„Aufstehen für Kultur“ morgen in München

Aufstehen für Kultur

Logo der Initiative. Foto: aufstehenfürkultur.de

Kundgebung in München

Am morgigen Samstag, 24. Oktober, um 12 Uhr erheben die Kulturschaffenden des Freistaates ihre Stimme. Die Initiative „Aufstehen für Kultur“ lädt zur friedlichen Demonstration auf dem Königsplatz in München ein. Neben bayerischer Prominenz wird auch der Landkreis Miesbach prominent vertreten sein.

Gerhard Polt aus Schliersee hat eine Videobotschaft angekündigt. Prominenz aus der Politik, wie Bernd Sibler, Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, Vizepräsident des Bayerischen Landtags und ehemaliger bayerischer Kultusminister, Prof. Julian Nida-Rümelin, Philosoph und ehemaliger Kulturstaatsminister, und Prof. Hans Maier, Politikwissenschaftler und ehemaliger bayerischer Kultusminister, sprechen zu den Kulturschaffenden. Der Schauspieler Roland Hefter wird durch das Programm, an dem mehrere Vertreter der Kulturszene teilnehmen, führen und zur Auflockerung werden die Doubledrums ft. Wolfram Winkel und Cagey Strings auftreten.

Aufstehen für Kultur: Es geht um die Existenz

Es geht um nicht weniger als die pure Existenz, die Existenz von Künstlern und Freischaffenden in der Kreativwirtschaft, so heißt es in der Pressemitteilung der Initiative, die von der freischaffenden Bratschisten Veronika Stross ins Leben gerufen wurde. Dabei erhält sie Unterstützung von Entscheidungsträgeren und Vordenkern, die um die Ängste und Nöte von Künstlern und Freischaffenden in der Unterhaltung und der Kultur wissen, und die helfen wollen.

Aufstehen für Kultur
Der Saal des Waitzinger Kellers bietet nur noch einem Bruchteil Besucher Platz. Foto: Max Kalup

Es stehe zweifelsfrei fest, dass die Freischaffenden durch Corona und die damit verbundenen Absagen aller Veranstaltungen völlig unverschuldet in große Not geraten sind. Die Veranstaltungswirtschaft ist nach der Automobilbranche mit 130 Milliarden EURO Umsatz und zirka 1,2 Millionen Beschäftigten eine der umsatzstärksten Branchen in Deutschland. Da die Künstler jedoch kaum Betriebskosten vorzuweisen haben, wurde den meisten der Antrag für die Corona Soforthilfe nicht bewilligt.

Recht auf Beschäftigung

In vielen Bereichen wurden die Corona Maßnahmen massiv gelockert: Reisen in vollbesetzten Flugzeugen und in Zügen, im ÖPNV sitzen täglich Menschen Schulter an Schulter. Großdemonstrationen wurden genehmigt, denn das unterstreicht das Recht auf die freie Meinung. Die Kulturschaffenden haben auch ein Recht – das Recht auf Beschäftigung und auf eine Existenz. Kultur und Unterhaltung brauchen dringend Lockerungen, um die Veranstaltungen wieder wirtschaftlich realisierbar zu machen und Künstlern und Freischaffenden eine Existenzgrundlage zu gewähren.

Aufstehen für Kultur
Der Kulturgarten des KULTUR im Oberbäu. Foto: KULTUR im Oberbräu

Dafür soll am Samstag ein deutliches Zeichen gesetzt werden und mit der Kundgebung auch auf die gesellschaftlichen Konsequenzen hingewiesen werden, die ein Aus für Kultur und Unterhaltung bedeuten. Startenor Jonas Kaufmann wird so zitiert: „Viele Menschen wissen Dinge erst dann zu schätzen, wenn sie sie verloren haben. Ich hoffe, dass die Reduzierung kultureller Angebote zu einer verstärkten Nachfrage und zu einer Bewusstseinsveränderung führt, dahingehend, dass es sich in der Kunst und Unterhaltung nicht um einen Luxusartikel handelt, sondern um das tägliche Brot. Die Politik versprach sich der Sache der Künstler und Freischaffenden dieser Branche anzunehmen und es wäre schön, wenn den Worten auch Taten folgen würden.“

Aufstehen für Kultur
Konzerte in der WeyHalla finden nur im Freien statt. Foto: Girgl Ertl

Die Initiatoren betonen, dass sie sich von allen extremen Bewegungen und Verschwörungstheorien distanzieren. Ihre Forderungen seien vielmehr:

– Ein grundsätzliches Überdenken der aktuellen Maßnahmen für die Kreativwirtschaft
– Ein konstanter und transparenter Austausch über die Situation der Kreativwirtschaft in Bayern
– Bedingungen für einen rentablen Kulturbetrieb, bzw. einen Ausgleichsfond sollte dies auf Grund des Infektionsgeschehens nicht möglich sein
– Unterstützung für den privaten Lebensunterhalt
– Anerkennung unserer Wirtschaftskraft und die Umsetzung unserer vorliegenden Konzepte.

Freies Landestheater Bayern fusioniert mit Foolstheater Holzkirchen - Andreas Haas (FLTB), Ingrid Huber (FoolsTheater), Rudolf Maier-Kleeblatt (FLTB) und Isabella Krobisch (Waitzinger Keller) (v.l.)
Hier ist noch alles in Ordnung: Das Freie Landestheater Bayern fusioniert mit dem FoolsTheater e.V. (Andreas Haas, Ingrid Huber, Rudolf Maier-Kleeblatt, Bernd Schmidt und Isabella Krobisch, v.l.). Foto: privat

Aus dem Landkreis Miesbach fahren unter anderen Rudolf Meier-Kleeblatt, Intendant des Freien Landestheaters Bayern, und seine Frau, die Sängerin Elisabeth Neuhäusler, zur Kundgebung nach München. Die Künstler seien die echten Verlierer der Krise, sagt Rudolf Maier-Kleeblatt. Es habe sich eine Zweiklassengesellschaft gebildet und er finde die Maßnahmen im Veranstaltungsbetrieb nicht gerechtfertigt. Viele erstklassige Musiker, so hat er erfahren, müssen um ihre Existenz kämpfen.

Lesetipp: Sehnsucht nach Darbietungen im Waitzinger Keller

„Aufstehen für Kultur“, Samstag, 24. Oktober 2020, 12 Uhr auf dem Königsplatz in München unter Einhaltung aller erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen. Es gilt Maskenpflicht und die Einhaltung der Abstandsregel von 1,5 Meter für alle Besucher.

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