
Victus Award 2026 in München verliehen
Die diesjährigen Gewinner des Victus Awards: Regisseur Thomas Rösing, Schauspielerin Lea Mahler, Regisseur Philip Neuer und Luka Eichenauer (von links) mit Ben Blaskovic (zweiter von rechts). Foto: Ulla Schreiber
Filmpreisverleihung in München
Bereits zum dritten Mal vergab der Schlierseer Schauspieler Ben Blaskovic mit seiner Produktionsfirma Victus Film den Victus Award in München. In acht Kategorien – vom besten Feature-Film bis zum besten AI-Film – wählte eine unabhängige Jury aus weltweiten Einsendungen die Sieger aus.
Es war eine heiße Sommernacht in München, als vergangenen Donnerstag der Victus Award als Pre-Opening-Night zu den Münchner Filmfestspielen verliehen wurde. Das Event fand im Innenhof des markanten Ruffinihauses mitten in der Innenstadt statt, einem Creative Hub, wo sich auch der Firmensitz der Produktionsfirma Victus Film befindet.
Ben Blaskovic verleiht Victus Award zum dritten Mal
Vor viel Publikum aus der Filmbranche verlieh der in Schliersee aufgewachsene Schauspieler, Produzent und Organisator des Awards, Ben Blaskovic, den Preis bereits das dritte Mal in Folge. „Wir wollen damit die Kunst des Filmemachens feiern und Filmbegeisterte, Branchenprofis und Cineasten aus der ganzen Welt zusammenbringen“, sagt der 37-Jährige, der unter anderem in Serien wie „Die Rosenheim-Cops“, „Dahoam is Dahoam“ und „Der Bergdoktor“ mitspielte.
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Mitmachen könne im Prinzip jeder – Newcomer und erfahrene Filmschaffende, erklärt der sympathische Schauspieler im Gespräch mit KulturVision. Der Film dürfe nur nicht älter als zwei Jahre und noch nicht öffentlich in München gezeigt worden sein. „Dieses Jahr kamen die meisten Beiträge aus Deutschland“, sagt Ben Blaskovic bei seiner Ansprache. Im letzten Jahr sei es umgekehrt gewesen.
Die Jury des Victus Awards
Wer in den einzelnen Kategorien gewinnt, entscheidet eine Fachjury, zu der in diesem Jahr der Regisseur und Autor Paul Kühn, die Journalistin und Dokumentarfilmerin Fatemeh Khodadian, der Filmemacher Markus Ilschner, die Regisseurin Laura Thies, der Schauspieler Sebastian Gerold, der Schauspieler Thomas Arnold und der Regisseur Florian Arndt gehörten.
Auch die Schauspielerin Debbie Müller saß zum ersten Mal in der Victus-Jury: „Für mich als Schauspielerin mal auf der anderen Seite stehen zu dürfen und eine andere Blickweise auf einen Film zu richten, war etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Sie war für die Kategorie „Best Actress“ zuständig.
Die Preisträger des Victus Awards in acht Kategorien
Bis auf Debbie Müller und Fatemeh Khodadian konnten keine weiteren Jury-Mitglieder am Award-Abend dabei sein, da viele beim Drehen waren. Auch nicht alle Preisträger, vor allem die internationalen Teilnehmer, konnten anreisen. Umso größer war die Freude derer, die den Preis im Innenhof live entgegennehmen konnten. Wie etwa der Regisseur Thomas Rösing, der den Award in der Kategorie „Best Commercial“ für einen Werbespot für den italienischen Premium-Fahrradhersteller Pinarello bekam.

Ben Blaskovic im Gespräch mit Regisseur Thomas Rösing, der in der Kategorie „Best Commercial“ gewann. Foto: CS
Für „Best Short Film“ nahmen der Regisseur Philip Neuer und die Hauptdarstellerin Lea Mahler, die erst kürzlich eine offene Schauspielgruppe in München gegründet hat, den Preis für den Kurzspielfilm und die Dramedy „Once“ aus 2024 entgegen. Die Handlung: Desillusioniert vom Online-Dating lässt sich Lasse auf ein Date mit Nina (Lea Mahler) ein, die seine Welt auf den Kopf stellt: Es klickt zwischen den beiden!
