
Kwatsch Intelligäntz
Bitte maskiert zum Faschingskonzert kommen. Foto: Holzkirchner Symphoniker
Konzert in Holzkirchen
Am kommenden Samstag, 14. Februar erfreuen die Symphkirchner Holzphoniker unter ihrem langjährigen Dirigenten Andreas Ruppert wieder das Publikum im KULTUR im Oberbräu mit ihrem Faschingskonzert. Bei einem Probenversuch berichten Dirigent und Vereinsvorsitzender Franz Diemer, was das Besondere an diesem Format ist.
Bereits seit 2004 finden diese Faschingskonzerte statt, „eine Eigenmarke, das gibt es sonst in dieser Form nicht“, hebt Andreas Ruppert hervor, der seit 26 Jahren die Holzkirchner Symphoniker begleitet und mit ihnen erfolgreiche sinfonische Frühjahrs- und Herbstkonzerte in Holzkirchen, Bad Tölz und in Bad Aibling gestaltet.
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„Er wird von uns allen sehr geschätzt“, betont Franz Diemer und man hoffe, dass er noch lange das Dirigat behält. Etwa 55 ständige Musikerinnen und Musiker gehören zum Ensemble. „20 davon waren schon 1999 dabei, das macht mich sehr stolz“, sagt der Dirigent.
Beim traditionellen Faschingskonzert musizieren etwa 30 Mitglieder des Vereins im Salonorchester. Dieses Format, so der Dirigent leite sich von den Neujahrskonzerten ab und gehe auf Johann Strauß zurück, der als Stehgeiger diese Konzerte in Wien begleitete.

Andreas Ruppert am Klavier. Foto: KV Archiv
„Ich kann aber nicht Geige spielen und so begleite ich am Klavier, das gibt den Konzerten einen besonderen Klang“, erklärt er. Und noch etwas macht die Konzerte zu etwas ganz Eigenständigem. Andreas Ruppert komponiert jährlich eigens dafür einige Stücke, die jeweils nach der Pause ihre einmalige Uraufführung erleben.
Auch dieses Jahr hat er vier Stücke komponiert, die unter dem Thema „Kwatsch Intelligäntz“ so humorige Titel wie „Kwadratischer Mondwalzer“ tragen.
KI wie Keine Idee
Das Thema KI für das diesjährige Konzert habe man schon vor einem Jahr gewählt, ohne zu ahnen welche Brisanz es in den vergangenen Monaten entwickelt. „KI wie Keine Idee spielt der Dirigent auf den Titel eines seiner komponierten Stücke an.
„Es sind immer eigene Geschichten mit eigenen Texten, die ich jeweils am Ende eines Jahres für die Faschingskonzerte komponiere“, erklärt Andreas Ruppert. So wie im vergangenen Jahr, als er unter anderem das schlechte Wetter bei einer Orchesterreise nach Travemünde zu dem Stück „Schietwetterblues“ verarbeitete, das in diesem Jahr noch einmal zur Aufführung gelangt.

Dirigent Andreas Ruppert beim Faschingskonzert 2025. Foto: Petra Korbjuhn
Aber es werde eine humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema werden. „Wir wollen gut unterhalten und machen kein politisches Kabarett, mischen uns nicht in die Weltpolitik ein, sondern machen einfach nur gute Musik.“
Man wolle dem Publikum einen guten und witzigen Abend bescheren. Neben der Musik trage dazu die Moderation bei. Seit 15 Jahren ist Sven Ahnsjö der unterhaltsame, dieses Jahr der „analoge“ Redner, der mit seinen humorvollen Erklärungen zu den einzelnen Stücken zum Erfolg der Faschingskonzerte maßgeblich beiträgt.

Sven Ahnsjö beim Faschingskonzert 2025. Foto: Petra Kurbjuhn
Der schwedische Proficellist ist der Sohn des bekannten Münchner Kammersängers Claes-Håkan Ahnsjö und seiner Frau, ebenfalls Opernsängerin Helena Jungwirth. Er spielt in mehreren Ensembles und ist auch immer wieder als Musiker bei den Faschingskonzerten dabei.
Neben so bekannten Stücken wie der Walzer „Künstlerleben“, der unter dem neuen Titel „Lotterleben“ erklingen wird, haben die Holzkirchner Symphoniker auch einige eher unbekannte Stücke im Gepäck.
„Überall wird bei Neujahrskonzerten dasselbe gespielt und wir wollen auch andere, gute Musik aufführen“; erklärt Andreas Ruppert. „Die Noten stammen aus einer Kiste, die der Verein einmal gekauft hat.“ Die zwei Tangos etwa im zweiten Teil seien in diesem Material nur in sehr kleiner Besetzung verfügbar gewesen und er habe sie für das Orchester neu instrumentiert.

Holzkirchner Symphoniker beim Faschingslonzert 2025. Foto: Petra Kurbjuhn
Als Schluss aber kommt noch einmal etwas Bekanntes. „Bayerische Folklore“, verspricht Franz Diemer, da in Bayern wohl jeder den Tiroler Holzhäckerbuammarsch kenne. „Marsch, und Wie!“ steht im Programm. „Da steht viel Unsinn“, lächelt Andreas Ruppert, der mit seinem Orchester wie immer maskiert auftreten wird und sich erhofft, dass sich auch das Publikum maskiere.
Dieses bekommt als Zugabe traditionell den Radetzkymarsch, klar doch.
Am Ende des Gesprächs kommt das Thema Nachwuchs zur Sprache. „Wir sind in allen Instrumenten gut besetzt“, konstatiert Andreas Ruppert, bei den Streichern wären Neuzugänge aber durchaus möglich. Als Besonderheit aber haben die Holzkirchner Symphoniker das Jugendorchester unter der Leitung von Elisabeth Lainer, bei dem neue Mitglieder gern gesehen werden. „Damit ziehen wir unseren eigenen Nachwuchs heran, das ist eine tolle Sache“, freut sich der Dirigent.