Timmy entdeckt die Oper

Andreas Haas (v.l.), Doris Langara und die Kammermusiker vom Freien Landestheater Bayern. Foto: Monika Ziegler

Klassik für Kinder in Miesbach

Es summte gestern um 10.20 Uhr wie in einem Bienenhaus und die Mitarbeiter des Waitzinger Kellers hatten alle Hände voll zu tun, gemeinsam mit den Lehrkräften mehrere Hundert Kinder auf ihre Plätze zu befördern. Als es dann gongte, verstummte das Stimmengewirr und aufmerksam und konzentriert folgten die Sechs- bis 12jährigen dem Geschehen.

Sie durften einen Blick vor und hinter die Kulissen der großen Opernbühne wagen. Dort trafen sie auf eine Königin, eine Hexe und Gretel, auf Papageno, Ännchen, Max und den zwielichtigen Kasper und hatten eine großen Spaß an der Darbietung.

Zum wiederholten Mal lud Andreas Haas, Flötist und Intendant des Freien Landestheaters zur Vorstellung „Klassik für Kinder“. Was er gemeinsam mit sechs Instrumentalisten des Orchesters und der Sängerin Doris Langara bot, war zweifelsohne dazu angetan, Kinder für dieses Genre zu interessieren. Kurzweilig und spannend erzählte, spielte und sang der Musiker und schlüpfte dabei in die unterschiedlichsten Rollen, wie Timmy, Feuerwehrmann, Papageno, Max oder Hexe.

Oper oder Opa?

Er bezog die Kinder von Anfang an in das Geschehen mit ein, fragte gleich eingangs, was denn eigentlich eine Oper sei. Da werde gesungen statt gesprochen rief ein Kind und ein anderes meinte zur Erheiterung der Musiker auf der Bühne: „Mein Opa ist ein netter Mann.“ Nein, nicht um den Opa, sondern um die Oper gehe es, erklärt Haas und da werde eine Geschichte musikalisch erzählt.

Die Kinder begleiteten Timmy in die Oper, wo er als erstes auf die Koloratursopranistin trifft. Doris Langara erklärt ihm, dass eine Koloratur die Fähigkeit sei, viele Töne schnell hintereinander zu singen ohne einen Knoten in den Hals zu bekommen. Und demonstriert das praktisch mit der berühmten Arie der Königin der Nacht aus Mozarts „Zauberflöte“. Mit Papageno zusammen dürfen die Kinder das Vogelfängerlied singen und erfahren dann von einem Feuerwehrmann eine Menge über Spezialeffekte in der Oper.

So viele Rollen

So wie im „Freischütz“, wo es in der Wolfsschlucht mächtig kracht und gruselig ist. Die Spannung steigt im Saal des Waitzinger Kellers, während der böse Kaspar die Zauberkugeln gießt, die Musik im Hintergrund das Geschehen untermalt und Max mit seiner Flöte einen Vogel schießt. Gottlob geht alles gut aus und zum Schluss darf es noch lustig werden, wenn Andreas Haas als Hexe und Doris Langara als Gretel in Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ agieren. „So viele verschiedene Rollen hast du drauf“, wundert sich Timmy.

Mit falschen Haaren, einer langen spitzen Nase und hoher schriller Stimme erfreut Haas die Kinder und reitet letztlich auf dem Besen durch den Saal, nur leider landet die arme Hexe bekanntermaßen im Ofen und zum Schluss dürfen alle gemeinsam singen: „Die Hexerei ist nun vorbei“, wobei sich die Kinder den Takt auf die Oberschenkel schlagen.

Ob sie sich nun wirklich zum Geburtstag einen Besuch in der Oper wünschen, so wie es Andreas Haas rät, sei dahin gestellt, auf jeden Fall hat es ihnen mächtig gefallen, ihr begeistertes Trampeln und Klatschen gab beredtes Zeugnis. So wünscht man es sich, dass Kinder an Klassik herangeführt werden: leicht, locker, unterhaltsam, in appetitliche Portionen verpackt und in eine Geschichte eingehüllt.

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