Das Spiel mit Licht und BElichtung

Der künstlerische Fotograf Thomas Bundschuh. Foto: Reinhold Schmid

Fotoausstellung in Valley

Das Bildhauer-Symposium an der Mangfall ist eine Institution, die „Skulptur-Nacht-Lichtung“ ein bis jetzt zweimaliges Spektakel, die laufende Ausstellung „Skulptur-Nacht-BElichtung“ im Valleyer Rathaus davon eine brandaktuelle künstlerische Foto-Dokumentation des Fotografen Thomas Bundschuh. Damit verleiht er dem Skulpturenpark an der Mangfall praktisch eine dritte Ebene in Gestalt von beeindruckenden Fotoarbeiten.

Rund 30 kunst- und kulturinteressierte Besucher ließen es sich am Donnerstag nicht nehmen, die Vernissage zu dieser beeindruckenden Bilderschau zu besuchen. Auch das prächtige Spätsommerwetter konnte nichts daran ändern, dass vor allem zahlreiche Valleyer Kulturschaffende erschienen und das winterliche Skulpturen-Lichtspektakel aus den Jahren 2024 und 2025 noch einmal Revue passieren ließen. Lotte Koch musste Sohn TOBEL und dessen Frau Christiane Ahlhelm wegen beruflicher Verpflichtungen entschuldigen. Beide sind ja bekanntlich die Ideengeber und Organisatoren des mittlerweile über Grenzen hinweg etablierten Bildhauer-Events.

Skulptur-Nacht-Belichtung
Das „Eingangstor“ v. Maarit Kreuzinger /Jürgen Bartschneider. Foto: Thomas.Bundschuh

Thomas Bundschuh und die Kunst der Fotografie

Der Protagonist – übrigens eine tragende Säule des vor kurzem zu Ende gegangenen und teilweise umjubelten Miesbach Kammermusik Festivals – selbst gab einen Einblick in das Entstehen seiner Kunst und den besonderen Reiz des Skulpturenparks an der Mangfall besonders bei Dunkelheit. Er dankte Franz Huber und der „Rathauscrew“ sowie Marcus Grossmann, der dafür sorgt, dass im Rathaus immer wieder einheimische Künstler ihre Arbeiten zeigen können.

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Er erzählte, dass er, als es um die Berufswahl ging, zuerst einmal der Betriebswirtschaft den Vorzug gab, bis er dann vor etwa 20 Jahren wieder zu seiner Leidenschaft zurückkehrte. Er bedauerte, dass das mit den Jahren immer renommierter werdende Bildhauersymposium mangels Finanzausstattung zumindest mal eine Pause einlegen muss, freute sich aber, mit seiner Ausstellung von 16 Arbeiten (im EG farbig, im I. Stock schwarz-weiß) wenigstens die Erinnerungen an die beiden „Skulpturen-Nacht-Lichtungen“ aus den letzten beiden Wintern wachhalten dürfe.

Skulptur-Nacht-Belichtung
„Flaschenball“. Foto: Thomas Bundschuh

Er schuf den Zyklus „Skulpur-Nacht-BEelichtung“, eine Fotoserie über Skulpturen, die an den längsten Nächten des Jahres mit Lampen, Scheinwerfern, Kerzen oder sonstigen Lichtquellen beleuchtet wurden oder über extra für diesen Anlass geschaffene Lichtinstallationen.

Skulptur-Nacht-Belichtung
„Whisper“/Skulptur von Girts Burvis. Foto: Thomas Bundschuh

Dominik Bundschuh, Sohn des in Hohendilching lebenden Fotografen, wies auf die Dreistufigkeit des Projektes hin: Stufe eins besteht in der Herstellung und Platzierung der jeweiligen Skulpturen, Stufe zwei in der Beleuchtung derselben während der „Skulpturennächte“, und schließlich Stufe drei in der Belichtung des Ganzen, also in ihrer künstlerisch-fotografischen Umsetzung und Abbildung.

„Ich bin nur der Handwerker“, stapelt Thomas Bundschuh tief, „der versucht, das alles auf meine Art zu sehen.“ Es handle sich hier um ein Feld, das der Fotograf gerne bespielt.“

Eine mystische Welt von Licht und Schatten

„Skulpturen erzielen mit entsprechenden Lichtverhältnissen und stimmiger Beleuchtung noch einmal eine ganz andere Wirkung“, konstatiert er. In diesem Bericht sind aus zahlreichen ebenso geeigneten vier Beispiele dafür herausgenommen, wozu Licht und sein kreativer Einsatz in der Lage sind. Beispiel: Die Skulptur von Lokalmatador TOBEL: Eine für ihn typische Arbeit, bei der der Bildhauer den Stein spiralförmig durchbricht. Durch das „Dunkellassen“ des massiven Körpers und Betonung der Spirale durch Licht entsteht eine völlig neue Figur. TOBEL nennt sie „Mondphasen“, der Fotograf setzt sie eindrucksvoll in Szene und macht daraus ein Kunstfoto nahe an der Perfektion.


„Mondphasen“/Skulptur von TOBEL. Foto: Thomas Bundschuh

Die Abbildung unten zeigt in Schwarz-Weiß zwei Skulpturen, die miteinander im Dialog zu stehen scheinen. Dabei war es dem Fotografen wichtig, den Raum zwischen ihnen nicht komplett dunkel zu gestalten, um den Eindruck der Kommunikation nicht zu gefährden.


„Dialog“ zwischen „Lucid“ (Yang Liu) und „Mond-Phasen“ (TOBEL). Foto: Thomas Bundschuh

Thomas Bundschuh betrachtet seine kleine Ausstellung als Gelegenheit, die Emotionen des Events wieder aufleben zu lassen (dazu ließ er noch einmal die Musik von Johannes Kroeker im Hintergrund laufen) oder diejenigen, die bisher nicht dabei sein konnten, zu einem Besuch am 19. und 20. Dezember dieses Jahres zu motivieren.

Die Fotoschau, deren Besuch sich lohnt, ist zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Valley bis 31.12.2026 zu sehen.

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