühnenpräsenz verfügt. Die freischaffende Musikerin und Schauspielerin, die in München lebt, war schon in vielen Produktionen am Residenztheater, Volkstheater, Metropoltheater und den Kammerspielen zu sehen. Auch aus Film- und Fernsehproduktionen wie „Zwei Herren im Anzug“ und „Die letzte Sau“ kennt man sie. Bei ihren Musikprojekten wie „Maria Hafner & Theresa Loibl“ und „Parkdeck 6“ bewegt sie sich zwischen Lyrik, elektronischer Musik und Blues.
Texte und Songs von HafnerBurgmayr aus eigener Feder
„…nöfslülü öfflisöff öffülüü“, spricht Maria Hafner weiter. Sich solche Texte einzuprägen und sie mit Leichtigkeit vorzutragen, gehört nicht zu den einfachsten Aufgaben. Denn improvisiert wird dabei nicht: „An diesen Dada-Texten haben wir lange geübt, jeder Buchstabe ist notiert und der Rhythmus vorgegeben“, erzählt Florian Burgmayr. „Wenn es beliebig wird, ist diese Art von Humor auch nicht lustig“, schickt er nach. Eine schauspielerische Höchstleistung von Maria Hafner also.
Die Texte, die HafnerBurgmayr in ihrem Bühnenprogramm „alois oder nichts“ präsentieren, stammen aus der Feder von Florian Burgmayr selbst, der seine Kreationen als „mimpfmöh“ bezeichnet. Viele davon sind bereits mit gleichnamigem Titel 2020 in Druck bei Mosel & Tschechow erschienen. Auf die Frage, was ihn zu solchen Texten und Liedern inspiriert, sagt er: „Lust und Laune!“ Als Komponist sitze er viel in Cafés und schreibe Noten, da hätte er einfach auch Lust gehabt, Text dazu zu kombinieren. Inspiriert hat ihn Maria Hafner dazu, als sie mit Theresa Loibl zusammen dadaistische Lyrik auf der Bühne präsentierte.
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Ihr Programm haben die beiden Künstler mit dem Theaterregisseur Robert Gerloff erarbeitet, der an vielen großen Theatern wirkt – vom Düsseldorfer Schauspielhaus bis zum Wiener Volkstheater. „Es hat gedauert, bis wir unsere Form gefunden haben, aber mit Robert haben wir ganz viel aussortiert und einen festen Ablauf für die 70 Minuten gefunden“, sagt Florian Burgmayr.
„Alhöpplerei mi lüei lammsu“ zum Mitsingen fürs Publikum
Sogar das Publikum kommt in den Genuss, mitzumachen und gleichzeitig selbst zu erfahren, wie schwer es ist, solche Texte wiederzugeben. „Alhöpplerei mi lüei lammsu“, fordert Maria Haffner alle auf, nachzusprechen. Das Publikum gibt sein Bestes, gerät aber ins Schlingern. Vor allem als noch „pli wla wlü mh… sa nüa suh“ hinzukommt und es mit der Ergänzung „höpplerei pli wüei sammlu mli mla mlü prrs fü la lü lö… plü plo“ noch gesungen werden soll. Großer Applaus und Begeisterung aus dem Publikum für diese phantasievollen und poetischen Wortschöpfungen, die Maria Hafner mitreißend vorträgt.
Genossen den Applaus des Publikums: Florian Burgmayr und Maria Hafner. Foto: CS
„Es macht mir unglaublich viel Spaß, diese musikalischen Kleinode von und mit Florian Burgmayr zu singen und zu spielen, egal ob Musik, Lied oder Gedicht“, bestätigt sie. Die schnellen Wechsel der Stimmungen, die zu erzählenden Geschichten, die mit wenigen Worten beschrieben sind, seien eine großartige Herausforderung, betont sie. Auch Florian Burgmayr hat seine Freude daran: „Wir genießen jeden Laut!“
Das tut auch das Publikum: Nach tosendem Applaus singen die beiden noch den Song „Streichle Blumen“ als Zugabe. Darin heißt es: „Streichle Blumen, streichle Blumen im Moment, denn wenn der Sommer kommt, ist auch der Winter nicht mehr weit“ – ein launiger Song zum Mitwippen. Das Publikum will noch mehr hören und fordert als zweite Zugabe das Lied mit dem Refrain „Wenn ich ein Butterbrot wäre, liefe alles wie geschmiert“. Ein mehr als sinniger Abschluss eines pfiffigen und anregenden Bühnenabends.