Sopi von Sopronyi: Glücklicher Senegal

Eine einfache, aber glückliche Welt zeigt Sopi von Sopronyi in ihrer Fotoausstellung im Holzkirchner Oberbräu. Menschen bei der Arbeit, bei der Begegnung. Unwiederbringlich sind diese Bilder, das afrikanische Dorf wurde im Bürgerkrieg zerstört.

1986 kam Sopi von Sopronyi in den Senegal. Bei der Tanzlehrerin Germaine Acogny studierte sie Afrotanz und lernte das Dorf Fanghoume mit seinen Bewohnern kennen. Es war eine fröhliche Zeit, trotz der schweren Arbeit, die die Menschen für ihren Lebensunterhalt verrichten mussten. Die Fotos sprechen davon in beredten Bildern. Frauen sammeln mit ihren Händen das Salz in der Lagune. Hirse, Reis und Erdnüsse werden angebaut und geerntet. Die ganz schweren Arbeiten verrichten die Männer, aber auch die Frauen müssen mühselig für das Überleben kämpfen. Dennoch, auf den meisten Fotos lachen sie, sie sind am Brunnen und schwatzen, sie lugen verschmitzt hinter dem Zaun hervor. Das ganz Dorf feiert eine Taufe, man trifft sich am Markt.
Einfach gekleidet, teils in Lumpen, teils in farbenfrohen Gewändern präsentieren sich Alt und Jung der Kamera der weißen Frau. Die Jungen ziemlich gelassen beim Zuschauen.

Die Kamera fand sie im Hotel, erzählt die aus Ungarn stammende, seit 1962 in Deutschland lebende Fotografin, die außerdem Yoga-, Gymnastik- und Afrotanzlehrerin ist. Da die Besitzer nicht mehr auffindbar waren, behielt sie sie und begann als Autodidaktin frisch los zu fotografieren. Bewegung, Musik, Tanz, fremde Kulturen, das interessiert die Gmunderin. Und es gelang ihr, die fremde Ästhetik des Lebens im Senegal einzufangen. Mit ersten Diavorträgen, kombiniert mit Tanzeinlagen, präsentierte sie ihre Werke in Deutschland, gab aber auch Vorstellungen für die Stiftung „Menschen für Menschen“ von Karl-Heinz Böhm und sammelte 25 000 DM. „Ich will Afrika etwas zurückgeben“, begründet sie.

1990 wurde das Dorf Fanghoume im Bürgerkrieg komplett zerstört.
In diesem Jahr besuchte Sopi von Sopronyi erneut den Senegal, um bei ihrer Ikone, der Tanzlehrerin Germaine Acogny, zu studieren. Diese hat inzwischen ein Zentrum für traditionellen und zeitgenössischen Tanz in Toubab Dialaw gegründet. Hier entstanden aktuelle Fotos der Menschen im Senegal. In einer großen Collage verband die Fotografin Altes und Neues. Zauberhafte Kinderporträts sind dabei und Zeugnisse der Moderne. „Afrika hat sich verändert“, meint sie, denn jetzt gibt es anstatt Hirsebrei Baguette und Handys natürlich.

Die Fotoausstellung wird ergänzt von einem großformatigem Bild, das Sopi von Sopronyi nach einer Fotovorlage ihrer Schwester gemalt hat. Mit ihr gemeinsam schuf sie das Buch „Fußgeschichten“, das noch auf einen Verleger wartet. Offensichtlich ist das Talent vererbt, denn die Mutter war Malerin, der Vater Schauspieler. Aber auch handwerkliches Geschick zeichnet die gebürtige Ungarin aus, denn sie fertigt ihre Rahmen aus altem Holz selbst.

Mit ihrer Ausstellung „Nepal“ ist die Fotografin derzeit in der Volkshochschule Tegernsee, wo sie als Dozentin tätig ist, zu Gast. Die Ausstellung „Glücklicher Senegal“ ist im Holzkirchner Oberbräu bis zum 28. Juni zu sehen.

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