Jüdisches Leben in Bayern: „Mit Davidstern und Lederhose“

Jüdisches Leben Menora

Die Geschichten sollen künstlerisch umgesetzt werden: Diese Menora kann man unterschiedlich aufstellen. Foto: MZ

Wanderausstellung in Miesbach

Am 29. November macht eine Wanderausstellung der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA) Station in Miebach. Unter dem Titel „Mit Davidstern und Lederhose“ – Jüdische G’schichtn on Tour soll sie jüdisches Leben in Bayern sichtbar machen.

Bei einem Termin im Waitzinger Keller – Kulturzentrum Miesbach stellte Lydia Bergida vom Vorstand der EJKA mit ihrem Team das Projekt potenziellen Kooperationspartnern im Landkreis Miesbach vor und bat um regionale Unterstützung. Es ist Kick van Walbeeck, Stadträtin der Grünen, zu verdanken, dass die EJKA Miesbach als Standort wählte.

„Das ist eine große Ehre für uns“ sagte Kulturamtschefin Isabella Krobisch, immerhin gehe die Wanderausstellung durch alle sieben Regierungsbezirke in Bayern. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanziell unterstützt.

Jüdisches Leben
Lydia Bergida vom Vorstand der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA). Foto: MZ

Das Planungsteam Polina Manelis, Antonia Pfeifer und Dennis Ossipov präsentierten das Projekt der interaktiven Wanderausstellung, die Geschichten mit AHA-Effekt von bayerischen Juden beinhaltet. Diese sollen mithilfe künstlerischer Mittel umgesetzt werden.

Das Ziel sei Aufklärung über jüdisches Leben und die Begegnung zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen in Stadt und Land. Dabei gehe es auch darum, antisemitischen Haltungen und Verschwörungsmythen bewusst entgegenzuwirken. Diese hätten im Zuge der Pandemie stark zugenommen.

Jüdisches Leben
Projektteam Polina Manelis, Dennis Ossipov und Antonia Pfeifer (v.l.). Foto: MZ

Man wünsche sich, dass die Besucher der Ausstellung als Multiplikatoren ihr neues Wissen weiterverbreiten. Darüber hinaus solle die Ausstellung auch eine identitätsstiftende und stärkende Komponente in der jüdischen Gemeinschaft haben. Damit wolle man erreichen, dass insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene mit dem Thema in Berührung kommen, die bisher noch keinen Kontakt zum Judentum haben.

Bisher wurden 15 Geschichten ausgewählt, aus denen sechs einen Kern bilden, der überall gezeigt wird. Darunter sind diese:
„Ich bin a Jud und a Bayer!“ das sagte Kurt Landauer, Präsident und Erfinder des FC Bayern München, eine der Geschichten der Ausstellung. Auch Oscar Maria Graf, der mit einer jüdischen Frau verheiratet war, ist Thema der Ausstellung. Eine Jüdin und ein Bayer, die sich gemeinsam gegen die Nazis aufbäumten und schließlich im Exil in New York ein neues Zuhause fanden.

Jüdisches Leben
Katalog der Familie Wallach in München. Foto: MZ

Eine weitere Geschichte ist die der jüdischen Familie Wallach, die in München das Volkskunsthaus gründeten und die Bayerische Tracht in der Landeshauptstadt etablierten. Für viele unbekannt mag sein, dass der Vater des Physikers Albert Einstein Hermann Einstein die Beleuchtung des Oktoberfestes modernisierte.

Dazu sollen ortsbezogene variable Geschichten kommen, die die jeweilige Region betreffen. Hier ist die Zusammenarbeit mit den örtlichen Initiativen erwünscht. Man wolle sich jetzt vor Ort mit den Initiativen austauschen.

Jüdisches Leben
Projektvorstellung im Waitzinger Keller Miesbach. Foto: MZ

Die Geschichten, die jüdisches Leben in Bayern beinhalten, sollen künstlerisch umgesetzt werden, ob als Bild oder Installation. Beispiele dazu, wie eine variable Menora dienen als Anregung. Wichtig sei, dass es keine reine Kunstausstellung sein möge, sondern dass sie Interaktion zulässt.

Zur Ausstellung ist ein Rahmenprogramm geplant, das speziell für Miesbach ein Kirchenkonzert, eine Debattierveranstaltung und eine Lesung beinhaltet. Man wünsche sich von den Kooperationspartnern, dass man viele Zielgruppen erreiche und sich auf Augenhöhe begegne. Sowohl für die Ausstellung als auch das Rahmenprogramm erhoffe sich die Initiative der EJKA ein Zusammenspiel mit den regionalen Verbänden.

Lesetipp: „Was hat Großvater gemacht?“

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