
Kleinkunsttage für Jung und Alt
Martin Schmitt eröffnet die 16. Weyarner Kleinkunsttage. Foto: C. Pöhlmann
Welcher Künstler spielt sowohl in der Weyhalla als auch in der Isarphilharmonie? Richtig, der Musikkabarettist Martin Schmitt. Er feiert 2026 sein 40-jähriges Bühnenjubiläum und beehrt am 26. März auch die Weyarner Kultkneipe, die er von zwei vergangenen Konzerten in bester Erinnerung hat. Mit dem Programm „Schmitt happens“ eröffnet er die 16. Weyarner Kleinkunsttage.
Anschi Hacklinger freut sich über das facettenreiche Programm: „Ich bin glücklich, wenn wir sowohl echte Headliner als auch unbekanntere, nichtsdestotrotz großartige Künstler ankündigen können. Dann ist mein eigener Anspruch erfüllt. Und ich mag es, wenn die Besucher in der Konzertpause beim Volleyball in der Turnhalle zuschauen können. Kein elitärer Kunstbetrieb, sondern mitten im Leben.“ Die Zusammenarbeit funktioniert: Der MuKK e.V. als Verein im Hintergrund, Wirt und Gastgeber Girgl Ertl und Organisatorin Anschi Hacklinger, die sich seit Beginn der Kleinkunsttage für das Programm verantwortlich zeigt.
Martin Schmitt bleibt Weyarn treu
Martin Schmitt also bleibt der WeyHalla treu, obwohl er längst viel größere Säle füllt. Auch er hat sein erstes Konzert in Weyarn in bester Erinnerung. Der Saal war so überfüllt, dass ein paar Zuschauer auf der Bühne saßen. Stimmung im Saal: Legendär.
Am Freitag, den 27. März 2026 folgt ein Künstler, der die Weyhalla ebenfalls gut kennt: Heini Zapf und sein Trio ZAKK spielen Weltmusik von Tango bis Musette. Und vor allem tritt der Klarinettist als Pantomime auf. Wer ihn schon einmal auf beim Volkstanz als Tanzmeister erlebt hat, weiß um seine urkomische, ausdrucksstarke Körpersprache, Mimik und Gestik.

Heini Zapf und das Trio ZAKK. Foto: Privat
Prost, Prosa und Improesie
Mit dem Samstagabend bleibt der MuKK der Tradition treu „ein bisschen skurril muss sein“. Zu sehen und zu hören sind der im Landkreis bekannte Poplyriker Volker Camehn und die Münchner Schauspielerin Maria Maschenka. Volker Camehn brachte bereits acht Lyrikbände heraus, Monika Ziegler bezeichnet ihn als „Kämpfer gegen Floskeln und Sprachschluderei“. Ein scharfsinniger Beobachter und Wortanalyst, der alles in Frage und die Zuhörer auf die Probe stellt. Oder doch darunter? Maria Maschenka liest ebenfalls eigene Texte, schön absurd. Und sie improvisiert Gedichte mit vollem Körpereinsatz, so dass kein Auge trocken bleibt.
Außergewöhnliche Instrumentierung
„Elsa va dor“ heißt eines der zahlreichen Projekte der Münchner Posaunistin Marion Dimbath, die auch im Duo mit Anschi Hacklinger spielt. Zuletzt war sie gut verkleidet als schwarzer Rabe beim Nockherberganstich zu sehen. Meist jedoch ist sie leichter erkennbar, als vielgefragte Musikerin spielt sie in verschiedenen Bands und fällt auf als eine der wenigen Frauen in der eher männlich geprägten Musikerszene. Nun bringt sie zwei Kolleginnen mit zur Premiere des Programms „Still falling, still singing“. Allein die Instrumentierung Posaune, Klarinette und Cello ist außergewöhnlich für ein Programm, das ausschließlich aus Eigenkompositionen besteht. Kammermusik mit jazziger Seele – man darf gespannt sein.
Legendär: Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater
Auch beim Kindertheater trifft man diesmal sehr alte Bekannte. Nach zehn Jahren gibt sich Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater mal wieder die Ehre und wird nun schon die nächste Kindergeneration bayrisch-humorvoll unterhalten. Kein glattgebügeltes Ponyhof-Kindertheater, dafür „mit pfundweise Pädagogik drin“, wie der Kasperl von Richard Oehmann und Josef Parzefal gerne verkündet. Angekündigt haben ihren Besuch auch schon Erwachsene, deren Kinder dem Kasperlalter entwachsen sind – die Veranstalter denken bereits über einen eigenen Sitzbereich nach, so munkelt man in Weyarn. Wie immer ist ab 19.00 Uhr auch für das kulinarische Wohl gesorgt. Die Sitzplätze sind nicht nummeriert, daher bietet sich frühzeitige Platzreservierung und ein Essen an.

Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater lockt Jung und Alt. Foto: Uli Scharrer
Flauschiger Wohlfühlfaktor
Und was wünscht sich nun Girgl Ertl als langjähriger Gastgeber der Kleinkunsttage? „Flauschig soll’s sein, alle sollen einen richtig wohligen Wohlfühlfaktor mitbekommen! Und sich freuen, dass ihnen mal wieder was feines Neues kredenzend um die Nase fliegt.“