Pecha kucha

Pecha Kucha – „anders wachsen“ in der Schule

Tina Blessig: Abschlussbild des letzten Vortrages „Lauf Mädchen, lauf“. Foto: MZ

Pecha Kucha Veranstaltung in Holzkirchen

„Anders wachsen“ an die Schulen bringen, das war die Idee von KulturVision. An die Umsetzung machten sich Elisabeth Schickbilly und die 8d und 9e der Oberland Realschule Holzkirchen. Sie hielten am letzten Donnerstag im Kultur im Oberbräu in Holzkirchen eine Pecha Kucha Präsentation ab, mit Geschichten, die bewegen.

Aber was ist Pecha Kucha überhaupt?

Nun, zunächst handelt es sich dabei um eine besondere Art des Vortragens, bei der die Zeit sehr genau begrenzt ist. Es werden insgesamt 20 Folien verwendet, über die jeweils 20 Sekunden gesprochen wird. Damit mussten die Schülerinnen und Schüler prägnant und verständlich auf den Punkt bringen, was die jeweilige Folie aussagen soll, während sie ihre Geschichte erzählten.


Isabell begleitete den Abend mit ihren Liedern. Foto: MZ

Die Idee zu diesem Format kam der Lehrerin Elisabeth Schick-Billy selbst. So machte sich ihre achte Klasse der Oberland-Realschule Holzkirchen daran, Texte zu verfassen, während eine neunte Klasse dazu passende Bilder malte, die als Folien verwendet wurden. Wie der Schüler, und Moderator für den Abend, Moritz uns am Anfang der Vorstellung erzählte, hatten die Klassen seit Beginn des Schuljahres an diesem Projekt gearbeitet. In Kleingruppen von zwei bis drei Leuten haben sie Geschichten überlegt und anschließend an das Format Pecha Kucha angepasst.

Die Pecha Kucha Vorträge


Bild von Rosalie Schorr. Foto: MZ

Bevor wir allerdings den ersten Vortrag zu hören bekamen, stimmte die Sängerin Isabell uns mit „Dream a little dream of me“ auf den Abend ein. Dieses Lied passte dann auch überraschend gut zu dem anschließenden Text „Der Parasit“ von Elzon, Gloria und Ernis. Ihre Pecha Kucha Präsentation wurde von Rosalie gemalt und handelt von einem Jungen, der im Schullandheim von Mücken gestochen und daraufhin sehr krank wird.


Elzon Ademaj, Ernis Haxhaj, Gloria Hefele. Foto: MZ

Im Krankenhaus können die Ärzte ihm zunächst auch nicht helfen. Schließlich finden sie heraus, dass er einen äußerst seltenen und gefährlichen Parasiten in sich trägt, der von Mücken übertragen wird. Aber, ein Glück: das war alles nur ein schlimmer Alptraum!

Die Attacke

Der Anfang des folgenden Textes „Die Attacke“ von Robert und Moritz erinnert auch an einen Alptraum. Sie wird in einem Dorf von Kobolden angegriffen und die Frau des Protagonisten wird entführt. Daraufhin macht sich dieser auf die Suche nach ihr und trifft auf seinem Weg auf ein Kloster. Dort trainiert er mit den Mönchen und lernt  von ihnen vieles, was ihm bei seinem anschließenden Kampf mit den Kobolden helfen soll.

Robert Klein, Moritz Reetz. Foto: MZ

Doch nachdem er deren Anführer besiegt hat und seine Frau findet, ist diese augenscheinlich tot. Auf magische Art und Weise kann er sie jedoch retten und die beiden kehren gemeinsam in ihr Dorf zurück.

Ein Liebeslied

Wieder passend zu dem Text schließt sich Isabell mit „Helium“ von Sia an, einem Liebeslied, das auch den nächsten Vortrag gut einleitet.

„Dich vergess ich nie“ von Sevval, Mats-Ole und Jonas erzählt von Martin, der auf dem Weg zu einem Treffen mit seiner Freundin von einem Auto angefahren wird und daraufhin sein Gedächtnis verliert. Aber nicht ganz, denn an eben diese Freundin Klara kann er sich noch erinnern. Sie hilft ihm, sich in seinem Leben zurechtzufinden.


Fatima Gholami, Charlotte Eisenlauer, Leon Böhm. Foto: MZ

Letztlich heiraten die beiden sogar und da die Präsentation von durch die Schülerinnen und Schüler nachgestellten Fotos begleitet wird, sorgt das für einige Lacher im Publikum.

Ein neues Leben


Bilder von Fatima Gholami und Katharina Schuster. Foto: MZ

Der nächste Text „Ein neues Leben“ von Fatima, Charlotte und Leon wird jedoch wieder von Zeichnungen unterstützt, erstellt von Fatima und Katharina. In der Geschichte zieht ein halb koreanisches Mädchen aus Deutschland nach Südkorea um.  Dort fühlt sie sich zunächst sehr alleine, weil ihre Eltern wenig Zeit für sie haben und meist arbeiten. Dann lernt sie bei einem Geschäftsessen ihres Vaters einen ihrer Klassenkameraden näher kennen und die beiden verbringen ein wenig Zeit zusammen.


