
„Spitzingsee“: Film und Roman
Ben Blaskovic in „Spitzingsee“ als Friedrich. Foto: (c) Victus Films GmbH
Film und Buch vom Spitzingsee
Eine Heimatreihe über den Landkreis Miesbach plant Schauspieler und Produzent Ben Blaskovic. Das Drehbuch für einen historischen Alpenwestern, der am Spitzingsee spielt, ist fertig, das Konzept für Teil 1 liegt in der Schublade, es fehlen nur noch die Geldgeber.
„Jetzt schreibe ich zu dem Thema einen Roman“, erzählt Ben Blaskovic, gerade aus den USA zurückgekehrt, wo er erfolgreich mit seinem Kurzfilm „Ba Ba Bound“ am Utah International Film Festival in Taylerville teilnahm. „Die Hauptdarstellerin und Sounddesign waren für einen Preis nominiert“, berichtet er.
Die Geschichte dieses Films hat etwas mit ihm selbst zu tun. Es geht um ein zehnjähriges Mädchen, das stottert aber trotzdem Schauspielerin werden will. Über seine Erfahrungen sprach im vergangenen Jahr der Schauspieler bei der Fastenpredigt. Nach einem Sturz habe er eine Sprachstörung erlitten und sei gemobbt worden.
Eine Lehrerin indes habe ihn ermutigt, in der Theatergruppe trotz Stottern mitzuspielen. Und heute kennt ihn ganz Deutschland aus zahlreichen Filmen und Fernsehserien. Er ist ein Star, aber er ist auf dem Teppich geblieben und nach wie vor der nette Typ von nebenan.

Ben Blaskovic bei der Fastenpredigt 2025. Foto: Petra Kurbjuhn
Mit seiner Produktionsfirma Victus Films hat er, angelehnt an wahre Begebenheiten aus dem Jahr 1919, ein Drehbuch geschrieben, wobei er die Handlung in das Jahr 1869 verlegte. „1919 war der Jahrhundertsturm am Spitzingsee, aber ich finde die Zeit um 1869 spannender“, erklärt er, wie er Historie mit Fiktion mischte.
Zur Historie gehört die Bockerlbahn, die das massenhaft entwurzelte Holz nach dem Sturm ins Tal transportierte, da der Weg über den Fluss und die Erzherzog-Johann-Klause nicht ausreichte. Diese historischen Ereignisse dienen als Hintergrund für die Konflikte und Spannungen, die Ben Blaskovic mit seinem Film aufzeigt.

Bockerlbahn. Foto: Thomas Kockler
„Damals war die Reibung zwischen Stadt und Land noch viel größer“, begründet Ben Blaskovic, der im Film selbst den charismatischen machtbesessenen Geschäftsmann Friedrich aus München spielen möchte. Warum den Bösen? „Weil ich sonst immer lieb bin“, lacht er.
„Der Friedrich ist eine superspannende Figur mit gutem Kern, der das Gute schaffen will, aber dann packt ihn die Gier.“ Im Endeffekt würden das auf die meisten Menschen zutreffen, die allein durch äußere Dinge, die auf sie einprasseln, weniger gute Dinge tun. „Das ist menschlich.“

Emmi mit ihrem Vater. Foto: (c) Victus Films GmbH
Im Film geht es um die Holzfällertochter Emmi, die ihrem Vater auf dem Totenbett verspricht, den Familienbetrieb zu retten. Durch den Sturm aber verliert sie alles und erhofft sich Rettung von Friedrich, der in dem aufgeschwemmten Holz eine gute Gelegenheit wittert, viel Geld zu verdienen.
Bruder Jakob kehrt nach einer Kriegsverletzung ins Dorf zurück und verfällt dem Alkohol, als er vom Pakt Emmis mit Friedrich erfährt. Er hetzt das Dorf gegen sie auf. Eine vierte Figur ist Anne-Marie, eine ausgegrenzte Preußin, die in Tirol lebt, sich dem Pfarrer unterwirft und ihn schließlich im Affekt tötet. Bei Friedrich findet sie Unterschlupf.

Teresa Klamert als Emmi. Foto: (c) Victus Films GmbH
Aus diesem Setting entwickelt sich die spannende Handlung aus Loyalität, Gier und Verführung, die in den heimischen Bergen rund um den Spitzingsee angesiedelt ist. Ben Blaskovic erzählt, dass in seiner schwierigen Kindheit – neben dem Stottern war er auch der Preiß, obwohl in Tegernsee geboren aber mit kroatischen Wurzeln – in der Natur einen Zufluchtsort fand.
Geschichten, die Brücken schlagen
„Ich kannte jeden versteckten Pfad, jede geheime Bucht zwischen Spitzingsee und Erzherzog-Johann-Klause. Dort, in der Stille der Berge, fand ich das Gefühl, wirklich anzukommen.“ Heute sei er Schauspieler, Produzent, Regisseur, Geschäftsführer der Victus Films in den Bavaria Filmstudios. „Und ich erzähle Geschichten, die Brücken schlagen – zwischen Herkunft und Zukunft, Stadt und Land, Tradition und Wandel.“
„Spitzingsee“ will bewusst machen, dass nur durch offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis eskalierende Konflikte vermieden werden können, sagt Ben Blaskovic. Anhand der Figuren, die sämtlich ihren eigenen Rucksack voller Erfahrungen und Verletzungen tragen, wolle er dazu einladen, genauer hinzuschauen, anstatt vorschnell zu urteilen.

Emmi (Teresa Klamert) vor der Bergkulisse. Foto: (c) Victus Films GmbH
Der Film solle am Spitzingsee und Umgebung gedreht werden und er freue sich über die Zusage des Markus Wasmeier Freilichtmuseums, dort drehen zu dürfen. Um den Film drehen zu können sucht Ben Blaskovic Sponsoren. Er ist sicher, dass eine finanzielle Teilhabe an dem Film für einheimische Unternehmen durchaus lukrativ sein kann.
Jetzt aber, so berichtet der Autor, Regisseur und Produzent, schreibe er den Roman zum Film. Daraus, so plant er, werde eine Heimatreihe und künftig solle dann aus den Romanen das Drehbuch für einen Film werden. Für Teil 2 habe er sich den Bergbau in Hausham vorgenommen, verrät er.