Beim Kellerkulturfestival treffen sich die Generationen

Vinzenz Semmler von Mountain Lake Vista lädt zum 3. Kellerkulturfestival ein. Foto: Ines Wagner

Konzert in Miesbach

Am kommenden Samstag, 16. Oktober findet zum dritten Mal das Kellerkulturfestival im Kulturzentrum Waitzinger Keller Miesbach statt. Im Interview erzählt Initiator und Organisator Vinzenz Semmler, was das Besondere daran ist und was die Gäste erwartet.

MZ: Was ist die Philosophie des 2018 ins Leben gerufenen Festivals?

VS: Isabella Krobisch, Leiterin des Waitzinger Kellers und ich haben überlegt, mit welchem Format man die lokale Kulturszene, insbesondere nichtprofessionelle Bands fördern könnte. Für diese gibt es im Landkreis außer der WeyHalla bei Girgl Ertl kaum Auftrittsmöglichkeiten.

MZ: Das erste Festival hat wirklich noch in den Gewölben des Kulturzentrums stattgefunden?
VZ: Der Startschuss war 2018 tatsächlich im Gewölbe und wir haben damals auch Musik und bildende Kunst verbunden, dieses Konzept aber fallenlassen. Und dann kam auch das Angebot, wegen der besseren Akustik das Festival im Saal stattfinden zu lassen.

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MZ: Nach welchen Kriterien wählst Du die Bands aus?
VS: Es sollen Bands ganz unterschiedlichen Genres, aber immer aus der Region sein. Ich möchte Musikerinnen und Musikern eine Möglichkeit geben aufzutreten. Es sind immer vier oder fünf Bands und mit Ausnahme unserer eigenen Band Mountain Lake Vista gibt es bis jetzt keine Wiederholungen. Dabei ist mir die Vielfalt wichtig, neben Metal und Rock gibt es bayerische Musik und Songwriter. Die bunte Mischung macht es.

Mountain lake Vista beim Keller Kultur Festival
Mountain Lake Vista beim Kellerkulturfestival 2019. Foto: Max Kalup

MZ: Wie verträgt sich das und wie reagiert das Publikum?
VS: Das ist spannend, denn die verschiedenen Bands locken ganz unterschiedliche Leute an. Die Metal-Fans von Crust’n’Drillaz hören so auch Indie oder Folk. Und auf die Musik einer nicht mehr so ganz jungen Cover-Rock-Band fahren plötzlich auch ganz Junge ab. Das ist so eine Art von Generationenzusammenführung durch die Musik.

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MZ: Du gibst nicht nur Auftrittsmöglichkeiten, sondern Du führst auch Bands zusammen?
VS: Das Kellerkulturfestival ist sehr gut zum Vernetzen. Denn wir sitzen Backstage beim Aufbau zusammen und lernen uns kennen, das befruchtet sehr.

Kellerkulturfestival
Da Maurer und da Wirt. Foto: privat

MZ: Was erwartet das Publikum in diesem Jahr, nachdem Ihr voriges Jahr das geplante Festival absagen musstet?
VS: Alle für 2020 eingeladenen Bands sind dabeigeblieben, ich habe sie immer update gehalten und so können wir das Festival wie geplant in diesem Jahr durchführen. Es startet mit „Brass da la Vista“, einer Brass-Rock-Pop-Band aus Lenggries mit der Besetzung Posaune, Trompete, Schlagzeug, Bass und Gitarre, sowie Gesang mit bayerischen und englischen Texten.

MZ: Du bist mit „Mountain Lake Vista“ und eurem typischen klassischen Folk am Start. Was gibt es Neues?
VS: Zum einen stellen wir unser 2. Album vor, nachdem wir beim ersten Festival das Release unserer 1. CD hatten. Und wir haben mit Dominik Schmidt einen Bassisten neu dabei, der Fülle in den Sound bringt. Für den melodischen Teil sorgt am Akkordeon Giustina Gabelli, ansonsten ist die Besetzung mit Tobias Gmach, Sebastian Schaal und mir geblieben.

Kellerkulturfestival
Markus Subramaniam. Foto: privat

MZ: Mit „Da Maurer und da Wirt“ hast Du Lokalmatadore aus Fischbachau eingeladen?
VZ: Ja, das ist ein Singer-Songwriter-Duo mit bayerischer Mundart und Akustikgitarre, die aktuelle, aber auch philosophische Texte bringen. Und als Opener haben wir Markus Supramaniam, aus Rottach stammend, jetzt aber als Schauspieler und Songwriter in Österreich unterwegs.

Kellerkulturfestival
„Brass da la Vista“. Foto: privat

MZ: Das klingt alles ein bisschen ruhiger als sonst?
VS: Wegen Corona muss der Saal bestuhlt sein, da passt Metal oder Hard Rock nicht dazu, aber mit „Brass da la Vista“ gibt es ein großes Finale.

Karten gibt es beim Kulturzentrum Waitzinger Keller, Telefon: 08025/7000-0 oder ticket@waitzinger-keller.de oder über www.muenchen.ticket.de und an der Abendkasse.

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