Schmeißt den Laptop in die Ecke und geht raus in die Natur

Mountain Lake Vista: Veronika Muth, Vinzenz Semmler, Tobias Gmach

Mountain Lake Vista: Veronika Muth, Vinzenz Semmler, Tobias Gmach. Foto: MLV

Konzert in Miesbach

Mountain Lake Vista ist eine Band, die bislang auf der Wiese oder am Lagerfeuer gespielt hat. Für die Präsentation ihres Debütalbums schafften sie es, den Waitzinger Keller komplett zu füllen. Dafür hatten sie einige Überraschungsgäste eingeladen.

Hier folgt ein Interview mit einem Konzertbesucher (KB):

KV: Was war die erste Überraschung?

KB: Den Anfang machte der Schauspieler Urmel Saurle, der es sich im Lehnstuhl auf der Bühne gemütlich machte und einen recht launigen Text las. Er sinnierte, warum Eselsbrücken bei ihm nie ans Ufer der Erleuchtung führen. Das war der humorige Auftakt für einen ausgesprochen gemütlichen Wohlfühlabend.

KV: Und wer war der angekündigte Kuschelpirat?

KB: Der Kuschelpirat ist der Musikkabarettist Norbert, den die Band bei einem kleinen Festival in Dachau kennengelernt hatte. Wurst essend schraddelte er seine Songs, mal albern, mal politisch, von der Sehnsucht nach Liebe und vom dummen Nazi. Seinen stärksten Moment hatte er mit dem Lied, in dem er klagt, dass ihm überall die Haare wachsen, nur nicht auf dem Kopf, „Skandal, ich werd‘ kahl“.

KV: Nun zu Mountain Lake Vista. Wie könnte man ihre Musik beschreiben?

KB: Die Band setzt sich zusammen aus Vinzenz Semmler, Tobias Gmach und Martin Schindler, alle an akkustischer Gitarre und Gesang, den Beat schlägt Vinzenz Semmler mit dem Cajon Pedal. Das ist die ursprüngliche Formation. Vor einiger Zeit stieß Veronika Muth mit Geige und Gesang dazu, die die Band absolut bereichert. Sie spielen stimmgewaltigen Folkrock im Stile von Chuck Ragan und Mumford&Sons. Bei diesem Konzert musste Martin Schindler krankheitsbedingt kurzfristig passen. Dennoch schafften es die verbliebenen Drei, ihren handgemachten Songs die volle Energie zu geben. In jedem Moment war die Leidenschaft spürbar mit der sie über Fernweh, Freiheit und die Schönheit der Natur singen. Man glaubt es ihnen sofort. Sie verstehen ihr Handwerk, haben dabei auch noch richtig gute Stimmen, lieben die Musik und sind durch und durch authentisch.

Mountain Lake Vista - Veronika Muth, Theresa "Chanson", Vinzenz Semmler, Tobias Gmach (v.l.)

Mountain Lake Vista: Veronika Muth, Theresa „Chanson“, Vinzenz Semmler, Tobias Gmach (v.l.). Foto: MLV

KV: Da spricht der Fan…

KB: Kann man so sagen. Ich habe MLV das erste Mal vor knapp 2 Jahren im D’Obschtgarten gesehen und war direkt begeistert. Seitdem hab ich noch einige Gigs gesehen, unter anderem im Gasthaus in Bad Tölz als Vorband von Les Beignets. Da waren sie auch stark. Jetzt im Waitzinger Keller gefiel mir besonders, dass die Geige mehr und mehr in den Vordergrund rückt und Veronika Muth den mehrstimmigen Gesang ergänzt.

Und dann hatten sie noch diese Gastsängerin Theresa „Chanson“, mit einer, ich würde sagen „Wow“-Stimme. Mit dem, von ihr selbst geschriebenem, Lied gabs zwar Startschwierigkeiten, weil die Jungs plötzlich nicht mehr wussten wie’s ging, quasi Werkstattatmosphäre, als sie aber dank Humor wieder in die Spur gefunden hatten, gab’s einen unter die Haut gehenden Song vom Sturm, der einen gleich mit davon wehte. Und für die letzten 3 Stücke wurde Peter Savee am Banjo auf die Bühne geholt: Ein virtuoser Bluegrass-Zupfer, der bestens mit der Band harmonierte. Als dann als Zugabe auch noch der Old Crow Medicine Show Hit „Wagon Wheel“ geschmettert wurde, musste ich trotz Bestuhlung und Gästen im Anzug laut mitsingen und juchzen.

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Veronika Muth, Vinzenz Semmler, Tobias Gmach (v.l.). Foto: MLV

KV: Passt denn diese Musik in den gediegenen Waitzinger Keller?

KB: Eigentlich nicht, aber sie haben das Beste draus gemacht. Auf einer Leinwand hinter der Band wurden zu jedem Stück Fotografien von Markus Seidling projiziert. Der hat ein sehr gutes Gespür für Stimmungen und einen feinen, ruhigen Stil. Er zeigte überwiegend Landschaftsbilder aus unserer Umgebung, die die natur- und freiheitsverbunden Songs von Mountain Lake Vista geschmackvoll bebilderten. „Schmeißt den Laptop in die Ecke und geht raus in die Natur“, hatte Vinzenz Semmler trocken das Credo der Band formuliert.

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