
Hoch statt breit
Ben Blaskovic produziert und spielt mit in dem Vertical Drama „Yes!“, für das er auch das Drehbuch verfasste. Foto: Victus Films, Nicolai Roman Blaskovic
Ben Blaskovic produziert neues Serienformat
Ein bis zwei Minuten lang sind die Folgen und gedreht wird im Hochformat: Vertical Dramas stellen ein neues Bewegtbildformat dar, das stark im Kommen ist. Auch Ben Blaskovic, Schlierseer Schauspieler, Regisseur und Produzent, steigt mit einer hochkarätig besetzten Serie in den Markt der Vertical Dramas ein.
Fünf Tage dauerte der Dreh am Schliersee, dann waren die 60 Folgen im Kasten. Ein einziger Ort genügte Ben Blaskovic, CEO der Produktionsfirma Victus Films und selbst Schauspieler. An seiner Vertical Drama-Produktion „Yes!“ (Regie: Laura Thies) war er in all diesen Rollen beteiligt. Die extreme Reduktion von Ressourcen, materiell wie immateriell, nennt der gebürtige Schlierseer als einen der Vorteile der Vertical Dramas: „Man kann schnell schreiben und braucht wenig Bühnenbild“, betont der 37-Jährige. Den Schliersee habe man dabei auch wegen der Bergkulisse als Drehort gewählt, verrät Ben Blaskovic. Schließlich heben sich Berge vor allem dadurch hervor, dass sie vertikal in die Höhe schießen – und damit sind sie bestens geeignet für das Format der Vertical Dramas.

Standfotografie
Umsatzstark
Dahinter verbirgt sich ein Bewegtbildformat, das an den Sehgewohnheiten vor allem jüngerer Zuschauer ausgerichtet ist. Diese konsumieren Filme und Serien (kurz: Content) vermehrt an ihrem Smartphone und das ist häufig im Hochkantformat gestaltet – also vertikal. Für ein optimales Seherlebnis muss demnach auch der Content an diesem Format ausgerichtet sein (Format 9:16). Und wer vor allem in die Höhe filmt und mit der Kamera nur wenig links und rechts vom Protagonisten vor der Kamera einfangen muss, produziert demnach direkt für dieses Seherlebnis. Die wirtschaftliche Bedeutung der Vertical oder auch Micro Dramas nimmt deutlich zu: Für 2026 wird der Umsatz global auf 16 Milliarden Dollar geschätzt, erwartet wird bis 2030 eine Steigerung auf 26 Milliarden Dollar, berichtet Liza Marie Heuring für das Mediennetzwerk Bayern.
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Drama und Mystery
Ein Grund dafür ist für Ben Blaskovic, dass sich die für das hochformatige Sehen produzierten Serien für das Branding, also das Platzieren von Markenbotschaften, eignen. So sind auch in der Serie „Yes!“, die Ben Blaskovic am Schliersee produziert hat, zwei Luxusmarken Teil der Handlung. Über die verrät Ben Blaskovic nur, dass es um eine Hochzeit geht, in der nicht „Ja“ gesagt wird. „Es passieren dort Dinge, die man nicht auf seiner eigenen Hochzeit haben will“, sagt der Schauspieler. Drama gebe es dabei genauso wie auch Mystery. Und die Besetzung passe zur Geschichte, ergänzt Ben Blaskovic. An Bord sind neben ihm selbst auch die als Influencerin bekannte Cathy Hummels, Dominik Gruber („Germany’s Next Topmodel“) und Jennifer Montero.

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Interesse ist da
Die Idee dazu, mit „Yes!“ ein Vertical Drama zu machen, habe er 2025 entwickelt, erinnert sich Ben Blaskovic: „Wir haben mit Victus Films ein Social Media-Beitrag für ein Trachtenhaus gedreht, dabei habe ich Blut geleckt für dieses Format“. Erfahrungen mit Daily Soaps, also Serien, die fortlaufend neue Folgen in großer Zahl herausbringen, hat der Schauspieler etwa aus seiner Mitwirkung bei „Rote Rosen“ (ARD). Auch das habe bei ihm die Lust auf Vertical Dramas geweckt. Dass sich damit eine Sehgewohnheit etabliert, die mit Nachteilen verbunden ist, steht für Ben Blaskovic nicht im Vordergrund. Kritiker argumentieren, dass Social Media negative Auswirkungen auf die Fähigkeit hat, aufmerksam auch schwierigeren Inhalten zu folgen. „Ich möchte Menschen nicht dazu erziehen, wie sie schauen sollen. Wir produzieren für etwas, was ja schon da ist, nämlich das Interesse für diese Art von Serien“, betont er. Deshalb sei auch schon eine zweite Staffel von „Yes!“ angedacht, genauso wie weitere Geschichten im Hochkantformat.