Hauptsache kein Aufwand!

"Kein Aufwand! Teil 2 - Die letzten Jahre"

Andreas Martin Hofmeir – Kabarettist, Tubist und begnadeter Entertainer. Foto: N.N.

Musikalisch-Kabarettistische Lesung in Holzkirchen

Andreas Martin Hofmeier – Kabarettist, Tubist und begnadeter Entertainer. Im Kultur im Oberbräu Holzkirchen gab er am Samstag die musikalisch-kabarettistische Lesung „Kein Aufwand! Teil 2 – Die letzten Jahre“. Die Essenz des Abends: „Das jüngste und hochentwickeltste Instrument ist die Tuba!“

Andreas Martin Hofmeir gibt dem Publikum gerne etwas mit auf den Weg. Der Zuhörer soll in seinen Lesungen etwas fürs Leben lernen. Im Zweifel muss diese Lektion natürlich sein Lieblingsinstrument, die Tuba, betreffen. Und meistens ist dieses musikalische Grundwissen auch ein wenig absurd – wenn nicht sogar schier an den Haaren herbeigezogen.

Grundwissen Teil 1

Im ersten Teil der Lesung zu seiner Autobiographie „Kein Aufwand!“ konnte der Zuhörer beispielsweise lernen, dass das Pro-Ton-Einkommen bei einem Tubisten sehr viel lukrativer ist als bei einem Geiger. Aber auch, dass in Dvoráks Neunter Symphonie nur deshalb eine Tuba-Stimme notiert ist, weil der Tubist des uraufführenden Orchesters eine Affäre mit der Frau des Komponisten hatte. Zur Strafe und zur Unterbindung dieses Stell-dich-eins, haben fortan die Tubisten exakt sieben Töne während der gesamten Symphonie zu spielen.

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Grundwissen Teil 2

Dass die Tuba nun wirklich das „jüngste und hochentwickeltste Instrument der Musikgeschichte“ ist und dass „alle anderen Instrumente nur rudimentär entwickelte, prähistorische Vorläufer auf dem Weg zur Vollendung“ darstellen, ist Hofmeirs Kernaussage des zweiten Teils. Seiner Meinung nach ist die ältere Musikgeschichte eh eine Geschichte der verpassten Gelegenheiten. Erst als 1835 die Tuba erfunden wurde habe das alles einen Sinn gefunden.

"Kein Aufwand! Teil 2 - Die letzten Jahre"
Die Tuba ist Hofmeirs Lieblingsinstrument. Foto: Antonie Huber

Deshalb fragt sich Hofmeir auch wie wohl frühere Musik geklungen hätte, hätte es die Tuba schon gegeben. Am Beispiel von Vivaldis „Winter“ führt er dem Publikum vor, wie dieses Stück in der Besetzung Solo-Tuba und Klavier klingen kann. „Wer’s mog…“.

"Kein Aufwand! Teil 2 - Die letzten Jahre"
Schlussapplaus. Foto: Antonie Huber

Immer wieder liest Hofmeir amüsante Passagen aus seiner Autobiographie vor und kommentiert diese ganz leger, frei von der Leber weg und nie, ohne sich selbst oder seine Umwelt auf die Schippe zu nehmen. Am liebsten allerdings macht er sich über die verschiedenen Instrumente lustig – abgesehen von seiner heißgeliebten Tuba natürlich.

Hochkarätige Begleitung

Begleitet wird Hofmeier von dem Pianisten Tim Allhoff – zweifacher Echo-Preisträger in der Kategorie Jazz. Gemeinsam geben die Beiden zahlreiche brasilianische Liebeslieder unterschiedlicher Herkunft zu Gehör. Diese würden besonders gut zu seinem Programm passen, denn genau wie sein Leben seien auch diese durchwegs dramatisch und depressiv.

"Kein Aufwand! Teil 2 - Die letzten Jahre"
Tim Allhoff begleitet Hofmeir am Klavier. Foto: Antonie Huber

Dem Zuhörer allerdings kommt es gar nicht so vor, als sei Hofmeirs Leben besonders tragisch. Vielmehr lädt sein komödiantisches Geschick, die Geschichten seines Lebens zu erzählen, den Zuhörer zu lautem Gelächter ein. Wie zum Beispiel die Sache mit der Tuba-Sauna. In Finnland hatte einmal jemand aus einer alten verbeulten Tuba einen Saunaofen gemacht, auf dem Hofmeir bei der Eröffnung ein Liedchen spielte – während die Sauna in Betrieb war.

Brasilianische Liebeslieder

Zum krönenden Abschluss eines außergewöhnlich unterhaltsamen Abends demonstriert Andreas Martin Hofmeir noch einmal sehr eindrucksvoll, dass seine Liebe zur Tuba und damit die Abscheu anderen Instrumenten gegenüber durchaus begründet ist. Er spielt ein und dasselbe brasilianische Liebeslied sowohl auf der Trompete, als auch auf der Posaune und natürlich auf er Tuba. Und der Zuhörer muss ihm Recht geben – die Tuba „Fanny“ klingt einfach am schönsten.

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