Ja sagen zur Zukunft in Ebersberg

Zukunft

Um Geschichten ging es beim Zukunftsfestival in Ebersberg. Foto: Screenshot

Online-Zukunftsfestival

Auf dem Festival der Zukünfte präsentierten die Initiatoren von „Gemeinsam Zukunft machen“ in Ebersberg die ersten Ergebnisse ihrer Kampagne. 11 Gruppen mit drei bis sieben Teilnehmern hatten miteinander Zukunftsgeschichten entwickelt, die für ihren Heimatort von Bedeutung sind.

Die engagierten Ebersberger verfolgen mit ihrem Projekt ein ähnliches Ziel wie wir von „anders wachsen“ mit dem Zukunftsforum. Sie wollen erforschen, was die Menschen in der Region für Visionen habe. Bei einem Online-Treffen mit Lakhena Leng, 3. Bürgermeisterin, und Rike Pätzolf, die mit Kerstin Golle die Idee für das seit Januar laufende Projekt hatte, tauschten wir uns aus.

Die Methode, in kleinen Gruppen zu arbeiten, gefiel uns und wir beschlossen, mit dem Zukunftsforum neue Wege zu gehen. Nachdem wir zunächst Einzelpersonen um ihre Zukunftsvisionen baten, starteten mir mit den Zukunftslabs im Juni eine zweite Phase.

Lesetipp: Im Zukunftslab gemeinsam die Zukunft erforschen

Dazu kam die Zusammenarbeit mit Alexis Mirbach von Media Future Lab an der LMU München. Auch hier wird die Zukunft der Medien in kleinen Gruppen, ähnlich den Bürgerräten verknüpft. Wir verbanden beide Initiativen zu einer und beginnen jetzt themenbezogen in 15 Gruppen im Landkreis zu wirken.

So war das Ebersberger Festival von großem Interesse. In einem dreistündigen Onlinetreffen präsentierten die Organisatoren die ersten Geschichten ihrer Aktion. Das Wichtigste sei, so Kerstin Golle, dass hier Menschen mit verschiedenem Hintergrund vernetzt werden. Sie trafen sich online und beantworteten zunächst die Frage, was die wichtigsten Themen sind, mit denen sie sich befassen wollten.

Das konnte beispielsweise Bildung, Verkehr, Gesundheit, soziales Miteinander oder Wohnen sein. Dann wurde dazu miteinander eine Geschichte geschrieben, in der zum Vorschein kam, was wolle man miteinander erreichen oder was wolle man auf keinen Fall.

Durch die Veranstaltung führte Tanja Gronde, Reporterin beim BR, die betonte, dass es darauf ankomme, eine Kraft zu entwickeln etwas zu verändern, ohne darauf zu warten, dass die Bundes- oder Landesregierung etwas tut.

Die verlesenen Geschichten waren von sehr unterschiedlicher Ausprägung, hatten aber auch viel Gemeinsames. Einige der Gruppen trafen sich in den vergangenen Tagen das erste Mal live und alle Teilnehmenden betonten in kurzen Videoclips, dass dies doch eine ganz andere Qualität habe als online. Dennoch entstanden auch in Distanz spannende Geschichten.

So die von einem implantierten Chip in den Menschen, was hoffentlich nie Wirklichkeit werden wird. Eine schönere Vision ist die vom Johannisfeuer, die davon erzählt, dass die Menschen mehr Zeit für sich und ihre Entwicklung haben, anstatt sie ausschließlich mit Arbeit und Konsum zu verbringen. Ein auf dem Marktplatz installierter Stein solle dazu „Stein des Anstoßes“ werden.

Zukunft
Die philippinische Sängerin Ning Wallner. Foto: Screenshot

Zwischen den einzelnen Geschichten gab es zur Auflockerung und Besinnung Musik. Die philippinische Sängerin Ning Wallner präsentierte Lieder aus aller Welt, die alle dazu anregten, Gemeinsamkeit und Liebe zu leben.

„Leben unter Wasser“ heißt eine Geschichte, die davon berichtet, dass Wissenschaftler aus der ganzen Welt miteinander unter Wasser forschen und mit „Salzfresserchen“ eine Methode zur Trinkwassergewinnung entwickeln.

Um Überwachung geht es in einer weiteren Geschichte, bei der die Landrätin eine Liste verdächtiger Personen besitzt. Im „Ruf des Muezzins“ wird aber auch der Elektro-Hubschrauber vorgestellt und die Frage aufgeworfen, ob der Muezzin aus dem Kirchturm ruft.

Zukunft
Ebersberger Kirche. Foto: Screenshot

„Ohne Frauen ist kein Staat zu machen“ ist der Titel einer Geschichte, in der es um sozialen Zusammenhalt und um Windräder geht. Aber auch darum, dass 2025 der Papst die katholische Kirche auflöst und es 2046 eine bayerische Kanzlerin geben wird. Hier kommt eine Niederländerin, die wegen Überflutung ihr Land verlassen muss, nach Ebersberg.

Zuzug ist auch das Thema der Geschichte „Der Hase ist weg“, in der eine Iranerin nach Ebersberg kommt. Das Leben in der Zukunft ist hier unerfreulich, ärztliche Behandlung ist nicht mehr bezahlbar und das Leben, wie Kultur und Sport, findet ausschließlich online statt. So wie in der Geschichte dürfe sich das Leben nicht entwickeln, darüber waren sich die drei Gruppenmitglieder einig.

Ebenso das in der Geschichte stattfindende „Rent a friend“, bei dem man Stunden buchen muss, um echte Menschen treffen zu können. Man müsse mit einem Lächeln auf Menschen zugehen und interagieren, so könne man Zukunft gestalten, hieß es. In dieser Gruppe war auch eine praktikable Idee entstanden, rund um Ebersberg Korridore als Landschaftsschutzgebiete auszuweisen.

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Es wird schon ein Biergartentisch herangetragen. Foto: Screenshot

Auch die letzte Gruppe hatte mit „Tamaras neue Welt“ die Vision eines Ebersbergs mit Bäumen, Sträuchern, Blumen, Spielplätzen und Biergärten und die Teilnehmenden entschieden sich sogar, gemeinsam einen Biergarten zu eröffnen.

„Ja sagen zu Ebersberg“, das sei das Fazit, sagte Tanja Gronde am Ende der Veranstaltung. Die Aktion gehe weiter und man hoffe auf viele weitere Geschichten, die man auf der Webseite nachlesen und -hören könne. Mit „Get together“, gesungen von Ming, ging das Festival zu Ende.

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