Freunde für die Rettung der Welt

„Der Wunschpunsch" im Foolstheater

Der Wunschpunsch im Foolstheater. Foto: Monika Ziegler

Theater in Holzkirchen

Theaterfreunde von 8 bis 100 Jahre aufgepasst: Pflichttermin! Weil Michael Endes Stück „Der Wunschpunsch“ hochaktuell und weil die Inszenierung des Foolsensembles großartig ist, darüber war sich das gestrige Premierenpublikum einig.

Das ist schon etwas Besonderes, wenn Kinder um 20 Uhr in eine Theaterpremiere gehen dürfen. Aber nicht nur sie, auch die Erwachsenen waren begeistert. Lydia Starkulla hat den Klassiker des großen Autors temporeich und witzig auf die Bühne des Kultur im Oberbräu gebracht, ohne dass die Botschaft verloren geht.

Da gibt es nämlich zwei Menschen, angestiftet von der Hölle, die die Erde vernichten wollen, die Tierarten ausrotten, Bäume sterben lassen und das Klima verändern wollen. Ihr böser Wille ist ausreichend vorhanden, nur fehlt es noch an so mancher Realisierung, die aber bis zum Jahreswechsel erledigt sein muss, befiehlt der höllische Beamte.

Zwei Spione

Die Tiere haben Verdacht geschöpft und zwei Spione ausgesandt, einen Kater und einen Raben. Beide haben schon durch Umweltkatastrophen Federn gelassen und wollen nun gemeinsam die Welt retten. Ob es ihnen gelingt? Und wie stellen sie es an, dass der Wunschpunsch seinen Zweck verfehlt?

Lydia Starkulla, die auch für das Bühnenbild verantwortlich zeichnet, hat sich Verstärkung für das Schauspieler-Ensemble von den Waller Brettlhupfern geholt, mit großem Erfolg. Christian Selbherr, Leonhard Obermüller und Albert Ambacher sind eine echte Bereicherung. Fantastisch sind auch die Kostüme, die die Valleyerin Katharina Probst, bekannt durch das Modedesign „Unikäthe“, zauberte.

Eingelegte Tiere im Einweckglas

Beim Geheimen Zauberrat Beelzebub Irrwitzer sieht es ziemlich gruselig aus, da sind eingelegte Tiere in Einweckgläsern im Regal und auf einer Kiste steht „Sondermüll“. Er selber ist die Bösartigkeit und Aggressivität in Person. Leonhard Obermüller spielt den schlampig dahin schlurfenden, in zerrissenen Hosen und fleckigem Hemd nicht sehr appetitlich ausschauenden Irrwitzer voller Energie und Wille zum Bösen.

Auch seine Tante Tyrannja Vamperl will nur den Untergang der Welt und für sich das Beste. Cathrin Paul ist schlicht umwerfend in dieser Rolle. Dazu trägt neben ihrer schauspielerischen Leistung auch das groteske Kostüm bei, in dem sie überraschend sicher, trotz ordentlichen Punschkonsums, über die Bühne stolziert. „Die Cathrin hat mir am besten gefallen, die ist so witzig“, resümierte der 8jährige Rufus, der die Schauspielerin von Kursen aus seiner Montessorischule kennt.

Eleganter Kater und selbstbewusster Rabe

Nicht minder überzeugend agieren die beiden tierischen Weltretter. Jochen Geipel ist ein wunderschöner, verschmuster und eleganter Kater Maurizio, der nicht immer alles versteht aber sich doch sehr bemüht, etwas Gutes zu tun. Er streicht über Sofa und Kiste und hat ein wunderbar naives Geschau. Christian Selbherr flattert hingegen als Rabe Jakob Krakel trotz seiner Rabeneltern recht selbstbewusst umher und man nimmt ihm seine zahlreichen Ehefrauen gern ab. Geduldig erklärt er seinem eigentlich Feind, im Sinne der Weltrettung aber Freund Maurizio, was zu tun ist.

Als höllischer Beamter Made ist Albert Ambacher ein zutiefst unsympathischer Typ. Sehr blass, sehr schmierig, mit tonloser Stimme überbringt er die Nachrichten aus der Hölle, während Cornelius Heuten als heiliger Sylvester von oben her agiert. Recht weitschweifig sinniert er über die Ewigkeit und das Böse, bis er von den Tieren zur Aktion gemahnt wird.

Große Gratulation an das gesamte Ensemble für diesen bereichernden Abend.

Die nächsten Vorstellungen: 6.12., 16 Uhr, 13.12., 18 Uhr, 26.12., 16 Uhr, 27.12., 11 Uhr, 2.1., 16 Uhr, 6.1., 16 Uhr.
Karten auf der Internetseite und an der Kasse eine Stunde vor Beginn.

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