Helmut Koller und seine Tierwelt

Die „Five zebras on red“ sind das größte Werk von Helmut Koller. Foto: Selina Benda

Kunstausstellung von Helmut Koller

Von der großen majestätischen Raubkatze bis hin zur zarten Heuschrecke – die farbenfrohe Bilderserie des Malers Helmut Koller zeigt die Schönheit der Tierwelt von klein bis groß, gepaart mit einer beeindruckenden Farbigkeit und Haptik. In der Galerie RNP fine arts ist die Ausstellung des in Miami lebenden Österreichers nun zu sehen.

Seinen Weg in die Welt der Kunst fand Helmut Koller erst später im Leben, zunächst frönte er lange Zeit seiner ersten Liebe – der Fotografie. Der Vater sei Hobbyfotograf gewesen und mit zwölf Jahren schnappte sich der junge Helmut Koller heimlich die Kamera und fotografierte vor sich hin. „Erstaunlich ist, dass schon damals erste Impulse für meine spätere künstlerische Arbeit gesetzt wurden“, erinnert er sich.


Der Künstler Helmut Koller bei der Vernissage in Rottach-Egern. Foto: SB

Ein Foto ist ihm heute noch im Gedächtnis: die schwarze Katze vor einem gelben und roten Polsterkissen – „diese Dreifarbigkeit setze ich heute auch in meinen Werken um“, erklärt der Künstler. Auch wenn die Hauskatze nun von den großen Artverwandten wie Löwe, Tiger und Leopard abgelöst wurden, so vermag man den Grundgedanken seines Schaffens nachvollziehen.

Der Beginn des Kollerismus

„Kollerismus“ nennt der heute in Miami lebende Künstler seine eigene Kunstbewegung, welche sich „durch die realistische Darstellung der Form und die Abstraktion von Farben“ definiert. Neben den ausdrucksstarken Farben, welche der Künstler anhand Farbharmonien und -studien passend zum Motiv auswählt, machen vor allem die bis ins kleinste Detail definierten Tierporträts seine Acryl auf Leinwand-Werke so beeindruckend.

Hunderte, ja tausende feinste Pinselstriche ergeben etwa die in seiner Ganzheit imposante Mähne des Löwen. Feinste Linien stellen die Adern am Körper des Grashüpfers nach, der ob seiner Realitätsnähe in der nächsten Sekunde von der Leinwand hüpfen könnte.


Der detailgetreue „Grasshopper on purple“ von Helmut Koller. Foto: SB

Doch egal wie groß oder klein die Wesen auf seinen Bildern in der Realität sind – auf seinen Werken präsentiert Helmut Koller seine Pop Art-Tiere in den meisten Fällen im Großformat. Da kommt es schonmal vor, dass auf großem rosa Hintergrund eine sich auf dem Rücken krümmende blaue Fliege präsentiert wird. Abstrakt durch die Farbigkeit und doch so realitätsnah – eine Diskrepanz, die in ihrer Gesamtheit zum Kunstwerk wird.


Das Werk „A better world (Africa)“. Foto: SB

Besonders auch sein Werk „A better world“, eines seiner sogenannten „hand embellished work on paper“, also ein hochwertiger Druck mit handverzierten kleinen Details. Es zeigt eine Fotografie der afrikanischen Savanne mit einzelnen Tieren seiner anderen Werke bedruckt und wird etwa durch kleine von Hand hinzugemalten Schmetterlinge zum Unikat.

Koller der Fotograf und Maler

Doch wie kommt ein Fotograf nun eigentlich zur Malerei? Es sei „ein Sprung ins kalte Wasser“ gewesen, erzählt Helmut Koller bei der Vernissage seiner Ausstellung in Rottach-Egern. 1987 startete er sein erstes großes Kunstprojekt mit der Gemäldesammlung „Hommage an Egon Schiele“ und damit den Übergang von der Fotografie zur Malerei. Zuvor war der Österreicher sieben Jahre lang Fotograf für die Wiener Staatsoper, hatte Größen wie Luciano Pavarotti vor der Linse, arbeitete zudem als Fotograf für verschiedene Printprodukte wie das Fortune Magazin sowie für das Unternehmen Pepsi Cola in Europa und Amerika.


Der „Blue Tiger on blue with red stripes“. Foto: SB

„Ich bin nicht mit Kunst aufgewachsen, doch in Wien habe ich sie für mich entdeckt“, erzählt er. Von der Erkenntnis, dass die Malerei sein Interesse weckt bis hin zur ersten Umsetzung einer Idee, sei es „eine lange Reise gewesen“. Nur ein Jahr nach seinem ersten Kunstprojekt entschied er sich, die Kamera abzulegen und die Pinsel in Vollzeit in die Hand zu nehmen.

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Es folgten weitere Werke, vor allem Akte. „Doch irgendwann war mir das zu wenig“, sagt Helmut Koller. Er zog nach Amerika, fertigte eine Porträtserie historischer Indianer an. „Dort habe ich wirklich malen gelernt“, erinnert er sich. 1997 begann er dann seine Serie von Tierbildern.

Als Vorlage dienen ihm Fotografien und Körperstudien der Tiere. Auf den Hintergrund folgen die detaillierten Zeichnungen und dann das wichtigste Element seiner Bilder – die Augen. „Sie stechen immer heraus, auf jedem Bild.“ Die Augen male er zuerst, damit immer jemand da sei, wenn er in sein Studio komme, scherzt Helmut Koller.


Der „Leopard in pink“ mit seinen herausstechenden Augen. Foto: SB

Während seiner Malphasen in seinen Ateliers in Wien und Miami hört der Künstler am liebsten Musik – von Musicals wie Evita bis hin zu Austropop. Vier bis sechs Wochen malt er an seinen größten Werken, wie etwa dem nachempfundenen Dürer Hasen, der in knalligem Orange auf lilafarbenem Hintergrund erscheint. „Im Nachhinein bin ich immer wieder selbst erstaunt über meine eigene Geduld“, lacht der Künstler.

Der Sprung ins kalte Wasser

Sein Weg in die Malerei sei „ein Sprung ins kalte Wasser“ gewesen sagt Helmut Koller. Den Wechsel von der Fotografie zur Kunst bereut er aber nicht. Wie auch, seine Werke werden von Shanghai bis Paris von den Kritikern gefeiert, wurden 14 Jahre lang auf den größten und renommiertesten Kunstmessen auf der ganzen Welt ausgestellt. Vor 30 Jahren lernte er in seiner zweiten Heimat Miami durch gemeinsame Freunde Rebecca Niehues-Paas kennen.


Galeristin Rebecca Niehues-Paas und Maler Helmut Koller. Foto: SB

Die Galeristin freut sich, die Werke ihres langjährigen Freundes und renommierten Malers nun endlich in ihrer RNP fine arts Galerie in Rottach-Egern ausstellen zu können. Deren Anreise war nicht allzu weit, hingen sie nach New York bis vor kurzem ja noch in Monaco. Helmut Koller begibt sich nun wieder in sein Atelier, aber in Wien. „Dort wartet noch ein halbfertiges Bild auf mich.“

Die Ausstellung von Helmut Koller ist noch bis 24. Mai in der Galerie RNP fine arts in Rottach-Egern (Leo Slezak Str. 4) zu sehen. Vom 25. Mai bis 11. Juni ist sie dann im Parkhotel Egerner Höfe in Rottach-Egern (Aribostr. 19-26) ausgestellt.

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