„Die jungen Wilden“ – Fotorealismus der Nina R.

Fotorealismus

Die Malerin des Fotorealismus Nina R. Foto: Selina Benda.

Künstlerporträt

Sie sind außergewöhnlich, kreativ und innovativ – in der Reihe „Die jungen Wilden“ stellt die KulturVision junge Kunst- und Kulturschaffende sowie Menschen mit tollen Ideen vor, die mit ihren Werken und Persönlichkeiten die Szene aufmischen und einen mit in ihre eigene Welt nehmen. Heute im Porträt: Nina Rinshofer.

Es gibt sie, diese Menschen, die die Welt einfach ein bisschen bunter machen. Zu diesen Menschen gehört Nina Rinshofer. Die Gmunderin ist noch ein relativ unbeschriebenes Blatt in der Kunst- und Kulturszene der Region, jedoch ist das Gesamtkonzept aufregend. Einmal die Welt der Nina R. betreten, fühlt man sich sofort in ihren Bann gezogen. Sie bedient keine Nische, ist nicht in eine Schublade zu stecken und vor allem nicht gewöhnlich. Die sympathische Blondine vom Tegernsee ist als künstlerisches Gesamtkonzept zu betrachten und damit eine Bereicherung für die Kulturlandschaft.

Fotorealismus
Die lebensechten Zeichnungen von Nina Rinshofer versetzen jeden Betrachter in Erstaunen. Foto: Nina Rinshofer

Vielfältige Talente und künstlerische Freiheit

Wer Nina Rinshofer (Instagram: Nina Skychild (@mrs.ninschgal) • Instagram-Fotos und -Videos) in den sozialen Medien folgt, dem wird vor allem eines schnell klar: in ihr schlummert so viel Talent. Von erschütternd echten Bleistiftzeichnungen bis hin zu künstlerischen Verzierungen auf Skateboards – es gibt fast nichts, was vor der Kreativität der Gmunderin sicher ist. Man traut seinen Augen kaum, wenn man die Fotorealismus-Werke der 30-Jährigen betrachtet. Und man traut seinen Ohren kaum, wenn man von ihr gesagt bekommt, dass sie keinerlei künstlerische Ausbildung dafür benötigt hat. „Ich wollte am Ende mit einem Studium nicht einfach nur in einer Agentur landen“, erklärt sie. Denn eines sei ihr besonders wichtig: „Künstlerische Freiheit“. Und das kann man nur bekräftigen, wenn man die Gmunderin kennen lernt. Sie selbst würde sich nie als Künstlerin bezeichnen und wenn man ehrlich ist, würde dieser Begriff auch bei weitem nicht ihre vielfältigen Talente abdecken.

Fotorealismus
Fotorealismus und Kunst am Objekt sind die Steckenpferde der Gmunderin. Foto: Nina Rinshofer

„Der erste Strich ist am Schlimmsten“

Egal ob eine schwarz-weiß gefleckte Deutsche Dogge mit treudoofem Blick oder eine braune Kuh, bei der man das Gefühl bekommt, sie leckt einem gleich über das erstaunte Gesicht – man möchte jedes von Rinshofers Werken mit einer Lupe vergrößern, um ganz sicher zu gehen, dass es sich nicht doch um eine Fotografie handelt. Das erste lebensechte Werk war eigentlich nur ein Freundschaftsdienst, doch die Anfragen nach Porträts flogen Nina dann immer wieder ins Postfach. Und so entstand eine völlig unerwartete Schiene in ihrer Arbeit, die sie sich zu Beginn selbst nicht zugetraut hätte. Generell ist der 30-Jährigen ihr Talent nicht in voller Gänze bewusst, was sie nur umso sympathischer und glaubenswürdiger macht. „Der erste Strich ist am Schlimmsten“, sagt Rinshofer im Gespräch. Der eigene perfektionistische Anspruch treibe sie manchmal in den Wahnsinn. Nächtelang sitzt sie dann an ihrem Arbeitsplatz – einem rustikalen Holztisch überflutet mit jeglicher Art von Stiften – mit Blick auf den Tegernsee, genügend Energydrinks in Griffweite und laut aufgedrehter Musik im Hintergrund. Dabei sind vor allem die Augen das Wichtigste an den Porträts, erklärt sie: „Sie spiegeln den Charakter wider und daraus ergibt sich dann der Rest.“ 40 Stunden benötigt sie etwa für ein Tierporträt – plus minus der ein oder anderen verzweifelten Pause, etwa aufgrund des 100ten gezeichneten Haares im Fell einer Katze.

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Der Teufel liegt im Detail: Jeder Strich muss beim Fotorealismus genau an der richtigen Stelle sitzen. Foto: Nina Rinshofer

Detailarbeit des Fotorealismus

Es ist aber gerade die unausweichliche Detailarbeit des Fotorealismus, welche die Gmunderin als Kontrast braucht. Denn in ihren anderen Arbeiten verliert sie sich in ihrer eigenen bunten, künstlerischen Welt und taucht völlig ab in den Schaffensprozess. „Am Ende ist es nie so, wie ich es mir zu Beginn vorgestellt habe“, erzählt sie schmunzelnd. Egal ob sie ein komplettes Mountainbike mit winzigen grafischen Elementen verziert, oder leuchtende Bilder und Logos entwirft – in der sogenannten „Posca“-Kunstform geht die Gmunderin völlig in ihrem Element auf. Aus all ihren Ideen die Eine herauszufiltern und dann nicht den Fokus in diesem Entstehungsprozess zu verlieren, das sei bei jeder Arbeit ihre größte Herausforderung, gibt sie selbst zu.

Der Fokus in einer bunten Welt

Ein Visionboard aus Postkarten, Bildern, Zeichnungen und Sprüchen über ihrem Arbeitsplatz erinnert sie immer daran, wohin sie ihr Weg einmal führen soll. Und dieser führt eben nicht in ein „normales“ Leben als Künstlerin. Denn neben der gezeichneten Kunst, hat Rinshofer, noch eine weitere, tiefergehende Form der künstlerischen Verewigung gefunden: das Tätowieren. Ganz nach ihrem Motto „Das Leben muss bunt sein“, gestaltet sich somit auch der Lebensweg der tiefgründigen Gmunderin. Und irgendwann sitzt sie dann – wie auf ihrem Visionboard festgehalten – in ihrem Haus am Strand, mit Atelier und Tattoo-Studio. Fernab von vorgegebenen Schubladen und Lebensweisen, in ihrer eigenen, bunten Welt der Nina R.

Lesetipp: „Die jungen Wilden“: Die Sängerin Julia Finis“

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In der Kunstform „Posca“ verliert sich Nina Rinshofer in der Welt der grafischen Darstellung. Foto: Nina Rinshofer

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