Ivana de Faveri: Ordnung oder Chaos?

Ivana de Faveri - Danke für Picasso

Foto: Petra Kurbjuhn

Neuerscheinung auf dem Buchmarkt

Was treiben Bodo, Sven, Diana, Ines, Emma, Laura, Günter und Frau Goldmann auf dem Münchner Hauptbahnhof? Welche Rolle spielt der rote Trolley? Ivana de Faveri aus Otterfing lässt in ihrer zweiten Publikation die Puppen tanzen.

„Danke für Picasso“ nennt Ivana de Faveri die 151 Seiten umfassende Erzählung in Einzelepisoden, aus denen der Leser herauszufinden muss, was der ordnungswütige Bodo vom Fundbüro plant. Für ihn ist Ordnung nicht das halbe, sondern das ganze Leben. Und so erträgt er es nicht, dass ein Schuh ohne seinen Partner in sein Blickfeld gerät, als er auf den Zug nach München wartet. Als er den zweiten entdeckt, hechtet er vor dem einfahrend Zug nach dem Schuh, überlebt und landet im Krankenhaus.

Dort wird er zum Albtraum für das Personal, denn er moniert die ungerade Anzahl von Erbsen beim Mittagessen ebenso wie die fehlenden Buchstaben „I“und „U“ in der Buchstabensuppe, und überhaupt, wer hat das Alphabet sortiert, warum kommt das „M“ vor dem „N“? Ivana de Faveri ist Mathematikerin und ihre Liebe zu Zahlen und Logik hat sie auch in diesem Buch eingesetzt.

Eine Dreierbeziehung

Bodo und Krankenschwester Ines sind eine Paarung in dem Buch, die die Autorin zusammenführt. Eine zweite Paarung sind der Stellwerksleiter Sven, der unter dramatischen Albträumen der Fehlbedienung leidet, seine Freundin Emma und Rebecca Goldmann, die Psychologin. Dazu gesellt sich noch Rolf Bock, der Lokomotivführer in brisanter Situation.

Allerdings gibt es auch die Querverbindung von Ines zur Psychologin, denn Bodo hat sie an den Rand eines Nervenzusammenbruchs gebracht.

Die dritte Paarung besteht aus drei Personen. Günter nämlich hat eine Geliebte Diana, mit der er sich zu Schäferstündchen trifft. Als seine Frau Laura dahinter kommt, nimmt sie sein Handy an sich und die Korrespondenz mit der Nebenbuhlerin wird zu einem Spiel mit dem Feuer. Und dann ist da noch die Frau in Schwarz, eine Krähe und eben der rote Trolley, der den Münchner Hauptbahnhof zu einer Sperrzone macht. Das Schäferstündchen mit Diana, geplant von Günter und präzisiert von seiner Frau Laura, ist in mehrfacher Hinsicht in Gefahr.

Ivana de Faveris ausgeklügelte Sprache

Ivana de Faveri wählt eine knappe, zuweilen ungewohnte aber augeklügelte Sprache, mit Bildern und Metaphern und dem Leser wird empfohlen dran zu bleiben, um den roten Faden nicht zu verlieren. Hat man sich eingelesen, wird die Lektüre spannend und vergnüglich. Man findet so schöne Bemerkungen, wie die Antwort von Bodo auf Svens Frage: „Was vergessen die Leute am meisten?“ „Ihren Überfluss. Was die Menschen vergessen, brauchen sie nicht wirklich.“

Und dann erschließt sich auch die Botschaft des Buches. Was ist stärker? Ordnung oder Chaos? Bodo hat panische Angst, dem Chaos ausgeliefert zu sein und sagt: „Eine Banalität kann uns ins Chaos“ stürzen. Und wird selbst tätig.

Ivana de Faveri hat ihre Figuren wieder wie in ihrem ersten Roman „Wer hat Aida ermordet?“ skurill gezeichnet, ihre Verknüpfungen hin zu dem großen Finale sind fein gestrickt und wie das Titelbild zeigt, spielt der rote Trolley eine nicht unerhebliche Rolle in all dem Chaos.

Das Buch ist hier erhältlich.

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