Advent mit Sabine Sauer

Advent mit Sabine Sauer

Sabine Sauer in der Winner’s Lounge Bad Wiessee. Foto: Jürgen Haury

Musikalische Lesung in Bad Wiessee

Wohltuend hob sich dieser vorweihnachtliche Abend in Bad Wiessee ab von der Vielzahl der Adventssingen und Lesungen im Oberland. Sabine Sauer, Moderatorin des Bayerischen Rundfunks, und das Trio „gruberich“, fanden eine wunderbare Mischung heiterer, besinnlicher und erfrischender Texte und Kompositionen als Einstimmung auf die „staade Zeit“.

Nicht nur der Rahmen in der festlich geschmückten Winner’s Lounge der Spielbank Bad Wiessee stimmte das gespannte und entspannte Publikum bestens ein auf diesen Abend. Auch die angenehm wohlige Stimme von Sabine Sauer und die besondere Musik von Maria Friedrich (Cello), Thomas Gruber (Hackbrett und Bayerische Ziach) und Sabine Gruber-Heberlein an der Harfe gingen sofort in Herz.

gruberich
Das Trio „gruberich“: Maria Friedrich, Thomas Gruber, Sabine Gruber-Heberlein (v.l.). Foto: Jürgen Haury

Altbayerische und andere Geschichten beim Advent mit Sabine Sauer

Sabine Sauer hatte ein vielfältiges Potpourri an Texten ausgewählt. So erzählte sie, wie das Christkindl, nämlich die sechs erwachsenen Kinder, den Wiesinger Bauern mit höchst unterschiedlichen Geschenken beglückte. Dass ihm bei den Dankesschreiben an seine in ganz Deutschland verteilt lebenden Kinder so Manches durcheinandergeriet, hat seinen besonderen Reiz und sorgte für die entsprechenden Lacher bei den Zuhörern.

Advent mit sabine Sauer
Sabine Sauer sorgt für Lacher. Foto: Jürgen Haury

Auch die Geschichte von der „Weihnachtsgans“ soll sich so zugetragen haben, wie sie vorgelesen wurde. Agathe und Emily, zwei ältere Damen in einem Vorort von München in einem Mietshaus lebend, wollten sich ihren ganz eigenen Weihnachtsbraten besorgen und kauften sich eine „springlebendige“ Gans, die sie liebevoll fütterten. Kurz vor dem Fest standen sie vor dem Dilemma: Wer von beiden sollte der Gans den Garaus machen? Auch hier eine wunderbare Wendung dank Veronal.

Thomas Gruber und Maria Friedrich
Maria Friedrich und Thomas Gruber. Foto: Jürgen Haury

Besonders berührend war die „Glücksstunde“. Die Ich-Erzählerin aus Deutschland fühlt sich einsam und verloren in Schanghai, hat keine Freunde, dafür aber großes Heimweh. Was die Kupfermünze mit den Wollfäden in ihr auslöste, die sie am Heiligen Abend von den chinesischen Mitbewohnern geschenkt bekam, davon berichtet dieser Text. Dazu muss man wissen, dass jeder Wollfaden, der hier von den Mitbewohnern zu einem Zopf geflochten wurde, eine Stunde des eigenen Glücks darstellt, die dem Beschenkten abgegeben wird. Welche Stunde des Lebens wird da verschenkt? Und wird die Kupfermünze weitergegeben?

Traditionelle und andere Musik

Das Trio gruberich begleitete die Geschichten mit gefühlvoller altbayerischer und rhythmisch jazzig-grooviger Musik. Da kamen alte niederbayerische Weisen ebenso zu Gehör wie moderne Eigenkompositionen der drei Künstler. Dabei wechselte Thomas Gruber vom Akkordeon zum Hackbrett und sprang schwungvoll zwischen den Instrumenten hin und her.

Thomas Gruber
Thomas Gruber am Akkordeon. Foto: Jürgen Haury

Mal lag die Melodie bei der Ziach, mal wurden kurze Soli meisterhaft von der Harfe übernommen oder gingen sanft und zart von Harfe und Cello aus. Elemente von Klezmer-Musik wechselten ab mit klassischer Musik. Sternenwalzer und alte Menuette zeigten die Bandbreite der Musiker ebenso wie die Eigenkompositionen „Flic Flauder“, „Flip Polka“ oder „Laraina“. Laraina ist ein ganz persönliches Stück des Ehepaars, trägt es doch den Namen der gemeinsamen Tochter.

Krippenspiele

Gemeinsam gestalteten Sabine Gruber-Heberlein und Sabine Sauer das Weihnachtslied „Ich steh an deiner Krippe hier“. Einfühlsam und bewegend sprach Sabine Sauer den poetischen Liedtext von Paul Gerhardt aus dem 17. Jahrhundert, begleitet vom zarten Harfenspiel. Großes und Kleines, Armut und Reichtum stehen einander gegenüber. Das scheinbar arme und schwache Kind in der Krippe wird als mächtig und reich erkannt.

Sabine Gruber-Heferlein
Sabine Gruber-Heferlein. Foto: Jürgen Haury

Von einem anderen Krippenspiel hörten wir in der Erzählung „Wie man zum Engel wird“ von Ruth Schmidt-Mumm. Hier geht es wie so oft um mehr oder weniger erfolgreiche Schulaufführungen des traditionellen Krippenspiels und der Herbergssuche. Thomas und sein kleiner Bruder Tim sind in dieser Geschichte die Helden und verleiten das Publikum in Bad Wiessee zu mehrmaligem Schmunzeln.

Advent mit Sabine Sauer
Noch eine Zugabe bitte: Sabine Sauer. Foto: Jürgen Haury

Wenn sich die Wiesseer nicht durch anhaltenden Applaus eine Zugabe erklatscht hätten, hätten wir die originelle Geschichte vom „Christbaumständer“ wohl niemals gehört. Mit diesem Text hat Sabine Sauer das i-Tüpferl auf die überaus gelungene Veranstaltung gesetzt und nochmals für große Erheiterung mit dieser „Weihnachtsüberraschung“ gesorgt.

Zum Weiterlesen: Wigald Boning und Bernhard Hoëcker beweisen: Wissen macht glücklich

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