Am Weltbienentag: Schwarz-gelbe Insekten im Fokus

Weltbienentag

Die Bienen spielen heute die Hauptrolle, denn am 20. Mai wird der Weltbienentag gefeiert. Foto: SB

Zum Weltbienentag

Sie leben auf jedem Kontinent unserer Erde und sind nicht nur für Flora und Fauna überlebenswichtig, sondern auch für uns Menschen: die Bienen. Viele der 20.000 verschiedenen Arten sind vom Aussterben bedroht. Am heutigen Weltbienentag soll das schwarz-gelb gestreifte Insekt die Hauptrolle spielen.

Um den weltweiten Rückgang der Bienenpopulation und deren dringenden Schutz zu unterstreichen, hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2018 den 20. Mai zum Weltbienentag ausgerufen. Um auch vor Ort einen Teil zum Artenschutz beitragen zu können, bildet der Verein Bienenfreunde Oberland aus Warngau unter anderem Neuimker aus – so wie das Ehepaar Florian und Christine Stanek aus Föching. Wie die Jungfrau zum Kinde kamen die beiden 42-Jährigen auch zu ihren ersten Bienen. Denn die Flugbienen des Schwarms hatten im Sommer 2019 den Zwetschgenbaum im Garten der Staneks als Nistplatz ausgekundschaftet. Die Hilfe durch den Vorsitzenden der Bienenfreunde Oberland, Georg Ramgraber, war bitter nötig. Denn das Ehepaar war mit seinen überraschenden Besuchern zunächst etwas überfordert.

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Voller Stolz präsentiert Florian Stanek eine Wabe seiner Bienen. Foto: SB

Willkommen in der Welt der Bienen

Obwohl das Bienenvolk bereits kurze Zeit später den Baum wieder verließ, stand für das Paar fest, unbedingt mit der Imkerei zu starten. Eine sogenannte Bienenkrippe hatten sich die Beiden auf Anraten von Ramgraber bereits zugelegt. In dieser können die Insekten selbst ihre Waben bauen, ohne vorgefertigte Wände. In den allgemein bekannten Kästen, sogenannte Beuten, sind Holzrähmchen mit Mittelwänden eingelegt, an welche die Bienen dann ihre Waben bauen. Am Ende kommt bei beiden Arten wundervoller, goldener und klarer Honig raus.

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In den Zellen der Waben wird der Blütennektar gesammelt, aus dem dann der Honig entsteht. Foto: SB

Der Führerschein für Imker

Über einen Lehrerkollegen von Florian kamen die Staneks dann zu ihrem wirklich ersten Bienenschwarm. Um sich auch fachgerecht um ihre neuen Familienmitglieder kümmern zu können, machten sie die Neuimker-Ausbildung bei den Bienenfreunden. Die Theoriekurse finden über einen Jahreszyklus hinweg einmal im Monat statt. Außerdem gibt Ramgraber wertvolle Tipps und Vorführungen am Lehrbienenstand des Vereins in Holzkirchen (siehe Infokasten). „Ohne die Betreuung von Georg würde man da selbst nicht durchblicken“, sagt Christine ehrlich. Sie appelliert daran, die Bienen nicht als trendiges Spielzeug zu sehen: „Man übernimmt Verantwortung für diese Tiere, muss sich um sie kümmern. Deshalb ist dieser Imkerkurs so wichtig.“ Ramgraber vergleicht die Ausbildung mit einem Führerschein, denn „jeder fährt anders, aber das Grundwissen muss gleich sein.“

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In der Bienenkrippe bauen die Insekten ihre Waben und leben mit ihrem Volk samt Königin. Foto: SB

Die Biene: Ein wertvolles Geschenk

Der Vorsitzende der Bienenfreunde wurde dann zum sogenannten „Imkerpaten“ des Paares und führte sie in die Welt der schwarz-gelb gestreiften Insekten ein. Denn, da sind sich alle Drei einig: „Bienen halten ist ein Geschenk.“ Die Haltung sei nicht für jeden etwas: „Die Theorie ist wichtig. Aber man muss auch anpacken wollen und sich mit der gesamten Thematik, dem System Biene, beschäftigen.“ Denn nicht nur die fleißigen Insekten, auch das Wetter, die Pflanzen im eigenen Garten und auf den Feldern in der Umgebung müssen beobachtet werden. „Man erhält einen völlig anderen Blick auf die Natur“, sagt Christine. Gerade diese besondere Verbundenheit durch die Arbeit mit den Bienen zu Flora und Fauna sei für das Ehepaar so wichtig und wertvoll.

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20.000 verschiedene Bienenarten leben auf der Welt, doch viele der schwarz-gelb gestreiften Insekten sind vom Aussterben bedroht. Foto: SB

Zum Weltbienentag: Ein schützenswertes Naturwunder

80 Prozent aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen werden von den Insekten bestäubt. Um diese Bestäubung zu sichern, braucht es neben den Honigbienen aber auch die Wildbiene. Und die ist neben natürlichen Feinden wie Vögeln und Hornissen, vor allem durch von Menschen geschaffene Umweltbelastungen gefährdet. Imker tragen ihren Teil dazu bei, die so wichtige Bestäubung in der Natur teilweise zu sichern. Der Schwarm der Staneks ist im vergangenen Jahr zu einem beachtlichen Volk von rund 60.000 Bienen angewachsen und wurde jetzt sogar in einen weiteren eigenständigen Schwarm geteilt. Am Ende kommt es darauf an, diese wundervollen Insekten und damit unsere gesamte Erde zu schützen. Denn sie bilden ein „Naturwunder vor der Haustür“, wie die drei Imker sagen.

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In einem Bienenvolk lebt die Königin mit ihren weiblichen Arbeiterinnen und den männlichen Drohnen. In den geschlossenen Wabenzellen liegen Eier und Larven in verschiedenen Entwicklungsstadien. Fotos: SB

Alle Informationen zum Verein Bienenfreunde Oberland sowie die Imkerausbildung finden Sie unter www.bienenfreunde-oberland.de. Der Lehrbienenstand in Holzkirchen ist von Mai bis August, bei gutem Wetter, jeden Samstag ab 14 Uhr für Besucher geöffnet. Bitte um Anmeldung bei den Bienenfreunden und geltende Coronamaßnahmen beachten. Weitere Informationen zum Weltbienentag finden Sie unter www.weltbienentag.de.

Lesetipp: Imkerliche Heimatgeschichte: Ein Sieg der Menschlichkeit

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