Auftakt zur 70. Tegernseer Kunstausstellung

Tegernseer Kunstausstellung - eine vorschau im Olaf Gulbransson Museum

Vorschau auf die 70. Tegernseer Kunstausstellung  im Olaf Gulbransson Museum –  insgesamt 31 Künstler präsentieren ihre Werke. Foto: IW

Ausstellung in Tegernsee

Die Kunstausstellung in Tegernsee jährt sich heuer zum 70. Mal. Zum Jubiläum haben sich die Kunstschaffenden etwas Besonderes ausgedacht: Drei Monate lang läuft im Olaf Gulbransson Museum eine kleine Ausstellung als „Appetizer“ – mit Originalwerken der Gründer und einem Kurzfilm, der die teilnehmenden Künstler und ihre Werke präsentiert.

In diesem Jahr feiert die Tegernseer Kunstausstellung ihr 70. Jubiläum und dabei werden auch die Gründer gebührend gewürdigt: Der norwegische Künstler und Karikaturist Olaf Gulbransson (1873 – 1958), der Maler Thomas Baumgartner (1892 – 1962), die Künstlerin Ilse Hausner-Witschel und schließlich der 1947 aus der sowjetischen Zone an den Tegernsee geflüchtete Maler Herbert Beck (1920 – 2010). Die vier herausragenden Kunstschaffenden trafen sich in den Nachkriegsjahren regelmäßig zum künstlerischen Austausch. Insbesondere letzterer, aus dem zerbombten Leipzig in dieses Idyll kommend, war überwältigt von den Möglichkeiten der künstlerischen Entfaltung und des Austausches. Es war die Zeit kurz nach Kriegsende, in der in Berlin der Streit zwischen gegenständlicher und abstrakter Malerei ausgefochten wurde – als er am Tegernsee ein künstlerisches Paradies vorfand.

Erste Kunstausstellung bereits 1949

Im Jahr 1949 organisierten sie gemeinsam die erste Tegernseer Kunstausstellung. Daran beteiligten sich in den frühen Jahren auch namhafte Kollegen außerhalb des Tegernseer Tales, beispielsweise Wilhelm Heinrich Nagel, besser bekannt als Bill Nagel, und Carl Schmidt-Rottluff.

Herbert Beck: Vogelgesicht, 1985
Mitbegründer der Tegernseer Kunstausstellung Herbert Beck: Vogelgesicht, 1985. Foto: IW

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Die ersten Ausstellungen fanden im Barocksaal und den Gängen des Gymnasiums in Tegernsee statt, wie auch die große Ausstellung zum 85. Geburtstag Olaf Gulbranssons in dessen Todesjahr. Später erfolgte ein Umzug ins Weilinger-Haus und von dort in den Klenzesaal im Haus des Gastes. Seit etwa 10 Jahren findet die beachtliche Jahresausstellung nunmehr im Alten Schalthaus des E-Werk Tegernsee statt und repräsentiert dort das vielfältige künstlerische Schaffen der Region.

Der Geist der Gründer schwingt weiter mit, wurden doch viele der heutigen Maler noch direkt von ihnen beeinflusst und gefördert. Zu ihnen gehört beispielsweise Kurt Gmeineder, der als Schlosserlehrling Herbert Beck beim Malen über die Schulter schauen und ihm seine ersten eigenen zaghaften Versuche zeigen durfte – und prompt zum Weitermalen ermutigt wurde.

