Otto Wesendonck statt Henry Moore

Otto Wesendonck

„Doppelwendel“ in München enthüllt. Foto: Antonia Leitner

Kunst im öffentlichen Raum

Die Bronzeskulptur „Doppelwendel“ des Waakirchner Bildhauers Otto Wesendonck wurde jetzt im öffentlichen Raum in München feierlich enthüllt. Sie ist das Herzstück des Foyers eines Mehrfamilienhauses. Aber auch im Landkreis Miesbach ist mit einer neuen Arbeit des Künstlers zu rechnen.

Zur gmundart stellte der renommierte Bildhauer eine kleine Arbeit mit dem Titel „Kern und Schale“ aus und verriet, dass vielleicht schon bald eine große Variante dieser Skulptur einen neu zu schaffenden Dorfplatz in Waakirchen als Brunnen schmücken wird. Am 7. Juli, so teilte der Künstler jetzt mit, werde es eine Bürgerbefragung geben, denn nicht alle in der Gemeinde sind mit dem neuen Bauvorhaben einverstanden.

Jahresausstellung in Gmund
„Kern und Schale“ bei der gmundart. Foto: Petra Kurbjuhn

Es soll auf einer Wiese in der Ortsmitte ein neues Ortszentrum mit mehreren Häusern entstehen. In der Mitte wäre ein guter Platz für den Brunnen, der dann aber nicht mehr „Kern und Schale“ sondern „Schlagendes Herz von Waakirchen“ heißen soll. „Ich hoffe, dass sich die Bürger für die Maßnahme entscheiden“, sagt Otto Wesendonck, das Vorhaben sei von Architekt Hans Hagleitner sorgfältig geplant und werde die Gemeindekassen kaum belasten.

Otto Wesendonck
„Schlagende Herz von Waakirchen“, Entwurfsmodell in Bronze. Foto: Antonia Leitner

Das Werk besteht aus mehreren sich bewegenden Teilen, es wird angetrieben von einem Wasserstrahl, der über ein Gestänge die beiden Außenschalen öffnet und schließt. Sie umhüllen einen Kern, der bei der in Gmund gezeigten Arbeit aus Bronze gegossen war, jetzt aber in spiegelndem Edelstahl gefertigt ist. Das periodische Öffnen und Schließen erinnert an ein schlagendes Herz.

„Kern und Schale“ im Schlosspark Krickenbeck

Es sei für ihn sehr wichtig, diese Arbeit im öffentlichen Raum zu präsentieren, sagt der Künstler. Das erste Werk dieser Art steht im Schlosspark Krickenbeck im Nettetal und ist, seit es an eine Hotelkette verkauft wurde, nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Antonia Leitner
Otto Wesendonck und Antonia Leitner. Foto: Petra Kurbjuhn

Im Landkreis Miesbach ist der Bildhauer, der in seinem Atelier gemeinsam mit der jungen Bildhauerin Antonia Leitner arbeitet, insbesondere durch seine großen Werke, die abstrakt wirken, aber nicht ungegenständlich sind, bekannt. Sie haben immer einen realen Bezug und halten Balance zwischen unterschiedlichen Körpern, sie bewegen und wägen ihre Kräfte und stiften Dialog zwischen bipolaren Figuren.

Lesetipp: Der Geruch der Freiheit, 30. Ausgabe der KulturBegegnungen, S.7

Auch in ganz Deutschland ist der Waakirchner aufgrund seiner nicht naturalistischen Arbeiten im öffentlichen Raum berühmt geworden. Daneben schuf er von Anfang an auch Köpfe und Ganzkörperskulpturen, die von großer Schönheit und Harmonie sind. Das Bedürfnis des Betrachters nach Schönheit erfüllt Otto Wesendonck nicht nur in seinen gegenstandlichen, sondern auch in seinen abstrakten Werken. Dies gelingt ihm durch harmonische Formgebung zum einen und durch die Einbeziehung der Bewegung.

Bewegte Plastiken

Der Mensch habe ein elementares Bedürfnis, seinen eigenen Schwerpunkt zu finden, erklärt der Künstler. Diesem Bedürfnis entspreche er durch seine bewegten Plastiken, die immer aus dem Schwerpunkt heraus durch Wind oder Wasser in Bewegung geraten. Der Betrachter gerate dann ganz unbewusst selber in Schwingungen.

Otto Wesendonck
„Doppelwendel“ von oben gesehen. Foto: Antonia Leitner

Die eben in München enthüllte 2,50 Meter hohe Skulptur erfüllt die Sehnsucht des Menschen nach Schönheit und Harmonie in besonderer Weise. Zwei auf einer Spitze stehenden Formen winden sich berührungslos aneinander hoch und öffnen sich nach oben. Die Bronzeskulptur steht im Treppenauge des aufwendig gestalteten Hauses in der Prinz-Ludwig-Straße 2-4 und wertet den Eingangsbereich auf.

Die Auftraggeber, so erzählt der Künstler, hätten in Berlin vor der Kongresshalle eine Plastik von Henry Moore gesehen. So etwas ähnliches wünschten sie sich von dem Waakirchner Bildhauer. Mit seiner „Doppelwendel“ konnte er den Wunsch erfüllen.

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