„ALB-Träume“ als Geschenk für die Stadt Miesbach

ALB-Träume

Im Waitzinger Park wurden viele Bäume gefällt. Foto: Lisa Mayerhofer

Installation für Miesbach

Der Asiatische Laubholzbockkäfer (ALB) machte es notwendig, dass in Miesbach 5000 Gehölze gefällt werden mussten. Dem will die Künstlerin Lisa Mayerhofer mit einer temporären Installation im Waitzinger Park begegnen und erhielt die einstimmige Zustimmung des Kulturausschusses.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass mein Vorschlag so einen guten Anklang gefunden hat“, sagte Lisa Mayerhofer am Ende der Sitzung, in der sie ihr Vorhaben vorgestellt hatte. Der Ausschuss bewilligte ihr die Materialkosten in Höhe von 200 Euro.

Ihre eigene künstlerische Arbeit will die Miesbacherin der Stadt in diesen schwierigen Zeiten schenken. Sie arbeitet im Kulturamt der Stadt und ist seit Wochen in Kurzarbeit. Diese Zeit habe sie für neue kreative Ideen nutzen können, sagte sie am Montagabend im Waitzinger Keller-Kulturzentrum Miesbach.

ALB-Träume
„Echoes“ von Lisa Mayerhofer bei der Kunstausstellung Lenggries. Foto: Heidi Gohde

Lisa Mayerhofer ist eine international renommierte Künstlerin. Sie stammt aus dem Landkreis, studierte in England und Berlin Bildhauerei und ist seit ihrer Rückkehr in die Heimat auf vielen Ausstellungen im In- und Ausland bekannt geworden.

Lesetipp: „Heuhaufen aus Papier“ – die Künstlerin Lisa Mayerhofer, KulturBegegnungen Nr.15, Seite 21

Sie befasst sich zum einen mit traditionellen Arbeitsweisen, die sie in ihren großen und kleinen Installationen würdigt und zum anderen mit dem Thema „Verletzlichkeit und Vergänglichkeit“. Dieses Thema ist es auch, was sie ihrem geplanten Werk „ALB-Träume“ aufgreift.

Der Waitzinger Park liege ihr sehr am Herzen, begründete sie ihr Vorhaben, täglich gehe sie auf dem Weg zur Arbeit hindurch und habe erleben müssen, wie die Bäume und Büsche gefällt werden mussten. „Das hat sichtbare Narben hinterlassen“, sagte sie.

ALB-Träume
Lisa Mayerhofer. Foto: Martina Stoib

Sie wolle mit ihrer Arbeit das Bewusstsein erzeugen, dass die Stadt und ihre Bürger und Bürgerinnen etwas verloren haben, dass da etwas Unwiderrufliches passiert sei.

„ALB-Träume“ im Waitzinger Park

Ihre Idee ist es, auf einer Plattform nahe der Trachtenhütte ihre temporäre Installation aus drei Baumstrukturen zu errichten. Dazu will Lisa Mayerhofer eine Technik anwenden, die sie schon während ihres Kunststudiums anwendete. Aus Holz, Gips, Jute und Mullbinden will sie die Geisterbäume konstruieren, die dann zwei bis drei Wochen stehen bleiben sollen.

ALB-Träume
Das Modell für die Installation. Foto: Lisa Mayerhofer

Die Diskussion unter der Leitung von Bürgermeister Dr. Gerhard Braunmiller zeigte, dass die Mitglieder des Kulturausschusses die Idee von Lisa Mayerhofer begrüßten. Vorschläge, die Bevölkerung, auch Kinder, in den Entstehungsprozess mit einzubinden indes kamen nicht zum Tragen. Zum einen ist es eine Haftungsfrage und zum anderen möchte die Künstlerin hier ein eigenständiges Werk errichten.

Sie verwies auf ihre Projekte mit Kindern, wie die Pionierwerkstatt, bei denen sie mit Kindern arbeitet.

Lesetipp: Pionierwerkstatt mit Astschere, Pinsel und Fotobox

In der Bauphase möchte Lisa Mayerhofer aus Haftungsgründen einen Zaun um ihre Installation errichten. Die aufgeworfene Frage des Vandalismus beantwortete Kulturreferentin Inge Jooß: „Wenn man das Entstehen der Arbeit beobachtet, hat man hoffentlich Respekt.“ Lisa Mayerhofer wird voraussichtlich Ende nächster Woche mit ihrer künstlerischen Arbeit beginnen.

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