Night of light im Landkreis Miesbach

Heute Nacht wird der Haushamer Förderturm rot angestrahlt – als Mahnmal. Foto: ETC Holzkirchen

Aktion der Veranstaltungsbranche im Landkreis Miesbach

Nicht nur Kulturschaffende und Veranstalter, auch die Veranstaltungswirtschaft leidet massiv unter den Corona-bedingten Maßnahmen. Bundesweit werden heute Nacht mit der Night of light Aktion Gebäude rot angestrahlt, als leuchtende Mahnmale. Auch der Landkreis Miesbach ist mit zwei Aktionen dabei.

Die Veranstaltungsbranche zählt bundesweit rund eine Million Beschäftigte und erwirtschaftet über zehn Milliarden Euro jährlich. Durch das vorläufige Verbot von Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020 – mittlerweile ist bereits vom 31. Oktober die Rede – verzeichne sie einen Umsatzausfall von 80 bis 100 Prozent über einen Zeitraum von rund zehn Monaten, heißt es in einer Pressemitteilung von ETC GmbH (Electronic Theatre Controls) in Holzkirchen. Die Folge sei: Insolvenzgefahr für einen gesamten Wirtschaftszweig.

Leuchtende Mahnmale

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht“, sagt Tom Koporek von LK-AG Essen, der Initiator der Aktion Night of light, „die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich.“

Night of light

Mit den leuchtenden Mahnmalen soll auf die bedrohliche Lage der Veranstaltungswirtschaft hingewiesen und zu einem Dialog mit der Politik geführt werden.

„Wir leben von der Substanz“

Harald Müller aus Gmund konstatiert: „Seit Mitte März hat es keinen Auftrag mehr gegeben und das Hauptproblem ist, wenn das jetzt über einen langen Zeitraum so geht, denn keiner denkt daran, Veranstaltungen zu machen.“

Sein Veranstaltungsservice hat sich auf kleine bis mittlere Veranstaltungen, wie Tagungen und Kulturevents spezialisiert. Gerade hat er noch in einen 30 000 Euro teuren Beamer investiert. „Ein paar Lichtblicke gibt es mit Live Streaming, aber wir leben von der Substanz.“

In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni werden bundesweit in über 200 Orten Gebäude, Spielstätten und markante Bauwerke in rotes Licht getaucht. Mit „Night of Light“ möchten die Initiatoren auf diese Gefahr und dazu auf die anstehende kulturelle Krise hinweisen – und an die Politik appellieren. Denn: Staatliche Hilfeleistung in Form von Krediten, wie sie jetzt stattfinde, sei unzureichend. Neue Wege aus der dramatischen Lage müssten schnellstmöglich gefunden werden.

Night of light
Gebäude werden in rotes Licht getaucht. Foto: ETC Holzkirchen

ETC aus Holzkirchen ist mit seinen hochmodernen Beleuchtungs- und Obermaschinerie-Systemen Teil dieser gebeutelten Industrie. Deshalb nimmt ETC auch an dieser Aktion teil: „Für uns war klar, dass wir da mitmachen. Mit „Night of Light“ setzt die gesamte Branche ein Zeichen und sie bekommt die Öffentlichkeit, die sie dringend braucht, um einen Branchendialog mit der Politik in Gang zu setzen“, sagt Rosi Marx, European Marketing Manager bei ETC.

Förderturm in Hausham

Anstatt einer Spielstätte oder Eventlocation hat sich ETC ein ganz besonderes Bauwerk in Nähe des ETC-Firmensitzes ausgewählt: den stillgelegten Förderturm des Bergwerks Hausham. „In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni erstrahlt das 40 Meter hohe Denkmal, das an das oberbayerische Pechkohlevorkommen erinnert, in leuchtendem Rot. Illuminiert von ETC-LED-Scheinwerfern, wie sie normalerweise in den renommiertesten Spielstätten und Theatern der Welt zum Einsatz kommen,” informiert Rosi Marx.

Night of light
Auch das KULTUR im Oberbräu wird beleuchtet. Foto: KULTUR im Oberbräu

Auch das KULTUR im Oberbräu unterstützt die Aktion. Das Holzkirchner Kulturhaus wird dazu am 22. Juni abends von den Weyarner Veranstaltungstechnik-Spezialisten von „Laut und Hell“ rot beleuchtet. Passend dazu öffnet das KulturCafé am Montag von 21.30 bis 23 Uhr und bietet Besuchern, die die Aktion unterstützen möchten, einen roten Drink an und auch andere Getränke.

Harald Müller begrüßt die Aktion Night of light: „Man muss etwas tun, damit man von der Politik wahrgenommen wird.“ Sein 30-jähriges Jubiläum wollte der Veranstaltungstechniker im Herbst groß feiern. Das fällt jetzt aus.

Lesetipp: Corona frisst Kultur oder: Gibt es kreative Lösungen?

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