Organisatorin der Vorschau (Hilo Fuchs, li.) und Eva Knevels, Leiterin der Kunstausstellung (re.)
Organisatorin der Vorschau (Hilo Fuchs, li.) und Eva Knevels, Leiterin der Kunstausstellung (re.). Foto: IW

Auch Eva Knevels, die heutige Leiterin der Kunstausstellung Tegernsee, wuchs früh in die Gruppe hinein. Ihr Vater Sepp Mohr, Künstler und Kunstpädagoge am Tegernseer Gymnasium, trug die Leidenschaft für die Kunst in die Familie. Andere begannen mit dem Sammeln, bevor sie selbst zu Pinsel und Bleistift griffen, wie beispielsweise Aquarellmaler Klaus Altmann. Heute setzt sich die Gruppe der „Künstler am Tegernsee“ aus einem festen Kern, dem aktiven Ausstellungsteam, und zahlreichen lose dazugehörigen Künstlern und Künstlerinnen aus dem Tegernseer Tal und der näheren Umgebung zusammen. Zu den Künstlern, die als Team in jedem Jahr gemeinsam die Ausstellungsorganisation stemmen, gehören außer Eva Knevels seit vielen Jahren beispielsweise Peter Keck, Hans Weidinger, Hans Schneider und Ursula Maren-Fitz.

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Originalwerke der Gründer zugänglich

In diesem Jubiläumsjahr sollen die Besucher früh auf die künstlerischen Schwingungen am Tegernsee eingestimmt werden. Mit freundlicher Unterstützung des Olaf Gulbransson Museums und der Stadt Tegernsee wurde an Fronleichnam eine kleine, feine Kunstschau im Josef-Obersberger-Raum des Museums eröffnet, welche die Jubiläumsausstellung den ganzen Sommer hinweg ins Gespräch bringen soll. Eva Knevels Dank ging auch insbesondere an die privaten Leihgeber, die es ermöglichen, dass die Original-Werke der Gründer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden: Michael Beck, Andreas Witschel und Klaus Altmann.

Olaf Gulbransson bildet den Rahmen

So verschieden der gestalterische Ausdruck der in Alter und Vita vollkommen unterschiedlichen vier Künstler war – so inspirierend war auch ihr künstlerischer Austausch. In der fein abgestimmten, schlichten Präsentation können die Bilder wirken und miteinander korrespondieren – im Umfeld des Museums, das Olaf Gulbranssons künstlerischem Schaffen gewidmet ist.

Ilse Hausner-Witschel: Toskanische Landschaft
Mitbegründerin der Tegernseer Kunstausstellung Ilse Hausner-Witschel: Toskanische Landschaft. Foto: IW

Keramikkünstlerin Hilo Fuchs hat die Gestaltung der Ausstellungs-Vorschau tatkräftig in die Hände genommen. Sie ergänzte die ausgestellten Original-Werke mit einem 5-minütigen Kurzfilm, der die 31 Künstler der diesjährigen Jubiläumsausstellung mit jeweils zwei charakteristischen Werken präsentiert. Die Bandbreite der am Tegernsee entstehenden Kunst, wo die herrliche Landschaft wie ehedem die Künstler beflügelt, reicht von Malerei über Bildhauerei und Skulptur bis zur Fotografie.

31 Künstler nehmen teil

Die beteiligten Künstler der 70. Tegernseer Kunstausstellung sind: Klaus Altmann & Thomas Plettenberg, Kathrin André, Heidi Barnsdorf, Michael Böhnke, Konrad Broxtermann, Priska Büttel, Hilge Dennewitz, Ursula-Maren Fitz, Hilo Fuchs, Daniel Glasl, Kurt Gmeineder, Werner Gruss, Sybille Guttenberg, Andreas Hars, Norbert Herbert, Irnberg, Peter Keck, Eva Knevels, Suse Kohler, Helga-Lucia Kordecki, Lisa Mayerhofer, Riccardo Milazzo, Waltraud Milazzo, Pia von Miller, Hans Schneider, Brigitte Siebeneichler, Sopi von Soproni, Hans Weidinger, Otto Wesendonck, Tatjana Woitynek, Ekaterina Zacharova.

Die 70. Tegernseer Kunstausstellung findet vom 21. September bis zum 6. Oktober im Alten Schalthaus des E-Werk Tegernsee statt. Bis dahin ist auch die vorbereitende und begleitende Ausstellung im Olaf Gulbransson Museum zu sehen.

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