Alpinismus und Zusammenhalt

Alpen Film Festival

Alpen Film Festival. Foto: MGM

Alpen Film Festival am Start

Mit dem Alpen Film Festival verfolgen die Initiatoren um Festivalleiterin Sandra Freudenberg ein neues Konzept. Es geht nicht um sportliche Höchstleistung am Berg, sondern es geht um Gemeinsamkeit und wie man in Zukunft leben will. Tom Dauer kuratiert das Festival und zeigt einen eigenen Film.

Der bekannte Autor und Filmemacher Tom Dauer aus Schmidham hat das Programm aus fünf Filmen zusammengestellt. „Mit dem Alpen Film Festival hat Sandra Freudenberg ein Format geschaffen, das sich ästhetisch und inhaltlich von bestehenden Filmtouren im Bereich ‚Natur, Abenteuer, Sport‘ deutlich unterscheidet“, sagt er.

Tom Dauer
TextFilmer und Autor Tom Dauer. Foto: Martin Prechtl

Gemeinschaft statt Grenzen

„Es braucht kein weiteres Festival für Abenteuerfilme“, betont die Festivalleiterin. Alpinismus sei Weltkulturerbe und verbinde über die Grenzen hinweg. Am Berg lebe man miteinander und die politischen Grenzen seien überflüssig. Wichtig sei indes, dass die Kultur des Alpinismus eine Gemeinschaft sei, die über die Natur die Menschen verbinde.

Das Alpen Film Festival werde in Kinos und Open Air-Kinos stattfinden. Man verstehe sich als Partner der Kinos und nicht als Konkurrenz. Aus Solidarität werde das Programm in erster Linie in mit Leidenschaft geführten Kinobetrieben zu sehen sein.

Alpen Film Festival
„Das Erbe der Väter“: Hermann Huber. Foto: 1955 Huandoy-Central

„Ich freue mich, dazu meinen Beitrag leisten zu dürfen: in diesem Jahr auch in Form eines eigenen Films“, sagt Tom Dauer. In „Das Erbe der Väter“ gehe es um die Lebensgeschichte des Münchners Hermann Huber, der wie kaum ein Zweiter in Praxis und Theorie zur Entwicklung des Alpinismus beigetragen habe. „Viele der Ausrüstungsgegenstände, die wir heute wie selbstverständlich in die Berge mitnehmen, gehen auf seine Arbeit bei der Firma Salewa zurück“, erzählt der Filmemacher. „Abgesehen davon ist Hermann Huber ein ganz besonderer Mensch, und ich bewundere ihn vor allem dafür, wie rege, aufgeschlossen und lebenslustig der inzwischen 90-Jährige geblieben ist.“

Lesetipp: Kurt Albert, der Freidenker und Freikletterer

Neben Tom Dauer ist auch der renommierte Filmemacher Rolf Steinmann aus Fischbachau mit seinem Film „IN BETWEEN“ dabei, der auch auf dem Internationalen Bergfilmfestival in Tegernsee gezeigt wurde. Auf der Webseite des Alpen Film Festivals heißt es dazu:

„Jede einzelne Einstellung ist ein Gemälde. Und jede einzelne Szene dieses Kurzfilms macht deutlich, mit wie viel Zeit, Geduld und Respekt sich Regisseur Rolf Steinmann seinen Protagonisten näherte – Moschusochsen, ebenso stämmige wie stoische Bewohner arktischer Tundren. Um die Paarhufer vor die Kamera zu bekommen, setzte sich der Naturfilmer immer wieder Extremsituationen aus.“

Lesetipp: Rolf Steinmann in der 27. Ausgabe der KulturBegegnungen, Seite 13

Wildlife Kameramann Rolf Steinmann in der Kälte der Arktis - bei den Moschusochsen
Rolf Steinmann. Foto: Matthew-Polvorosa-Kline

„Rolf Steinmann, der im bayerischen Oberland zu Hause ist, drehte bei Temperaturen von minus 40 Grad Celsius, Schneetreiben und eisigem Wind. Der Kameramann, der vor allem für große Naturproduktionen von BBC und Disney Channel arbeitet und mit seiner Arbeit für den Fernsehpreis Emmy nominiert war, betrachtet das Ausgesetztsein in der Natur jedoch nicht als Selbstzweck. Ihm geht es darum, eins mit der Natur zu werden, in die Seele der Tiere einzutauchen. Und so etwas über eine Welt zu erzählen, die in ihrer Existenz bedroht ist.“

Die weiteren Filme des Festivals sind:

„Liefelines – The Story of two friends“ von Frank Kretschmann.
„Lifelines“ erzählt die Geschichte zweier Ausnahmealpinisten, die eine gemeinsame Vergangenheit verbindet: Roger Schäli und Stephan Siegrist lebten in einer Wohngemeinschaft in Interlaken, als sie ihre ersten großen Begehungen planten. Der Film zeigt nicht nur eine schwierige Erstbegehung im heimatlichen Berner Oberland, sondern auch die Wiedergeburt einer verloren geglaubten Freundschaft.

Alpen Film Festival
Building Bridges. Foto: Alpen Film Festval

„Building Bridges“, Kurzfilm + Making Of (englisch/deutsch) von Johannes Olszewski. Hoch über dem Monument Valley, im Heiligen Land der Navajo-Indianer, umkreisen sich zwei Heißluftballons. Es scheint, als würden sie miteinander tanzen, verbunden durch ein schmales Band. Nur wer ganz genau hinsieht, erkennt die Person, die auf der Line balanciert. Der Kurzfilm „Building Bridges“ – eine Analogie auf das komplizierte deutsch-amerikanische Verhältnis – erzählt diese Szene aus der Sicht eines alten, einsamen Mannes, dem der Anblick neue Lebensfreude schenkt.

Persiflage aufs Skifahren

„Ski Vacations“ (deutsch/brasilianisch mit UT) von Johannes Hoffmann.
Der explosivste Skifilm seit Skifilme gedreht werden. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Mit ihrer grandiosen Actionfilm-Persiflage beweisen die Innsbrucker Filmemacher von Whiteroom Productions erneut, dass sie in der Lage sind, einen ebenso distanzierten wie humoristischen Blick auf ihr eigenes Tun zu werfen: Ein brasilianisches Pärchen verschlägt es ins tirolerische Obergurgl.

„Das Alpen Film Festival wird im Mai 2021 starten“, ist Sandra Freudenberg überzeugt. „Wenn nicht live, dann online.“

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