Sevval Sahin, Mats-Ole Winkler, Jonas Merkel. Foto: MZ

Er rät ihr, mit ihren Eltern über ihre Gefühle zu reden. Nachdem sie sich mit ihnen ausgesprochen hat, geht es ihr viel besser. Als sie dann auch noch mit dem Jungen zusammenkommt, ist das neue Leben perfekt.

Eine Reise mit Unvorhergesehenem

Nach dieser Pecha Kucha Präsentation macht uns Isabell mit „Lost Boy“ von Ruth B. ein wenig nachdenklich.

Anschließend geht es weiter mit „Die Überraschung“, einer Reise, in der allerlei Unvorhergesehenes geschieht. Der Text von Alina und Solveig wurde von Fabian zeichnerisch umgesetzt und erzählt die Geschichte eines Jungen, der eigentlich nur zu seinem Opa fliegen wollte und dabei aufgrund des schlechten Wetters notlanden muss.


Alina Müller, Solveig Schulz. Foto: MZ

Das wiederum führt dazu, dass er gemeinsam mit einem anderen Jungen, den er auf dem Flug kennenlernt, eine verrückte Woche in einer fremden Stadt erlebt. Die beiden versuchen sich als Straßenmusiker und Aushilfen im Café.


Bild von Fabian Kückmann. Foto: MZ

Sie finden dann auch noch ein goldenes Cornflake, was sie gegen Geld eintauschen können. Schlussendlich kann ihr Anschlussflug dann glücklicherweise wieder starten, wer weiß, was sonst noch alles passiert wäre.

Chaotische Weihnachten

Eine ähnliche Reise erlebt auch der Protagonist in Katharinas und Leons „Meine chaotischen Weihnachten“, zu welchem die Bilder von Luana gemalt wurden. Nachdem er seine Familie lange nicht gesehen hat, möchte ein Junge sein Auslandsjahr in Kanada unterbrechen, um Weihnachten in Deutschland zu verbringen. Doch dank eines Schneesturms muss auch sein Flugzeug zwischenlanden und er schafft es nur noch ganz knapp rechtzeitig nach Berlin, um mit seinen Liebsten zu feiern.


Katharina Schuster, Leon Jasharaj. Foto: MZ

Lauf Mädchen

Der letzte Text „Lauf, Mädchen, lauf“ erzählt wiederum von einer ganz anderen Art von Reise und beruht auf wahren Begebenheiten. Arya, Sebastian und Henrik lassen uns teilhaben an der Geschichte einer flüchtenden Familie, die über die Türkei und Griechenland nach Deutschland einreisen möchte. Dabei wird sie immer wieder von der Polizei verfolgt.


Arya Sultani, Sebastian Seidel, Henrik Krahl. Foto: MZ

Zwischendurch wird die Familie voneinander getrennt, da sie sich in zwei unterschiedlichen Booten befindet. Sie kommen sogar für kurze Zeit in Einzelhaft. Als sie es schließlich schaffen über Budapest und Österreich nach Deutschland zu kommen ist die Freude und Erleichterung verständlicherweise groß.

Ein gutes Ende

Und obwohl die Geschichte gut endet, lässt sie uns alle nachdenklich zurück. Sie zeigt uns mal wieder, wie dankbar wir dafür sein können, in Frieden zu leben. Insgesamt haben alle Texte Themen angesprochen, die den meisten Menschen wichtig sind.  Vieles nehmen wir als selbstverständlich hin und wissen es erst zu schätzen, wenn wir es nicht mehr haben: Gesundheit, Familie, Liebe, Freundschaft, Geborgenheit.

Pecha Kucha GruppenbildPecha Kucha Gruppenfoto mit Lehrerin Elisabeth Schick-Billy (Mitte). Foto: Lisa Horn

Monika Ziegler, Vorsitzende von KulturVision e.V. spricht schließlich das Schlusswort und bittet Tina, die für den letzten Text die Bilder gezeichnet hatte, stellvertretend für all die Künstlerinnen und Künstler der 9e auf die Bühne. Gleichzeitig gibt sie einen Ausblick in die Zukunft: Vielleicht bekommen andere Schulen und Lehrkräfte ja auch Lust, so etwas mit ihren Klassen zu veranstalten?

Lesetipp: Kultur für die Jugend

Wer Lust hat, sich mit seinen Schülerinnen und Schülern am Projekt Pecha kucha „anders wachsen“ in der Schule zu beteiligen, melde sich bitte bei KulturVision unter mz@kulturvision.de.

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