In der Kategorie „Best AI Film“ erhielt der Regisseur Luka Eichenauer den Preis für „The Dying Ocean“, einen aufrüttelnden Kurzfilm über das langsame Sterben unserer Ozeane.
Weitere Preisträger: In der Kategorie „Best Feature Film“ gewann Nicolai Geffele mit dem Film „Debate“. In diesem politischen Drama geht es um eine Nobelpreisträgerin, die als Präsidentschaftskandidatin antritt. Als bester Dokumentarfilm erhielt die kanadische Produktion „I am Gitxsan“, bei dem Prakhar Patidar Regie führte, den Victus Award. Darin geht es um die Ungerechtigkeiten gegenüber der indigenen Bevölkerungsgruppe der Gitxsan im Westen von British Columbia. Und als „Best Director“ wurde der kanadisch-philippinische Filmdirektor Cris Fuego für „Halved“ ausgezeichnet, in dem es um eine junge Frau auf den Philippinen geht, die den gesamten Lebensunterhalt der Familie tragen muss.
„Beste Schauspielerin“: Die Belgierin Sophie Verbeeck im französischen Film „An Excess Baggage“. Sie spielt eine Mutter, die in eine emotionale Krise gerät, weil ihre Tochter in ein Sommerlager fährt. „Bester Schauspieler“: Reza Akhlaghirad im iranischen Film „Vital“, der vom Organhandel im Iran und in den USA handelt.
Spendenscheck über 3000 Euro für Stabil e.V.
Neben der Preisverleihung gab es noch eine ganz besondere Aktion für einen guten Zweck: Ben Blaskovic und sein Team konnten dem Verein Stabil e.V. im Namen der Stadtsparkasse München einen Spendenscheck in Höhe von 3000 Euro überreichen. Dieser in München ansässige Verein vermittelt und begleitet strukturell benachteiligte junge Menschen in die Film- und Medienbranche.

Ein Spendenscheck für Stabil e.V. Foto: CS
„Unser Ziel ist es, Chancengerechtigkeit in der Film- und Medienbranche zu stärken und kulturelle Teilhabe zu erweitern – damit Zugang nicht von sozialen Voraussetzungen, Zuschreibungen oder bestehenden Netzwerken abhängt“, sagt Gründerin Janne Drücker. Seit 15 Jahren ist sie als Sozialpädagogin und ausgebildete Anti-Gewalt- und Kompetenztrainerin in der Münchner Jugendarbeit tätig.
Davor stand sie hauptberuflich als Schauspielerin für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. „Die Filmbranche ist stark von Kontakten, Empfehlungen und gewachsenen Entscheidungsstrukturen geprägt“, sagt sie. Wer diese Strukturen nicht kenne oder keinen Zugang zu ihnen hätte, tue sich unabhängig vom Talent deutlich schwerer, darin Fuß zu fassen. Die 3000 Euro seien deshalb ein wichtiger Beitrag, junge Menschen zu unterstützen.
Wettbewerbseinreichungen für 2027 jetzt schon möglich
„Die VICTUS. Pre-Opening Night war so ein großer Erfolg und uns allen hat der Abend so viel Spaß gemacht, dass wir uns entschieden haben, gleich ein Datum für 2027 festzusetzen“, sagt der Schauspieler Ben Blaskovic euphorisch. Sie findet nächstes Jahr am 24. Juni statt. Auch Filmschaffende, die beim Award mitmachen wollen, können jetzt schon ihre Werke unter filmfreeway.com/victusaward einreichen. Denn nach dem Award ist bekanntlich vor dem Award.