Stefan Ambs und seine Malschüler

Karoline Haberzettl, Stefan Ambs, Helmut Zacherl, Jonas Nösel, Rita Höhlein, Bürgermeister Johann Harraßer, Kulturreferentin Lisbeth Leidgschwendner und Gina Konrad (von links nach rechts) bei der Vernissage. Foto: Steffi Jebens

Ausstellung in Hausham

Das Kunst- und Kulturhaus Hausham zeigt eine Ausstellung von Stefan Ambs und seinen Malschülern. Brillante Idee – und absolut sehenswert.

Rita, eine der Malschülerinnen, hatte die Idee. „Warum nicht mal eine gemeinsame Ausstellung machen?“ Zunächst sei da keine Resonanz gewesen, erzählt die quirlige Künstlerin. Und fügt, ein bisschen verschmitzt, hinzu: „Aber zum Glück bin ich ja hartnäckig.“ Gute Ideen müssen reifen, auf fruchtbaren Boden fallen – und durchgesetzt werden. Und da Rita Höhlein nicht nur eine von Stefan Ambs` Malschülerinnen ist, sondern auch zum Urgestein des Haushamer Kunstkreises gehört, schritt sie zur Tat und organisierte die Ausstellung im Haushamer Kunsthaus.

Die hohe Kunst der klassischen Malerei

Neben dem Lehrer, dem renommierten Miesbacher Künstler Stefan Ambs, stellen die sechs Schülerinnen und Schüler Karoline Haberzettl, Rita Höhlein, Gina Konrad, Axel Langer, Robert Manzer und Helmut Zacherl aus. Die drei Damen sind Mitglied im Haushamer Kunstkreis und vielen von uns längst bekannt. Was haben sie gelernt bei Stefan Ambs, warum gehen sie bei ihm in die Schule? „Ich habe ja immer in Acryl gemalt“, erzählt Gina Konrad, „also habe ich eines Tages einfach mal bei Herrn Ambs nachgefragt, ob ich bei ihm die Aquarellmalerei lernen könne“. Sie konnte, und stellt nun einige ihrer Arbeiten vor.


Gina Konrad mit grüner Allee. Foto: Hannah Miska

Karoline Haberzettl kommt eher vom Abstrakten und wollte gern etwas tiefer in die klassische, gegenständliche und naturalistische Malerei eintauchen. Sie schätzt das große Wissen und das geschulte Auge von Stefan Ambs – und dazu dessen bescheidene, ruhige und besonnene Art. Welche Farben muss man mischen, um einen Hautton zu erhalten? Wo setzt man Helligkeit und Licht? Ambs hat alle Antworten.


Karoline Haberzettl mit ihrem Sehnsuchtsort an der See. Foto: Hannah Miska

Von Dunkel in Hell und immer viel Farbe

Im Kurs darf jeder malen, was er möchte. Stefan Ambs ist einfach da, um Fragen zu beantworten, er geht herum und schaut, gibt kleine Hinweise und Tipps. „Es ist enorm, was wir dabei lernen“, sagt Rita, „über Komposition, über das Farbenmischen, über Tiefe“. Lachend zitiert sie das Mantra ihres Lehrers („Von Dunkel in Hell und immer viel Farbe“) und staunt über das untrügliche Auge des Meisters. „Man hat das Bild fertig, ist aber nicht 100% zufrieden“, erzählt sie. „Dann kommt der Stefan und sagt: mach mal hier einen Strich oder da einen Punkt, und dann ist das Bild plötzlich perfekt.“ Rita möchte jetzt gern das Malen mit Eitempera lernen – eine Technik, bei der man Eigelb, Wasser und Pigment mischt und die von den alten Meistern benutzt wurde. Gerade noch rechtzeitig zur Eröffnung der Ausstellung hat sie es geschafft, ihren Milan Max fertigzustellen – gemalt mit Eitempera.


Rita Höhlein mit Milan Max. Foto: Hannah Miska

Die Herren im Malkurs

Axel Langer, pensionierter Arzt, hat schon immer gern gemalt und gezeichnet. Seit 2010 besucht er mit großer Freude den Malkurs bei Stefan Ambs. Er zeigt Landschafts- und Tierbilder, die durch beachtenswerte Detailtreue, Licht- und Kontrastgebung bestechen.


Herbst am Staffelsee von Axel Langer. Foto: Hannah Miska

Auch Robert Manzer hat sich neben seinem Beruf als Apotheker immer wieder mit Malerei und Kunst beschäftigt und die verschiedensten Malkurse besucht. Seit 16 Jahren besucht er regelmäßig die Kurse von Stefan Ambs. Manzers großformatige Acrylbilder „Weinlese“ und „Kirschen“ sind echte Hingucker – er beherrscht jedoch auch die feine Bleistift- und Porträtzeichnung.


Weinprobe und Kirschen von Robert Manzer. Foto: Hannah Miska

Helmut Zacherl, gelernter Metallbauer, zeigt eine breite Palette seiner filigranen Bleistiftzeichnungen. Bemerkenswert ist sein in Grautönen gehaltenes Acrylbild der Insel Wörth. Die Malkurse bei Stefan Ambs, so erzählt Zacherl, hätten ihn langsam in die Farbenwelt des Aquarells geführt. Wen soll man loben? Den Lehrer? Den Schüler? Zachers Aquarelle sind von besonderer Schönheit.


Aquarelle von Helmut Zacherl. Foto: Hannah Miska

Und schließlich soll auch Jonas Nösel, der neunjährige Großneffe von Stefan Ambs nicht unerwähnt bleiben, der unbeirrt unter den Großen im Malkurs mitmacht. Er hat drei Bleistiftzeichnungen ausgestellt – allesamt bereits verkauft.

Der Lehrer

Den Lehrer muss man eigentlich nicht vorstellen – er ist ein über die Grenzen Miesbachs hinaus bekannter Maler, der mit seiner zwischen Realismus, Surrealismus und Symbolismus changierenden Malerei, in der immer auch die Natur – oft auf ausgerollten Teppichen im Hintergrund – eine Rolle spielt, einen ganz eigenen Stil entwickelt hat. Stefan Ambs, der Kommunikationsdesign und Malerei studiert hat und sein Handwerk sowohl mit dem Bleistift als auch mit Aquarell, Öl und Acryl beherrscht, benutzt seit 30 Jahren jedoch nur noch das natürliche Eitempera als Farbe. Die großformatigen Arbeiten des Künstlers im Kunsthaus Hausham zu sehen ist eine wahre Freude.


Die Entstehung von Stefan Ambs. Foto: Hannah Miska

Dabei stellt Ambs seine Schüler keineswegs in den Schatten. Auch sie zeigen eine enorme Begabung, hohe gestalterische Kraft, Präzision und Leidenschaft. Kurz: Die Ausstellung ist ein großer Wurf. Es zahlt sich eben aus, wenn Frauen hartnäckig sind.

Die Ausstellung im Kunst- und Kulturhaus Hausham (Tegernseer Straße 20a, Hausham) ist täglich von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet, zusätzlich am 11. Oktober und am 18. Oktober 2026, jeweils von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Bitte besuchen Sie uns auf