Marcus Grossmann

Hommage an den Eisbären

The Boss. Foto: Marcus Grossmann

Ausstellung in Agatharied

Faszinierende Fotografien von Tieren und Landschaften aus der Arktis zeigt der Valleyer Fotograf Marcus Grossmann im Foyer des Krankenhaus Agatharied. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Eisbär in den Polargebieten.

Ihn hat Marcus Grossmann immer wieder bei seinen Expeditionen gesichtet und fotografiert. Auf Booten sei er diesem größten Landraubtier der Erde bis etwa 20 Meter im Packeis nahegekommen, erzählt er. So entstanden die Aufnahmen in brillanter Schärfe des Eisbären in unterschiedlicher Umgebung und Verfassung.

Marcus Grossmann
Gelassenheit. Foto: Marcus Grossmann

Unberührt von der Außenwelt etwa ist das Tier ganz in sich versunken. „Gelassenheit“ hat der Fotograf das Porträt genannt. „Junge Wilde“ titelt er zwei junge Eisbären, die er im nördlichen Alaska sichtete. Nur die Umrisse zeigt das Foto „Silhouette“ eines Eisbären im Gegenlicht. Einen riesigen Eisbären hat Marcus Grossmann „The Boss“ genannt und „A Mothers Pride“ eine Eisbärmama mit Kind.

Marcus Grossmann
Silhouette. Foto: Marcus Grossmann

In den vergangenen acht Jahren war der Valleyer etwa zwölf oder dreizehnmal mit seiner Fotoausrüstung in der Arktis, zumeist im November, „da sammeln sich die Eisbären im Packeis“, erklärt er.


Marcus Grossmann. Foto: MZ

Seine Faszination für die Arktis reiche bis in seine Jugend zurück, berichtet der Fotograf. Mit der ersten Spiegelreflexkamera reiste er nach Skandinavien, gab aber nach dem Studium zunächst das Hobby auf, um sich als Bauingenieur zu etablieren.


Gletscherfront. Foto: Marcus Grossmann

Anfang der 2000er Jahre habe er seine Fotoleidenschaft wieder entdeckt und vor allem seine Faszination für die Arktis. Er sei begeistert von der Weite und Stille dieser Landschaften und den dort lebenden Tieren. Neben den Eisbären sind das auch Walrösser. Auf diese Riesen sei er mit dem Boot und anderen Fotografen auf bis zu fünf Meter herangekommen. „Sie sind neugierig“, erzählt er und er habe gehört, dass sich einmal ein Walross auch an das Boot angehängt habe.

Entstanden sind dabei Porträtaufnahmen der Tiere, auf denen jedes einzelne Barthaar erkennbar ist. Aber auch der Polarhase im Gegenlicht oder die Moschusochsen oder der Polarfuchs sind Beispiele für die Fotokunst von Marcus Grossmann.


Junger Polarfuchs. Foto: Marcus Grossmann

Zur Vernissage sagte er, dass seine Fotografien besonders gut zu den blauen Wänden im Foyer des Krankenhauses passen. Es sei seine schönste Ausstellung und er freue sich besonders, dass Patienten und Mitarbeiter hier einen Ausgleich zu Krankheit und Arbeitalltag finden können.

Der Fotokünstler erwähnte auch die politische Dimension der Arktis, „ein größenwahnsinniger Amerikaner wollte Grönland besetzen“ und das Thema Klimawandel. „Die Eisbären sind ein Abbild dieser Katastrophe“, sagte er.


Zwischen Himmel und Eis. Foto: Marcus Grossmann

Neben den Fotografien der Fauna der Arktis hat Marcus Grossmann auch die Landschaft in ihrer Schönheit und Einzigartigkeit immer wieder fotografiert. Riesige Eisberge in den unterschiedlichsten Formationen, die sich zu Skulpturen auftürmen, blaue kompakte Eiswände vor weißen, lockereren Regionen und zuweilen auch dunkle Felsen, in deren Abhängen Eis und Schnee einen spannenden Kontrast ergeben.


Sonnenuntergang an der zugefrorenen Hudson Bay. Foto: Marcus Grossmann

Kontraste auch durch das Licht im Sonnenauf- und -untergang und im Zwielicht. Vor einem rosa Himmel schaut ein Eisbär direkt in die Kamera. Licht und Schatten, Wolkenformationen, Eisberge, Packeis und Wasser ergeben immer wieder neue Motive zwischen Himmel und Erde.


Halo oder Sonnenring. Foto: Marcus Grossmann

Manche der Fotografien bekommen durch Schneeflocken noch ein besonderes Gepräge. Einen spitzen Eisberg hat Marcus Grossmann zweideutig „Shades of Grey“ genannt.

Mit enormer Präzision und Perfektion, mit immenser Geduld, „manchmal sitzt man auf der falschen Seite im Boot“ und mit seiner Begeisterung für die Arktis in ihrer Schönheit, aber auch Bedrohtheit, hat Marcus Grossmann diese faszinierenden Fotografien geschaffen, eine unbedingt sehenswerte Ausstellung.

Marcus Grossmann „Tiere und Landschaften der Arktis“ im Foyer des Krankenhauses Agatharied noch bis Ende des Jahres 2026.

Zum Weiterlesen: Wilde Arktis – ein Foto-Traum

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