Filme aus unserer Heimat

KINO ASYL Banner. Foto: Max Kratzer

Online-Filmfestival

KINO ASYL geht in die siebte Runde. Ab heute um 18 Uhr bis zum 23. Januar wird wieder ein buntes Online-Filmprogramm mit Filmen aus aller Welt präsentiert. Ausgewählt und kuratiert werden die Filmbeiträge von jungen Erwachsenen mit Fluchterfahrung.

Organisator Linus Einsiedel vom Medienzentrum München freut sich: „Dieses Mal haben wir einen superspannenden Beitrag dabei.“ In der Serie „Between me & you“ aus Afghanistan spielt Kurator Suliman selbst eine der Hauptrollen. Sie erzählt die Geschichte von zwei Brüdern aus Afghanistan. Einer der beiden ist gerade mit vielen neuen Ideen aus Frankreich zurückgekehrt, der andere arbeitet als seriöser Strafverteidiger in seiner Heimat. „Der Kurator war Dozent an der Filmhochschule und lebt jetzt in München und zeigt seinen Film“, erzählt Linus Einsiedel. Und was besonders traurig und schön zugleich sei: „Ein ehemaliger Schüler und er haben sich hier wiedergetroffen.“

Einmalig: Kurator spielt selbst mit

So ist das Festival, das in diesem Jahr zum siebten Mal stattfindet, vieles zugleich. Junge Menschen mit Fluchterfahrung wählen Filme aus ihrer Heimat aus. „Die Beweggründe sind unterschiedlich“, meint Linus Einsiedel. „Die einen wollen ihr Land so zeigen, wie es wirklich ist, andere verbinden mit dem Film eigene Erfahrungen aus der Kindheit.“ Dass ein Kurator selbst mitspielt, das sei bisher einmalig.

KINO ASYL
Online-Festival KINO ASYL. Foto: Max Kratzer

Das Festival bietet dem Publikum Einblicke in die Filmkultur des Landes und lernt Kulturen neu kennen. Nach einem grandiosen Online-Festival im letzten Jahr, findet KINO ASYL auch dieses Jahr wieder Online, in Kooperation mit den unterschiedlichsten Kulturorten in München, statt. Neben einem bunt gemischten Filmprogramm mit Filmen aus aller Welt, bietet das abwechslungsreiche Rahmenprogramm auch Ausstellungen und ein Programm der besonderen Art für Kinder der zweiten bis vierten Klasse. Eine Fotoausstellung über Afghanistan soll die Schönheit des Landes zeigen und nicht, wie Kuratorin Mitra sagt, nur die Aufmerksamkeit auf Krieg und Taliban lenken.

KINO ASYL
KINO ASYL bietet Filme und Begegnungen. Foto: Max Kratzer

KINO ASYL ist die Stimme einer Bewegung von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, um sich hier eine zweite Heimat zu schaffen. Zurückgelassen haben sie dabei nicht nur ihre Herkunftsländer, sondern auch einen Teil ihrer eigenen Geschichte. An diesen Teil möchten die Kuratoren und Kuratorinnen von Kino Asyl erinnern. Das Onlinefilmfestival hat in diesem Jahr mehrere Schwerpunkte.

Es ist eine Hommage an die Landschaft Afghanistans, der tiefe Wunsch nach einer gerechten Politik in Uganda, die Bekanntmachung einer jungen Gruppe von iranischen Mountainbikern und der Austausch mit denjenigen, die hinter all diesen Themen stehen.

Ausbeutung für Rosen

Eines der Highlights des diesjährigen Filmfestivals ist der Beitrag „Prickly Roses“. In diesem Film werden die ausbeuterischen Umstände verfilmt, mit welchen junge Frauen, die auf Blumenplantagen in Uganda arbeiten, zu kämpfen haben. Kuratorin Lilliane ist selbst eine alleinerziehende Mutter, deren Leben von den harten Arbeits- und Lebensbedingungen in ihrer Heimat geprägt ist. Die klinische Psychologin hat das Talent, Zuschauende in ihren Bann zu ziehen, wenn sie mit ihrer reflektierten Art über ihre Lebensgeschichte berichtet. So sei es eine Absurdität, dass in westlichen Ländern Rosen als symbolisches Zeichen der Liebe verschenkt würden. Denn der Blumenindustrie haften mehr Blut, Schweiß und Tränen an, als es die Vorstellungskraft der meisten zulasse.

KINO ASYL ist kostenfrei. Die Filme und Filmgespräche sind über den Festivalzeitraum online abrufbar. KINO ASYL wird vom Medienzentrum München in Kooperation mit Refugio München veranstaltet. Weitere Kooperationspartner: Filmstadt München, Münchner Stadtbibliothek, Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München, Bellevue di Monaco, NS-Dokumentationszentrum, Pixel/Gasteig und Münchner Kammerspiele. Die Veranstaltung wird vom Kulturreferat München und dem Stadtjugendamt München gefördert.

Zum Weiterlesen: KINO ASYl: Festival für Geflüchtete

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